• Weinverkostung - Oliver Bock

    Hier verkostet der Weinschmecker. Er bewertet, lobt und kritisiert, was ihm auf die Zunge kommt und er veröffentlicht im Weinblog auszugsweise seine Degustationsnotizen und Weineindrücke sowie seine Weinerlebnisse auch außerhalb des Rheingaus.

Lorch …. Rheingau oder Mittelrhein oder was ?

Blindverkostungen zu spannenden Fragestellungen führen nicht selten interessanten Ergebnissen. „Lorcher Wein – Rheingau oder Mittelrhein?“ war eine private Probe im großen Kreis überschrieben, bei der exemplarisch Weine aus Lorch (Rheingau!), dem Mittelrheintal und aus Rüdesheim verkostet wurden, die allesamt auf Schieferböden gewachsen waren. Mein Fazit: Der Schiefer und die Handschrift des Weingutes „überwölben“ das Geschmacksbild so, dass eine regionale Zuordnung nicht möglich ist… und Rüdesheim gehört ebenso wie Lorch natürlich eher zum Mittelrheintal als zum (mittleren) Rheingau ….. und hier die 4 Flights….

Carl Erhard Rüdesheim: 2013 Riesling Gutswein trocken

Traubenwerk Lorch: 2013 Lorcher Schlossberg Riesling trocken

Matthias Müller Spay: 2013 Rheinschiefer Riesling trocken

Ergebnis: Ganz enges Rennen zwischen Müller und Ehrhard (Punktsieger), Traubenwerk klar abgeschlagen…

Altenkirch: 2013 Grauschiefer Riesling trocken

Randolf Kauer: 2013 Bacharacher Wolfshöhle Riesling trocken

Bischöfliches Weingut: 2013 Rüdesheimer Berg Rottland Riesling

Ergebnis: deutlicher Sieg für das Bischöfliche Weingut vor Altenkirch

Toni Jost: 2012 Bacharacher Hahn Riesling trocken

Corvers-Kauter: 2012 Vom Schiefer Rüdesheimer Berg Rottland trocken

Weiler: 2012 Lorcher Krone Riesling Spätlese trocken

Ergebnis: unklar…., totes Rennen, mein persönlicher Favorit war ganz knapp Weiler, aber nicht als Lorcher erkannt!

Laquai: 2012 Lorcher Schlossberg Erstes Gewächs

Bastian: 2012 Bacharacher Posten Großes Gewächs

Leitz: 2012 Rüdesheimer Berg Rottland Riesling

Ergebnis: Laquai mit einer Nasenlänge vor Leitz am besten

Sardische Cuvée und Winkeler Eiche

Sella e Mosca, Alghero, Sardinien

2009 Tanca Farra

... Erfahrungen mit sardischen Weinen? Bislang null, aber dieser Wein gibt jeden Anlass, sich näher damit zu beschäftigen. Ein gehaltvoller Roter, der die Wärme und Sonne eine wunderbaren Insellandschaft widerspiegelt. Reife, schön eingebundene Tanine, viel Tabak und Pfeffer, dazu kräuterige Noten, Brombeere und Kirsche, langer Nachhall, hinterlässt ein wohliges Gefühl in Magen und Kopf, brillant! Mehr davon!

Quercus von Allendorf, Winkel

heißt Eiche und steht bei Allendorf für einen gehaltvollen Pinot burgundischer Art aus den besten Barriques. Eine moderierte Themenweinprobe im stimmungsvollen Weingutskeller ergab jetzt die Gelegenheit zur einer Vertikale der besonderen Art… Quercus ausgewählter Jahrgänge zwischen 2001 und 2012 und dazu die „Krone“, Quercus SUPERIOR, zwischen 1999 (!) und 2012.

Der Einstieg gelang perfekt mit einem 2001 Quercus, der von Tabak-, Leder- und Cassis-Aromen geprägt war und einen ungemein „runden“ Eindruck hinterließ. 2007 hingegen mit expressiver Frucht und von einer besonders würzigen Art. 2008 hingegen recht verhalten und deutlich im Nachteil gegenüber den Brüdern aus den wärmeren Jahren. Besonders elegant spielt sich 2012 in den Vordergrund, 2009 aus der Doppelmagnum erfüllte die hochgesteckten Erwartungen….. Meine Favoriten des Abends waren der 2006er Superior der sich als ungemein samtig, voll, reif und schmeichlerisch erwies. Ein Wein für den Platz auf dem Eisbärenfell vor dem lodernden Kamin, exzellent! Ähnlich gut aber ganz anders 1999 mit betörenden Aromen roter Beeren und großartiger Finesse. 2012 Superior noch zu jung, aber das Potential scheint enorm.

und hier noch mehr aus dem Verkostungstagebuch

Weingut Abteihof, Johannisberg

2009 Johannisberger Hölle Spätburgunder Barrique – auf dem Höhepunkt erwischt, reif, voll, dunkle Beerenfrüchte

Weingut Johannishof, Johannisberg

2012 Riesling Charta – immer eine Bank, immer gut !

Hessische Staatsweingüter

2013 Weißburgunder Hessische Bergstraße – ordentlich, aber nicht aufregend!

Chateau Cos d´Estournel rauf und runter... eine geniale Verkostung im privaten Kreis auf Weingut Robert Weil in Kiedrich: 1970 Magnum und alle Jahrgänge lückenlos von 1985 bis 2005, das gibt es nicht alle Tage…

