Müller leitet Staatsweingüter

Die neue Geschäftsführerin der Hessischen Staatsweingüter, Christine Müller, hat zum Amtsantritt ambitionierte Ziele verkündet. Sie wolle die 2003 in eine GmbH ungewandelten Staatsweingüter in die „Familie der prägendsten Weingüter der Welt“ führen. Eine stringente Marken- und Sortimentsstrategie, der von den Gutsweinen über die Tropfen aus Spitzenlagen bis zu den Schatzkammerweinen reiche, solle Profil und Orientierung schaffen, sagte Müller anlässlich eines Empfangs im Kloster.

Zentral für die neue Strategie sei die Einheit von Kloster und Weingut. Beide gehörten untrennbar zusammen. Die Verzahnung von Kultur, Geschichte und Spitzenwein solle gestärkt werden. Das Weingut solle wieder eine Vorreiterrolle im Weinbau übernehmen: „Wir wollen wieder als Leuchtturm des hessischen Weinbaus wahrgenommen werden.“

Der Fokus liege auf einer konsequenten Konzentration auf Qualität und Herkunft. Der Lagenschatz der Staatsweingüter müsse erlebbar werden. Das Kloster solle Strahlkraft für die Region und darüber hinaus entfalten. „Jede Flasche Wein aus Kloster Eberbach soll ein flüssiger Botschafter für Hessen sein“, so Müller. Sie kündigte eine Verringerung der bewirtschafteten Rebfläche an, allerdings ohne Verkauf oder Verpachtung von Weinbergen. Für die nicht mehr benötigten Weinberge solle es eine „nachhaltige und verantwortbare Nachverwendung“ geben. Das Sortiment werde gestrafft, der Vertrieb auf Auslandsmärkte und Direktkunden neu ausgerichtet. Ein Element dazu sei schon die Wiedereröffnung der KIosterschänke in Eigenregie, die einen guten Start gehabt habe.

In Weinberg und Weinkeller seien neue Impulse gesetzt worden, sagte Müller, ohne allerdings ins Detail zu gehen. Mit den Banken sei tragfähiges Finanzierungskonzept entwickelt worden. In den kommenden fünf Jahren gehe es um wirtschaftliche Stabilität, nachweislich ausgezeichnete Spitzenweine und eine Profilierung der Domänen des Staatsweingutes. Müller kündigte zudem einen „konsequenten Markenrelaunch mit deutlicher Hessenidentität“ an.

Weinbauminister Ingmar Jung (CDU) lobte die neue Intensität der Zusammenarbeit von Weingut und der 1998 gegründeten Klosterstiftung. Die neue Positionierung des Weingut sei vor dem Hintergrund der Herausforderungen auf dem Weinmarkt „alternativlos“. Das Weingut solle sich zudem weiter der Ausbildung von Nachwuchs- und Fachkräften widmen. (aus der F.A.Z.)