• Weinverkostung - Oliver Bock

    Hier verkostet der Weinschmecker. Er bewertet, lobt und kritisiert, was ihm auf die Zunge kommt und er veröffentlicht im Weinblog auszugsweise seine Degustationsnotizen und Weineindrücke sowie seine Weinerlebnisse auch außerhalb des Rheingaus.

Aus dem Verkostungstagebuch

Badagoni, Georgien

2012 Mukuzani Dry Red aus der Rebsorte Saperavi, mit nur 12 % Alkohol eher ein rotes Leichtgewicht. Am Gaumen aber dennoch mit gutem Körper, viel Frucht und gut eingebundenen Taninen...

2008 Trioni Dry White aus der Traube Kakhuri Mtsvane in der Region Kakheti – die Farbe geht schon ins rötlich-gelbe, leicht oxydative und erdige Noten, sehr fest, wenig Säure, passt gut zu einem deftigen-kräftigen Essen, ist aber nicht wirklich ein freudvolles Trinkerlebnis...

Weingut Schloss Groenesteyn, Kiedrich

1979 Sandgrub Kabinett, 1976 Gräfenberg Spätlese, 1975 Gräfenberg Spätlese, 1959 Heiligenstock Spätlese und 1971 Wasserrose Kabinett, wow…. hammer…. puh!

…. was soll ich sagen…mir fehlen ein wenig die Worte, das muss man einfach getrunken haben….

Weingut Karl Joh. Molitor, Hattenheim

2007 Johann Baptist Spätburgunder trocken

eine positive Überraschung, sehr geschmeidig, samtig, großer Trinkfluss, offenbar genau auf dem Höhepunkt erwischt….

Das Weinwerk, Rüdesheim

2011 Ballrooms of Mars Rüdesheimer Magdalenenkreuz Spätburgunder trocken

ein wenig hart, karg und streng… das Gegenteil von einem Schmeichler

Weingut Georg Breuer, Rüdesheim

1987 Rüdesheimer Berg Schlossberg Riesling mit Künsteretikett

Der Ruf der Langlebigkeit der Weine von Breuer in Rüdesheim ist schon fast egendär. Das liegt auch daran, dass dieser Ruf fast immer dann aufs Neue gefestigt wird, wenn eine gut gereifte Flasche aus dem Keller geöffnet wird. Dieses Lob gilt umso mehr, als es auch für recht schwache Jahrgänge wie 1987 seine Berechtigung hat. Ich habe diesen 87er ohne große Erwartungen geöffnet, weil nach 27 Jahren auch ein Wein aus der Renommierlage Schlossberg schwächeln darf, da hilft dann auch das Künstleretikett nichts. Der Wein war – zugegeben – schon ein wenig müde, aber der beste trockene 87er, den ich in den vergangenen Jahren auf die Zunge bekommen habe. Am Gaumen viel Mandarine und Orangenschale sowie getrocknete Früchte. Verhaltene Oxydation, lebendige Säure, immer noch gute Länge…. ein „alter Herr“, der durchaus noch Freude bereitet und viele Erinnerungen an Bernhard Breuer weckt…