Großartige Weine im Keller liegen zu haben, das gibt ein gutes Gefühl. Doch wann trinken? Auf dem Höhepunkt? Oder sie den Erben hinterlassen? Der Eltviller Weinenthusiast Michael Felzer hat die wohlüberlegteste aller Entscheidungen getroffen: Die allerbesten Weine zusammen mit guten Freunden zu trinken und damit ein Weinerlebnis der besonderen Art zu kreieren. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen. Über Cos müssen nicht viele Worte verloren werden: 1812 von Louis-Gaspard d´Estournel gegründet, 1855 in den Rang eines Deuxieme Cru erhoben, mehrfache Besitzerwechsel. Fast ausschließlich Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot, rund 90 Hektar Rebfläche, vornehmlich Kiesböden. Die Weine werden bisweilen als dicht und streng beschrieben, aber wegen ihrer Tiefe, Frucht und Komplexität zur Recht gelobt. Die großen Jahrgänge brauchen eine Lagerzeit von zwei Jahrzehnten oder mehr… und jetzt endlich ans Eingemachte:

Set 1: die Jahrgänge 1985 bis 1989

aus der Phase vor der „Parkerisierung“ der Bordeaux-Weine und noch vor den spürbaren Wirkungen des Klimawandels. Das Trio der ungeraden Jahrgänge wirkt deutlich subtiler und beeindruckender als 86 und – eher untypisch schmeckend - 88. Ein Ausreißer und eine absolute Überraschung ist 1985: wunderbares, expressives Bukett, sehr weich, ein bisserl mollig. feine Würze paart sich mit großer Eleganz, für Cos eher untypisch, aber für mich ein „auf dem Bärenfell vor dem lodernden Kaminfeuer liegen“-Wein.

Besser gefiel in dieser Gruppe lediglich 1987 mit pikanter Säure, großer Würze und tanninstarker Präsenz am Gaumen. Ein großer Bordeaux von komplexer Tiefe. 1989 hingegen von sehr herber Natur, ein würziger Charakterkopf mit langem Nachhall. 1988 hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, der Wein „fremdelt“ in diesem Flight. 1986 mit sehr markanter Säure, sehr würzig, Tabak und Leder, wirkt schlanker als er ist, und hier gilt wie bei jedem Vergleich: der Bessere ist stets der Feind des Guten.

Set 2: die Jahrgänge 1990 bis 1994

1990 einfach grandios. Schokolade und Tabak am Gaumen, feine Tannine, dieser Wein zeigt Grandezza auf dem Punkt, dicht, komplex, elegant. Druckvolle Cuvée, ein Bordeaux von der feinsten Art. Der Nachbar aus dem unterschätzten Jahrgang 1991 wirkt auf den ersten Schluck wie ein Leichtgewicht, aber dann überzeugt der hohe Trinkfluss. Fein und elegant. Wohl dem, der diesen Wein für einst kleines Geld gekauft hat. Meines Erachtens jetzt auf dem Höhepunkt. Gegen diese beiden Weine haben es die übrigen schwer. 1994 wirkt mit einer eindimensionalen Fruchtfülle breit und marmeladig. Es fehlt die Präzision. 1993 wirkt ein wenig matt trotzt prägnanter Säure, aber auch leider eine leicht pilzige Note. 1992 mit gutem Zug aber Gaumen, Frucht und Länge, aber auch reichlich Gerbstoff, der dem Wein eine harte, raue Note gibt.

Set 3: die Jahrgänge 1995 bis 1990

Dieser Flight hat mit dem Jahrgang 1996 für mich einen klaren Sieger. Ein Wein mit großer Fülle und feinem Aromenspiel, betörender Frucht, samtiger Eleganz und langem Nachhall. Die Säure verleiht ihm Rasse und Lebendigkeit. Große Trinkfreude zeichnet auch 1995 aus, während die kleineren Jahrgänge 1997 und 1998 im direkten Vergleich leider nicht recht überzeugen können. Auf der Zunge macht sich eine neue Stilistik bei Cos nach dem Eigentümerwechsel bemerkbar. Vor allem 1997 tendiert mit marmeladigen Noten in Richtung Syrah, präsentiert sich aber auch recht kantig und rauh. 1999 zeigt eine gewisse Beliebigkeit. Das ist alles andere als ein Charakterkopf, eher unentschlossener Mainstream.

Set 4: die Jahrgänge 2000 bis 2005 (plus 1970 Magnum als Finale)

der geschlossenste und zugleich schwierigste Flight. Die Jahrgangsunterschiede fallen geringer aus, die Weine werden internationaler, „dicker“ und wirken alkoholstärker. Man könnte diese Weinfolge als „homogener“ loben, aber auch als „uniformer“ tadeln. 2005 ist ohne Zweifel der „Hammer“. Wenn auch noch zu jung ist dieser Wein von opulenter Kraft und Finesse, am Gaumen fest, aber mit einer geschmacklichen Tendenz zu Syrah. Diesem Wein steht noch eine lange Zukunft bevor. Das gilt auch für 2003 aus der Magnum. Ein Cos der als dicht und dick zu beschreiben ist. Das Geschmacksbild ist ein typisches Resultat der heißen Jahrgänge im Bordeaux. Die konzentrierte Fülle geht ein wenig zu Lasten der Eleganz. Mein persönlicher Favorit ist 2001, der gerade jene Eleganz und Leichtigkeit ausstrahlt, die Trinkfreude generiert. In diesem Set hat es der dicht, kompakte und druckvolle 2000er schwer, seine Stärken auszuspielen, doch für mich ist auch 2000 ganz groß. 2002 dagegen „pelzig“ und wenig aufregend, 2004 geht in diesem Konzert völlig unter.

Zum Finale dann 1970 aus der Magnum: Was soll ich sagen? Vielleicht einer der besten 1970er aus dem Bordeaux, die ich bislang getrunken habe (zugegeben, das sind nicht sehr viele…), aber meine Literaturrecherche belegt, dass Cos für diesen schwierigen Jahrgang wohl das richtige Händchen hatte…. und die Probe belegt es. Ein großartiger Wein von immer noch strahlender Filigranität, eher leicht, beschwingt und fein. Wow und großen Dank an Michael Felzer… was für eine gute Entscheidung.

