Sekt und Wein werden teurer

Höhere Kosten für Rohstoffe und Energie setzen Deutschlands Marktführer bei Sekt, Wein und Spirituosen unter Druck. Das Unternehmen Rotkäppchen-Mumm kämpft mit „nie da gewesenen Preissteigerungen“, hinzu kommen die Folgen stetig steigender Inflationsraten. Die Wein- und Sektfreunde in Deutschland werden in diesem Jahr mit steigenden Preisen rechnen müssen, aber auch damit, dass nicht jedes Produkt des Sortiments immer und überall verfügbar sein wird. Schon im zurückliegenden Jahr sei es zeitweise ein „Kampf um jede Palette“ gewesen, um den Einzelhandel angesichts gestörter Lieferketten rechtzeitig zu beliefern.

Für das Jahr 2022 rechnet Rotkäppchen-Mumm mit weiter „unberechenbaren Weinernten“ und geht davon aus, dass viele Auswirkungen der Pandemie erst mit Verzögerung spür- und sichtbar werden. Zudem könnte die Reiselust den Inlandskonsum dämpfen: „Viele werden wieder am Gardasee ihren Prosecco trinken“, heißt es.  Allerdings werde es auch wieder mehr Anlässe zum Anstoßen geben,.

Für das zweite Pandemiejahr 2021 meldet Rotkäppchen-Mumm ungeachtet einer „sehr volatilen Marktsituation“ ein „solides Ergebnis“ mit einem gegenüber 2020 stagnierenden Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Im Vor-Pandemie-Jahr 2019 waren es 1,1 Milliarden Euro. Auf die Sparte Sekt entfielen demnach 47 Prozent (594 Millionen Euro) des Umsatzes, auf das Spirituosen-Segment 32 Prozent (378 Millionen Euro) und auf das seit Jahren stark wachsende Weinsegment rund 21 Prozent (255 Millionen Euro). Konkrete Flaschenabsatzzahlen zu den einzelnen Marken gibt Rotkäppchen-Mumm nicht bekannt.

Rotkäppchen-Mumm meldet bei seiner badischen Premiummarke Geldermann ein Wachstum von 30 Prozent. Viele Menschen konsumierten weniger, aber bewusster. In der Pandemie legte der Anteil des Onlinehandels um rund 20 Prozent zu. Inzwischen werde jede zehnte Flasche Wein über das Internet gekauft. Am Standort Eltville hat Rotkäppchen-Mumm im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Euro (Vorjahr 2,6 Millionen Euro) investiert, unter anderem in ein neues Palettierzentrum. Insgesamt wurden 14,6 Millionen Euro ausgegeben (Vorjahr 17,1 Millionen Euro). Am Standort Freyburg an der Unstrut in Sachsen-Anhalt entsteht derzeit eine neue Marken-Erlebniswelt.

Dennoch liegt in diesem Jahr der Fokus auch auf dem Rheingau, weil die hier beheimatete Marke „Mumm“ 100 Jahre alt wird. (gekürzt mein Bericht aus der FAZ vom 16.2.22.)

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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