• Weinverkostung - Oliver Bock

    Hier verkostet der Weinschmecker. Er bewertet, lobt und kritisiert, was ihm auf die Zunge kommt und er veröffentlicht im Weinblog auszugsweise seine Degustationsnotizen und Weineindrücke sowie seine Weinerlebnisse auch außerhalb des Rheingaus.

1800 Euro für 1964er TBA

VDP Weinversteigerung: Nur 34 Lose umfasste diesmal die VDP Weinversteigerung in Kloster Eberbach, zu der wieder elf Kommissionäre zugelassen waren, um auf Partien zwischen 360 Flaschen und einer Einzelflasche zu bieten. Insgesamt wurden laut VDP 2293 Flaschen versteigert. Der Gesamtumsatz wird mit netto 80.500 Euro angegeben (brutto 100.500 Euro), der Flaschendurchschnittspreis mit rund 35 Euro. Höhepunkt war die 1964er Johannisberger Kochsberg TBA des Weingut GH von Mumm, für die 1800 Euro gezahlt wurden. Eine 1964er BA der Lage Rüdesheimer Hinterhaus der Staatsweingüter brachte 960 Euro, die 1971er BA von Schloss Johannisberg immerhin 620 Euro. Unter den jungen Weinen stach wie gewohnt die 2013 Gräfenberg Goldkapsel Auslese von Robert Weil hervor, die für stattliche 305 Euro je Flasche versteigert wurde. Außergewöhnlich war die 9 Liter-Sektflasche Grande Reserve brut aus dem Sekthaus FB Schönleber, der Zuschlag wurde bei 800 Euro erteilt. Gute Preise gab es auch für die 2013 Ress „R“ (110 Euro), für Allendorfs Höllenberg Spätburgunder GG aus 2011 (44,50 Euro) und den 1974er Kabinett aus dem Jesuitengarten (50 Euro) sowie die 2004er Steinberger Spätlese Goldkapsel (41 Euro) der Staatsweingüter. Schöner Erfolg auch für das Weingut Barth, das für die 1975 Wisselbrunnen Spätlese 100 Euro erzielte (jeweils zuzüglich MWSt. und Gebühr). Zufrieden können auch Robert König mit 245 Euro für die 2011er Weißherbst TBA aus dem Höllenberg und Flick für die Hölle TBA aus 2003 (190 Euro) sowie die Staatsweingüter mit 225 Euro für die Rauenthaler Gehrn TBA GK aus dem Jahrgang 2011 sein. Dennoch scheint die Zukunft der Auktion ein wenig ungewiss, ihre Fortsetzung wird jeweils im Frühjahr neu entschieden… es gibt Stimmen, die am liebsten nur noch eine große, zentrale – jährliche – VDP-Auktion organisieren würden… das scheint aber derzeit (noch) nicht mehrheitsfähig. Die Zukunft bleibt spannend….