 

Aus den Verkostungsnotizen

Weingut Georg Breuer, Rüdesheim

2008 Rauenthaler Nonnberg Riesling trocken Doppelmagnum

Geschmackvolles Zeugnis der Langlebigkeit der Breuer-Weine. Sehr frisch, mit viel Zitrus, dabei cremig... und es gibt kaum eine perfekte Begleitung zur knusprigen Schloss-Ente als Abendsnack....

Weingut Sohns, Geisenheim

kleiner Ritt durch das aktuelle Trocken-Sortiment des Geisenheimer Familienbetriebs: 2013 SE, Kläuserweg und Kilzberg trocken, Alte Reben, Erstes Gewächs 2012 und 2013, 2012 Weißburgunder M und Spätburgunder M sowie 2011 Auslese und Sekt Cuvée Pascal brut… besonders hervorstechend der „einfache“, aber ungemein ausdrucksstarke Kläuserweg (für sagenhafte 6,50 Euro), der 2012 Spätburgunder M und das Erste Gewächs aus 2012…

Weingut Egert, Hattenheim

2013 Hattenheimer Wisselbrunnen Riesling Spätlese trocken

2013 Hattenheimer Wisselbrunnen Riesling 1. Gewächs

zwei ordentliche Weine aus der renommierten Brunnenlage

Weingut Laquai, Lorch

2011 Rotwein Cuvée Mandelberg – gelungene Komposition, beginnt jetzt langsam Trinkfreude zu entfalten

2013 Riesling vom Quarzit feinherb – guter Trinkfluss, Säure und Zitrus satt

Weingut Altenkirch, Lorch

Grauschiefer 2012, 2011, 2010 und 2009 (Magnum) – Vertikalprobe mit großem Trinkspass, allesamt mineralische, ausdrucksstarke Weine, wobei 2012 und 2009 klar die Nase vorn haben.

2012 Lorcher Krone und 2012 Lorcher Schlossberg – in diesem Fall überzeugt der Schlossberg durch Finesse, Balance und Mineralität…

2013 Pfaffenwies Riesling 1. Gewächs – bestätigt mit jedem Schluck die schon im Blog wiedergegebene Wertschätzung… siehe unten….

Alles Charta, Rheingau?

30 Jahre Charta – 25 Jahre Riesling Gala

Was für eine geniale Idee aus dem Rheingau. Mit einem einzigen Wort (Charta) eine umfassende und unverwechselbare Botschaft zu vermitteln: Charta = Rheingau = Riesling = Von Qualitätswinzern = aus hervorragenden Weinbergen = nach klaren Standards erzeugt = idealer Essensbegleiter = von einer Jury blind geprüft und zugelassen = erst im September des auf die Ernte folgenden Jahres verkäuflich = lecker!

Und all das ausgedrückt mit dem einzigen Wort - Charta! Wow. Das hat noch kein anderes deutsches Anbaugebiet so geschafft. Ein wenig Pech, dass das Gründungsjahr der Charta-Vereinigung 1984 ausgerechnet ein Katastrophenweinjahr war. Doch die Bewegung um Bernhard Breuer und seine Mitstreiter überstand es, und 1987 folgte der nächste (Qualitäts-) Schritt: Die erste Riesling-Gala in Kloster Eberbach. Ein Erfolg, der vor allem dem Engagement von Spitzenkoch Egbert Engelhardt zu verdanken ist. Ein deutschlandweit einzigartiges Ereignis an einer 83 Meter langen Tafel im längsten Profanbau nördlich der Alpen und zugleich Finale und Höhepunkt der Glorreichen Rheingau Tage. Weil die Gala unter anderem wegen der Sanierung im Kloster drei Mal ausfiel, steht im 28. Jahr jetzt die 25. Gala unmittelbar bevor. Ein Erlebnis für mehr als 500 Gäste, die das Kulturgut „Wein und Essen“ (noch) zu schätzen wissen. Im Vorfeld des Jubiläums griff der VDP jetzt tief in den „schwarzen Keller“, wo Schätze der Charta-Weingüter seit dem ersten Jahrgang 1983 lagern…. ein Aha-Erlebnis der besonderen Art! Zum Beispiel:

Johannishof: 1986 Goldatzel Kabinett Charta und 1988 Charta – Esers halten den Charta-Wein bis heute im Sortiment sehr hoch, und wer diese alten Kameraden trinkt, der weiß warum! Hier waren schon immer Charta-Könner am Werk!

Robert Weil: 1989 Charta und 1983 Gräfenberg Kabinett Charta – beide von nobler Reife und guter Frische, 89 spürbar botrytisgeprägt, 83 mit saftiger Säure und gutem Trinkfluss

Staatsweingüter: 1990 Charta Spätlese und 1983 Baiken Spätlese – recht ordentlich und gut gereift, aber mit einer leicht verstörenden süß-sauren Note.

Jakob Jung: 1993 Charta Kabinett – sehr gut dank strammer Säure als Lebenselixier, lebendige Frische, reißt aber schnell ab

Baron Knyphausen: 1984 Erbacher Marcobrunn – vielleicht der beste deutsche Riesling, den ich aus diesem Katastrophenjahr bislang getrunken habe. Marcobrunn sei Dank!

Schloss Vollrads: 1987 Grünsilber – der Hammer, was Vollrads aus diesem kleinen Jahr an Qualität gezaubert hat, der taufrische Wein des Tages!

Weingüter Wegeler: 1992 Rüdesheimer Schlossberg – eines der ersten „illegalen“ Ersten Gewächse – steht stramm wie eine „1“ im Glas.

Was zur Hölle ist "Räuschling" ?

