Nun steht den Rheingauer Klosterbesuchern endlich offen, was Sean Connery als Franziskanermönch William von Baskerville verwehrt blieb: das Durchschreiten der „verbotenen Tür“. Anders als im Hollywoodfilm „Der Name der Rose“ führt die schmale Tür im Mönchsrefektorium von Kloster Eberbach allerdings nicht in eine labyrinthische Bibliothek mit tabuisierten Büchern wie dem „Zweiten Buch der Poetik“ des Aristoteles, sondern in den imposanten Dachstuhl über dem ehemaligen Schlafsaal der Mönche. Dort lässt sich die eindrucksvolle Architektur bestaunen – ebenso ein Pendeluhrwerk aus dem Jahr 1660.
Die Öffnung der „verbotenen Tür“ für Klosterbesucher ist Teil der Rückbesinnung auf ein cineastisches Meisterwerk: Jean-Jacques Annauds Verfilmung von Umberto Ecos 1980 erschienenem Debütroman „Der Name der Rose“, produziert von Bernd Eichinger, mit Sean Connery als mittelalterlichem Meisterdetektiv. Bis auf die Szenen in der schließlich in einem verheerenden Feuer untergehenden Bibliothek wurden alle Innenaufnahmen der im Jahr 1327 spielenden Kriminalgeschichte im Kloster Eberbach gedreht. Mit seiner schlichten, aber monumentalen romanischen und frühgotischen Architektur bot das 1136 gegründete Ensemble die perfekte Filmkulisse.
Weil Eberbach vor allem auch ein Weinkloster ist, haben die Hessischen Staatsweingüter einen Jubiläumswein abgefüllt. Das Sonderetikett hat der Rheingauer Künstler Michael Apitz gestaltet. In der Flasche ist ein Cabernet Sauvignon aus dem Jahrgang 2023, der in der Lage Rüdesheimer Berg Rottland geerntet wurde. Ein Wein, der mit seiner Würze und seinen Noten von Tabak, Kaffee, Lakritz und dunklen Beeren womöglich auch Sean Connery geschmeckt hätte. Die Reben der im Rheingau exotischen Rebsorte sind allerdings erst vor zehn Jahren gepflanzt worden.
