Rosé, jetzt mal ernsthaft!

Ein Duft nach Himbeere, am Gaumen stoßen Erdbeere und andere rote Waldfrüche hinzu… recht süß (so ab 8 Gramm Restzucker, gern auch feinherb), simpel, vermeintlicher Spaß- und Terrassenwein, will und muss jung getrunken werden: Das trifft wohl auf 90 Prozent des deutschen Rosé zu. Fürchterlich! Dafür ist kein Platz in meinem Weinkeller und auch nicht im Weinkühlschrank im Hochsommer. Doch es gibt wenigstens einige Weine, die versuchen, die Ehre des Rosé zu retten! Hier einige Beispiele:

Aldinger 2023 Rosé Reserve: ein fordernder Trunk aus Spätburgunder. Leichter Stinker in der Nase, würzig-herbe Note am Gaumen. Durchgegoren, lagerfähig. So geht das. Klasse Essensbegleiter, gern auch zur Zigarre!

Knipser 2022 Rosé Fumé: 2022 ist der aktuelle Jahrgang! Erzeugt aus dem Vorlauf der Cuvée X, daher vor allem von Cabernet Franc dominiert. Ein Wein, der wie die Faust aufs Auge zur Weihnachtsgans passt! Lagern und genießen. Nix bei 30 Grad auf dem Balkon. Ohnehin gilt: Vergesst diese saublöde Kategorie Sommerwein!

St. Antony 2024 Rosé Wunderschön Anders: aus 100 Prozent Blaufränkisch mit feiner Frucht und Würze. Könnte gerade noch dem einen oder anderem „Himbeersafttrinker gefallen. Dennoch ein sehr ernsthafter Rosé aus einer großen Roséfamilie, mit der Dirk Würtz so viel Erfolg hat, dass er den Rotweinanbau an der Rheinfront jetzt ganz aufgegeben hat!

Schloss Vaux 2020 L´artiste Rosé brut: eigentlich sogar extra brut, grandios guter und süffiger Rosé-Sekt und für 35 Euro jeden Cent wert. Vielleicht liegt die Bestimmung vieler Rosé doch in der Versektung, anstatt belanglose Tropfen auf den Markt zu bringen. Einfach mal probieren im neuen Sektgarten der Burg Crass, dem künftigen Sitz von Schloss Vaux.