Weingut Saxer, Neftenbach, CH

7,5 Hektar bei Neftenbach im Zürcher Weinland, das ist das erst in den 90er Jahren von Jürg und Yvonne Saxer gegründete Weingut, das inzwischen von Tochter Nadine mit ihrem Mann Stefan Gysel Saxer geführt wird. Dass dann eigens das Weingut Jürg Saxer in Weingut Nadine Saxer umfirmiert wurde, erscheint uns ein wenig komisch… typisch Schweiz? Typisch Schweiz sind jedenfalls autochthone Sorten wie der Räuschling, und auch sonst haben wir einige interessante Weine verkostet….

2013 Räuschling – autochtone, historische Rebsorte, die schon im 16. Jahrhundert erwähnt ist, aber später vor allem dem Müller-Thurgau weichen musste. Insgesamt soll es weltweit nur noch 22 Hektar geben !!!! In Deutschland soll er nur am Abtsberg in Zell-Weierbach bei Offenburg wachsen! Recht fruchtig, sehr süffig, sehr weich, ein Wein so zum „Wegtrinken“ ohne Reue, aber mit viel Genuss. Gut vorstellbar zu Fischgerichten !

2013 Blanc de Noir – wenig Säure, aber expressive, fast überwältigende Frucht und langer Nachhall

2013 Sauvignon blanc – grün-grasig, Kräuter und Stachelbeere, fehlt ein wenig die Fülle und Reife

2012 Chardonnay – geradlinig und klar, aber „ohne Holz nix los“ !

2013 Oeil de Perdrix – Rosé vom Pinot Noir, sehr bonbonfarben, wenig Frucht, Bitternote im Abgang

2013 Nobler Blauer – sehr guter Pinot Noir, präsent, präzise, voll !

2013 Der Besondere – je ein Drittel Dornfelder, Regent und Pinot Noir, sehr ordentlicher Wein aus altem Holz, schmeichelt dem Gaumen, aber mir zu süss !

2011 Tete de Cuvée – 100 % Pinot Noir, Partien lagen unterschiedlich lange im Barrique, sehr pfeffrig, noch harte Tannine, gute Säure, großes Potential, lagern !

2011 Cabernet – Pinot Noir – besteht zu 70 Prozent aus Cabernet Dorsa, lag mehr als 1 Jahr im Barrique, am Gaumen Brombeere, Kirsche und Pflaumenkompott, aber auch Tabak und Pfeffer, gutes Potential

eine Probe bei Saxer ist eine lohnende Angelegenheit, auch wegen dem freundlichen Personal und der umgebenden Landschaft sowie der Nähe zu einem klasse Restaurant im Anschluss: Schloss Wülflingen an der Wülflinger Straße mit feiner Küche und guter Weinkarte… DER Ausgeh-Tipp für Winterthur!

Nachrichtenticker

Ottes übernimmt Weinberge von Schönborn

Das Lorcher Weingut Ottes hat nach eigenen Angaben die Steillagen-Weinberge in Lorch und Assmannshausen vom Domänenweingut Schloss Schönborn übernommen. Diese Weinberge sind überwiegend mit Riesling und Spätburgunder bestockt und ergänzen die Lagen von Ottes gut. „Mit der Übernahme der teilweise mehr als 50 Jahre alte Reben unterstreichen wir unsere Ausrichtung auf Qualitätsweinbau in Schiefer Terroir geprägten Steillagen mit Schwerpunkt in Lorch“', erklärt der neue Inhaber des Weingut Ottes, Robert Wurm. Die Übernahme erfolge mit sofortiger Wirkung und beinhalte bereits den Weinjahrgang 2014.

Zweite Weinlese auf Sylt

Zwei Wochen früher als bei der Jungfernweinlese 2013 fand am 27. September fand in „Deutschlands nördlichstem Weindorf“ die zweite Weinlese statt. Rebstöckpächter und Freunde des Weinguts Balthasar Ress trafen sich in Keitum, um den zweiten Jahrgang von SÖL´RING® zu ernten – der jetzt dank neuer Kelterstation auf Sylt ein Schleswig-Holsteinischer Landwein sein darf. Der Name steht für den traditionellen Dialekt Sylterfriesisch und die Verbundenheit der Rheingauer Winzer mit der Insel. Christian Ress und sein Team hatten 2009 am Breitengrad 55° eine 3000 Quadratmeter große Rebfläche mit Solaris-Reben bepflanzt, die an Weinliebhaber in ganz Deutschland verpachtet sind. 2013 waren 800 Kilogramm Trauben mit einem Mostgewicht von mehr als 80° Oechsle geerntet worden. 709 Flaschen wurden gefüllt.

Herke verlässt Weinpunkt

Die Übernahme des Weinguts Lang in Hattenheim an Urban Kaufmann und Eva Raps bleiben nicht ohne Konsequenzen für den „Weinpunkt“ in der Hattenheimer Ortsmitte. Wilma Herke, die sympathische Gastgeberin der gemeinsamen Weinbar und Vinothek von Lang und Barth, verlässt zum 1. Oktober den Weinpunkt…. und sie kündigt zum Abschied Veränderungen an: mehr Weingüter und kürzere Öffnungszeiten… wir sind gespannt und auch ein bisserl traurig…

Rüdesheimer Urstücke am Gaumen....

endlich mal wieder im Rüdesheimer Weingut Carl Ehrhard mit dem derzeit wohl ungewöhnlichsten, mutig-innovativen Konzept einer „Gutsschänke“… die Winebar hat dem Rüdesheimer Wein jedenfalls ein neues und jüngeres Publikum beschert…

2013 Rüdesheimer Riesling – kerniger, säurestarker, herzhafter Ortwein, Zitrus, Speichelfluss ohne Ende…

2013 Roseneck Urstück Alte Reben trocken – sehr klar und elegant, fein, langer Nachhall von exotischen Früchten, everybody´s Darling, sehr gut!

2013 Rottlang Urstück Alte Reben trocken – ein für Gesprächsstoff sorgender Charakterwein, polarisiert durch seine holzgeprägten Noten und Aromen, gutes Säuregerüst, sehr präsent und direkt aber im Aromenspiel eher ungewohnt und fordernd

2013 Bischofsberg Urstück Alte Reben feinherb – saftig und süffig, die Süße schluckt das Holz völlig weg, ein Schmeichler am Gaumen, schmeckt nach jedem Schluck nach mehr…

2013 Winebar Rosé – perfektes Lachsrosa, feines Bukett, aber am Ende für mich viel zu süss… ein Frauenversteher und nix für „harte“ Kerle….

2008 Roseneck Spätburgunder aus der Magnum: prägnante Säure, viel Himbeer und Kirsche, spitz…. der Wein durchlebt gerade eine schwierige Phase… aber das wird wieder !

2006 Roseneck Spätburgunder – sehr weich, angenehme Tannine, gute Frucht und Länge, viel Kirsche und Brombeere, aber auch Zeder und Tabak…

insgesamt eine spannende Kollektion... und einige alte gereifte "Kameraden" verkoste ich demnächst...

Aus dem Verkostungstagebuch

Weingut Sohns, Geisenheim

2004 Kläuserweg Riesling Spätlese halbtrocken

eine echte Überraschung, frisch und gehaltvoll wie ein 2009er, klaChasse !

3x Riesling aus dem Katastrophenjahr 2006: Van Volxem: Scharzhofberger

Peter Jakob Kühn: Schlehdorn; Fürst von Hohenloe-Oehringen: Verrenberger Verrenberg

alle 3 erstaunlich gut und echte „Ausreißer“ dieses schwierigen Jahres.... hoffentlich wiederholt sich das nicht mit dem 2014er... ,  für mich erstaunlich: Schlehdorn von Kühn schneidet klar am besten ab ! Ohnehin wäre ich nach der Blindverkostung nicht auf 2006 gekommen.... einfach kann eben jeder, und mit ein wenig Abstand zeigt sich, wer in einem schwierigen Jahr wirklich gut gearbeitet hat...

Weingut Johannishof, Johannisberg:

2013 Rottland GG – kristallklares Spitzenerzeugnis

Weingut Dautel:

2011 Zweigelt „S“ – animalisch wild, „nasse Pferdedecke“, aber guuut…. !

Weingut Hamm Winkel

2013 Winkeler Riesling Alte Reben feinherb – süffig, saftig, voll, der haut rein! saugut!

Chateau Saint-André

2009 Chateauneuf-Du-Pape - sehr süffig und voll, viel Cassis am Gaumen, langer Nachhall

 

Das Beste aus Obst!

Obsthof Schneider, Frankfurt

2013 Goldparmäne mit Weinbirne

2013 Ananasrenette

2013 Rote Sternrenette „Alte Bäume“

2013 Wildlinge auf Löss

vielleicht das Beste, was aus Apfel und Birne werden kann. Andreas Schneider ist ein Meister der Veredelung des deutschen Obstes zu edlen Getränken. Die haben ihren Preis, der hinter feinen Weinen nicht zurücksteht (das Piffchen im Obsthof am Steinberg zwischen 4 und 5 Euro), doch das Geschmackserlebnis ist das wert. Während die Goldparmäne ein fruchtig-elegante Herbheit am Gaumen vermittelt, erstaunt die Sternrenette mit feinherber Süffigkeit und großer Trinkfreude. Großes Obst-Kino !

Tempelraub in Winkel !

2013 Riesling „Sakrileg“ – Allendorf Premium: Die Allendorfs und Schönlebers in Winkel sind immer für eine Wein-Überraschung gut… aber diesmal handelt es sich um ein "Sakrileg": So zumindest heißt der neue trockene Top-Weißwein, gewissermaßen der „Quercus superior“ unter den Rieslingen…. und so spannend wie Dan Browns Thriller! Dazu wurden GG-Weine aus den Toplagen Winkeler Jesuitengarten (liefert die Eleganz und Grazie) und Hasensprung (bringt Wucht und Körper) sowie Rüdesheimer Roseneck (steuert Mineralität und Finesse bei) zu einer neuen Cuvée in nobler Ausstattung (Leute, fühlt das Etikett!) komponiert. Insofern ein kleiner „Verstoß“ gegen die "heiligen" Regeln zur VDP- Großen Lage, daher auch der zugegeben vieldeutige Name…. Ja, das gab es so ähnlich vor einigen Jahren schon so ähnlich als Allendorf „XXX“ , von dem seinerzeit auch die Kanzlerin nippte, aber dieser ist viel besser. Jetzt werde ich mal enthusiastisch: Ein Riesling von glasklarer Brillanz, mit feiner exotischer Frucht, hintergründigen floralen Noten und von schwungvoller Eleganz. Ein Wein, der alles andere als „fett“ ist und deshalb nicht satt macht, sondern den Speichel geradezu strömen lässt und sofort nach dem nächsten Schluck verlangt. Ein sehr gut balancierter, schon ungewöhnlich zugänglicher Wein, der durch Trinkfreude und Trinkfluss überzeugt. Leider wohl erst 2015 lieferbar, aber es gibt nur 133 Dreier-Holzkisten! Ein Wein für das Pflichtenheft des Rieslingfans !

1800 Euro für 1964er TBA

VDP Weinversteigerung: Nur 34 Lose umfasste diesmal die VDP Weinversteigerung in Kloster Eberbach, zu der wieder elf Kommissionäre zugelassen waren, um auf Partien zwischen 360 Flaschen und einer Einzelflasche zu bieten. Insgesamt wurden laut VDP 2293 Flaschen versteigert. Der Gesamtumsatz wird mit netto 80.500 Euro angegeben (brutto 100.500 Euro), der Flaschendurchschnittspreis mit rund 35 Euro. Höhepunkt war die 1964er Johannisberger Kochsberg TBA des Weingut GH von Mumm, für die 1800 Euro gezahlt wurden. Eine 1964er BA der Lage Rüdesheimer Hinterhaus der Staatsweingüter brachte 960 Euro, die 1971er BA von Schloss Johannisberg immerhin 620 Euro. Unter den jungen Weinen stach wie gewohnt die 2013 Gräfenberg Goldkapsel Auslese von Robert Weil hervor, die für stattliche 305 Euro je Flasche versteigert wurde. Außergewöhnlich war die 9 Liter-Sektflasche Grande Reserve brut aus dem Sekthaus FB Schönleber, der Zuschlag wurde bei 800 Euro erteilt. Gute Preise gab es auch für die 2013 Ress „R“ (110 Euro), für Allendorfs Höllenberg Spätburgunder GG aus 2011 (44,50 Euro) und den 1974er Kabinett aus dem Jesuitengarten (50 Euro) sowie die 2004er Steinberger Spätlese Goldkapsel (41 Euro) der Staatsweingüter. Schöner Erfolg auch für das Weingut Barth, das für die 1975 Wisselbrunnen Spätlese 100 Euro erzielte (jeweils zuzüglich MWSt. und Gebühr). Zufrieden können auch Robert König mit 245 Euro für die 2011er Weißherbst TBA aus dem Höllenberg und Flick für die Hölle TBA aus 2003 (190 Euro) sowie die Staatsweingüter mit 225 Euro für die Rauenthaler Gehrn TBA GK aus dem Jahrgang 2011 sein. Dennoch scheint die Zukunft der Auktion ein wenig ungewiss, ihre Fortsetzung wird jeweils im Frühjahr neu entschieden… es gibt Stimmen, die am liebsten nur noch eine große, zentrale – jährliche – VDP-Auktion organisieren würden… das scheint aber derzeit (noch) nicht mehrheitsfähig. Die Zukunft bleibt spannend….

Wettlauf zwischen Fäulnis und Reife

Kurz vor Beginn der Rieslinglese brauchen die Rheingauer Winzer gute Nerven. Die letzten zwei, drei Wochen vor der Weinlese sind im Hinblick auf die Qualität des Jahrgangs die entscheidenden, und auf dem Wunschzettel der Rheingauer Winzer stehen viel Sonnenschein und eher kühle Temperaturen. Doch danach sieht es nicht aus. Nicht wenige Winzer sehen sich schon jetzt einem Dilemma gegenüber, denn das Ziel, vollreife und gesunde Beeren zu ernten, könnte in Gefahr geraten. Wenn sich Fäulnis ausbreiten sollte, dann könnten die Winzer gezwungen sein, die Lese zu forcieren, obwohl die Ausreifung der Beeren noch nicht im erwünschten Maße vorangeschritten ist. Bislang ist im Rheingau zunächst nur die vereinzelte Lese der frühreifen Rotweinsorten angelaufen. Auch das Weinbauamt riet hier zur zügigen Ernte, denn Traubengesundheit und „Basissicherung“ seien wichtiger als höhere Oechslegrade, heißt es. Durch häufigere Kontrollen als gewöhnlich müsse der Winzer derzeit den richtigen Kompromiss zwischen dem Reife- und Gesundheitszustand finden.

Das Weinbauamt warnt aber auch, aus Sorge um die Ernte nicht viel zu früh zu lesen. Wer unreifes Lesegut in großer Menge verarbeite, der riskiere später Abstufungen bei der Qualitätsweinprüfung. Zudem präsentierten sich solche Weine geschmacklich oft „ausdruckslos und leer.“ Auch Fehltöne wie der „untypische Alterungston“ treten häufiger auf. Der Beginn der Hauptlese wird im Rheingau für die Tage um den 29. September erwartet. Wie schnell es dann gehen wird, hängt vom Gesundheitszustand der Trauben und von der Witterung ab. Vor allem die vielen Regenfälle im August haben die Winzer sorgenvoll gestimmt. Die Beeren nahmen dadurch viel Wasser auf und drücken sich nun in kompakten Trauben gegenseitig so stark ab, dass einige Beeren aufplatzen und sich Fäulnisnester bilden. Nicht wenige Winzer richten sich schon jetzt darauf ein, bei gutem Reifezustand mit hoher Schlagkraft zügig zu ernten, um möglichst viele und möglichst gesunde Beeren in die Weinpresse zu bringen. Beim Riesling sind die Ertrags- und Qualitätserwartungen der Winzer trotz der wachsenden Nervosität noch gut. Weinbaupräsident Peter Seyffardt beispielsweise belegt mit aktuellen Bildern aus seinen Weinbergen in Facebook einen noch guten Gesundheitszustand der Trauben. Der Betriebsleiter des Hattenheimer Weinguts Balthasar Ress und Weinblogger Dirk Würtz spricht von „Alarmstufe 3“ von insgesamt fünf Stufen und sieht die Hoffnungen auf einen entspannten Lesestart erst Anfang Oktober dahin. Die Trauben bräuchten jetzt Licht und Luft, um sie vor Fäulnis zu bewahren. Würtz und andere Winzer sehen zudem viel Arbeit auf sich zukommen, weil vor der Lese sämtliche schon faulen Beeren manuell aus den Rebstöcken herausgeschnitten werden müssen, um reintönige Weine produzieren zu können. Das bedeutet nicht nur mehr Aufwand, sondern auch deutlich höhere Kosten. Beim Rotwein ist dieser Prozess des sorgsamen Selektionierens schon seit einigen Tagen im Gange. Würtz fürchtet eine „der herausforderndsten und komplexesten Ernten“ der zurückliegenden zehn Jahre. Es sei zu nass, zu warm und noch einige Zeit hin bis zur „wirklichen Traubenreife.“ Die Lage verschärfe sich mit jedem Tropfen Regen, die Wetterprognosen seien unsicher. „Aber einfach kann schließlich jeder.“ (mein leicht gekürzter Bericht aus der F.AZ. vom 20. September)

Ein Shiraz ..."von Männern für Männer"?

2011 Howzit Shiraz, Stellenbosch, Südafrika

"Der Wein. Von Männern. Für Männer.“ Das ist der Name eines neuen Shiraz-Projekts von Alexander Jung (Weingut Jakob Jung), Mark Barth (Weingut Barth), Paul Barth (Kap Vino Estate) und Jaques Fourie (Clovelly Wines), dessen erster Jahrgang jetzt in Deutschland eingetroffen ist und der von den Rheingauer Weingütern Jung und Barth vertrieben wird. Schöne Idee, mutiges Konzept und Engagement! So weit so gut. Der Wein hat in jedem Fall einen witzigen Namen (übersetzt etwa: Hi, wie läuft´s ), eine schöne, tiefdunkle Farbe und mehr als ausreichend Power/ Alkohol (14.5%). Dazu gibt’s ein schönes Prospekt! Leider fehlt dem Howzit aber sonst (noch) sehr viel zum freundvollen Roten. Die Frucht wirkt etwas gezehrt, der „Ton“ am Gaumen ist rauh, karg und hart. Ich vermisse die leicht marmeladige Wärme eines komplexen Shiraz, der nach ausreichend langer Reife die Sonne Südafrikas spüren lässt. Für den Start eines Projekts, bei dem in den nächsten Jahren noch viel Luft nach oben ist, ist der Preisanspruch zudem höchst ambitioniert – auch gemessen an dem, was zu Preisen von deutlich weniger als 10 Euro im deutschen Handel für handwerklich gut gemachten südafrikanischen Shiraz angeboten wird. Insgesamt ein bemerkenswerter Start, aber wir warten wir auf den nächsten Jahrgang….

Aus dem Verkostungstagebuch

Weingut Schloss Sommerhausen, Franken

2011 Zinnober … Die Kraft der roten Farbe ? Nun ja, das Etikett ist sehr nett und der Name witzig, nun müsste nur noch der Inhalt dazu passen… aber leider ist das ein eher rauher, herber Geselle mit oberflächlicher Frucht und ohne Tiefgang… da hilft auch der recht günstige Preis nicht weiter….. denn als süffiger Alltagswein versagt die Kombination aus Portugieser und Domina. selbst wenn sie auf Muschelkalk gewachsen ist….

Im Espenhof in Flonheim

„Weingut, Essgut, Schlafgut“… ein wenig holprig klingt die Eigenwerbung des Flonheimer Espenhof schon, und doch ist das eine der gastfreundlichsten Schänken in Rheinhessen mit hohen Qualitätsanspruch. Wir waren von der Küche sehr angetan und ebenso von der einfachen Möglichkeit, das Sortiment zum Essen umfassend zu verkosten. Ein Plus für Rheinhessen ist die Tatsache, dass sich viele ambitionierte Betriebe der dreistufigen (!) Qualitätspyramide des VDP angeschlossen haben, so auch der Espenhof! Das täte auch dem Rheingau gut!

11 (in Worten: elf) Ortsweine: Flonheimer Riesling (2012), Gewürztraminer (2011), Silvaner (2011), Scheurebe (2011), Grauburgunder (2012), Weißburgunder (2012), Weißburgunder (2012) und Chadonnay (2012), ferner Portugieser (2009), Cabernet Sauvignon „S“ (2012) , Spätburgunder „S“ (2011) und Cuvée Stammbaum (2011)

Fazit: Ein gutes Sortiment aus dem bei der Flonheimer Riesling (86 P), der Flonheimer Chardonnay (85 P) und der total leckere Flonheimer Portugieser (85 P) herausragen, während Weißburgunder und Cabernet Sauvignon das Niveau leider nicht halten können.

Bei den La Roche-Lagenweinen gefällt vor allem der 2011er Riesling (88 P) und dazu noch der 2009 Chardonnay „Heilige Äcker“ (85 P). Insgesamt sehr ordentlichen.. und nächstes Mal planen wir besser und bestellen das Chateaubriand vor…. !

Weingut Ernst Eltville

2013 Steinmächer Riesling Kabinett trocken … diese Großlagen sind so überflüssig wie ein Kropf, aber der Wein ist mit seinem fruchtigen, glasklaren Schmelz einer der besten Ernst-Weine der vergangenen Jahre

2013 Blanc de Noir trocken – schöne Frucht, gute Balance, feiner Alltagswein

Weingut Jakob Jung, Erbach

2013 Steinmorgen trocken und feinherb 1. Lage, 2013 Hohenrain Alte Reben, 2013 Charta und 2012 Siegelsberg Großes Gewächs

es ist immer eine Freude, wenn die JUNGs in Erbach zu "Herbst im Weingut" laden (auch noch 25.-28. September!) und zu feinen Speisen ihr Sortiment verkosten lassen. Einmal mehr zeigt sich, dass mein Gaumen ein großer Fan des "Steinmorgen" mit seiner besonderen mineralischen Art ist. Der Charta gehört ohnehin immer zu meinen Favoriten, und das GG aus dem Siegelsberg entwickelt sich ganz prächtig...

Weingut Schumann-Nägler, Geisenheim

1971er Geisenheimer Mönchspfad Riesling QbA Auslese aus dem Weingut Schumann -Nägler in Geisenheim … ein hervorragender Vertreter des phänomenalen Jahrgangs 1971. Sehr klar, ohne Überreife oder Oxydation. Aromen von reifem Apfel und Dörrobst, ein wenig Karamell, sehr saftig am Gaumen, langer Nachall, guter Trinkfluss, ein Hammer aus einem Weingut mit ungewöhnlicher Tradition, denn die Schumann´sche Weinbauchronik reicht bis ins Jahr 1438 zurück. (dazu erschien von mir am 2. September ein Bericht in der FAZ).

Beim „Rotweingenie“

Hier geschieht vieles aus dem Bauch heraus… und gerät dennoch meist in gute Bahnen. Klaus Schön stellt dieser Tage seine aktuelle Rotweinkollektion vor, und wer vorwiegend klassisch ausgebaute Spätburgunder liebt, sollte diesen Geheimtipp in jedem Fall ernst nehmen und den Weg ins entlegene „Weindorf ohne Weinberge“, Aulhausen, nicht scheuen.

Weingut Schön, Aulhausen

2012 & 2013 Rüdesheimer Drachenstein – gute Pinot-Basis mit kompakter Dichte… nicht zu verwechseln mit der trockenen Auslese 2011 aus dem Drachenstein, die ein komplex-dichter, burgundischer „Hammerwein“ ist…

2011 & 2012 & 2013 Rüdesheimer Schlossberg – gut balancierte und strukturierte Spätburgunder aus der Spitzenlage des Rheingaus… vor allem die trockenen Auslesen hätten zwar noch mehr Lagerzeit im Fass mit noch mehr Dichte und Komplexität belohnt, sind aber trotz kraftstrotzende und zugleich elegante Gewächse… 2011 ganz groß!

2010 Rüdesheimer Roseneck Barrique Spätlese – eher eine Barrique-Spielerei im Weingut, aber in diesem Fall sehr gut gelungen, prachtvolles Exemplar aus einem eher kleinen Rotweinjahrgang, wird aber von der 2011er trockenen Roseneck Auslese (aus der Schatzkammer) noch in den Schatten gestellt …

Insgesamt eine sehr gute Kollektion mit einigen Höhen aber als Gesamtsortiment ohne innere Logik und Struktur … kaum auszudenken, würde Klaus Schön noch etwas mehr Geduld mit seinen Weinen im Fass aufbringen und zudem sein Sortiment einer konsequenten Qualitätspyramide unterwerfen…. aber hier geschieht eben vieles aus dem Bauch heraus….

PS. Idealer „Abtrunk“: 2013 Rottland Spätlese „Alte Reben“ trocken !

Aus dem Verkostungstagebuch

Badagoni, Georgien

2012 Mukuzani Dry Red aus der Rebsorte Saperavi, mit nur 12 % Alkohol eher ein rotes Leichtgewicht. Am Gaumen aber dennoch mit gutem Körper, viel Frucht und gut eingebundenen Taninen...

2008 Trioni Dry White aus der Traube Kakhuri Mtsvane in der Region Kakheti – die Farbe geht schon ins rötlich-gelbe, leicht oxydative und erdige Noten, sehr fest, wenig Säure, passt gut zu einem deftigen-kräftigen Essen, ist aber nicht wirklich ein freudvolles Trinkerlebnis...

Weingut Schloss Groenesteyn, Kiedrich

1979 Sandgrub Kabinett, 1976 Gräfenberg Spätlese, 1975 Gräfenberg Spätlese, 1959 Heiligenstock Spätlese und 1971 Wasserrose Kabinett, wow…. hammer…. puh!

…. was soll ich sagen…mir fehlen ein wenig die Worte, das muss man einfach getrunken haben….

Weingut Karl Joh. Molitor, Hattenheim

2007 Johann Baptist Spätburgunder trocken

eine positive Überraschung, sehr geschmeidig, samtig, großer Trinkfluss, offenbar genau auf dem Höhepunkt erwischt….

Das Weinwerk, Rüdesheim

2011 Ballrooms of Mars Rüdesheimer Magdalenenkreuz Spätburgunder trocken

ein wenig hart, karg und streng… das Gegenteil von einem Schmeichler

Weingut Georg Breuer, Rüdesheim

1987 Rüdesheimer Berg Schlossberg Riesling mit Künsteretikett

Der Ruf der Langlebigkeit der Weine von Breuer in Rüdesheim ist schon fast egendär. Das liegt auch daran, dass dieser Ruf fast immer dann aufs Neue gefestigt wird, wenn eine gut gereifte Flasche aus dem Keller geöffnet wird. Dieses Lob gilt umso mehr, als es auch für recht schwache Jahrgänge wie 1987 seine Berechtigung hat. Ich habe diesen 87er ohne große Erwartungen geöffnet, weil nach 27 Jahren auch ein Wein aus der Renommierlage Schlossberg schwächeln darf, da hilft dann auch das Künstleretikett nichts. Der Wein war – zugegeben – schon ein wenig müde, aber der beste trockene 87er, den ich in den vergangenen Jahren auf die Zunge bekommen habe. Am Gaumen viel Mandarine und Orangenschale sowie getrocknete Früchte. Verhaltene Oxydation, lebendige Säure, immer noch gute Länge…. ein „alter Herr“, der durchaus noch Freude bereitet und viele Erinnerungen an Bernhard Breuer weckt…

Erste und Große Gewächse – auch gereift ein Genuss?

2001    Rüdesheim Berg Roseneck Riesling Erstes Gewächs Weingut Allendorf

2002    Kiedrich Gräfenberg Riesling Erstes Gewächs Doppelmagnum Robert Weil

2007    Hochheim Hölle Riesling Erstes Gewächs Weingut Künstler

2007    Schloss Johannisberger Riesling Erstes Gewächs Schloss Johannisberg

2008    Erbach Siegelsberg Riesling Erstes Gewächs Doppelmagnum Weingut Jakob Jung

2008    Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling Erstes Gewächs Magnum August Kesseler

und wie reifen sie nun, die EGs und GGs…? Sehr gut, zumindest einige! Den Beweis trat kürzlich der VDP Rheingau an, als er Weinjournalisten und Weinbloggern ausgewählte gereifte Spitzenweine vorstellte, teils aus der Magnum und Doppelmagnum. Während die 2007er sich meines Erachtens gerade ein wenig schwierig verkosten, zeigen 2004 und 2008 derzeit in voller Pracht, wozu diese Jahrgänge fähig sind. Kesselers 2008 Schlossberg ist dafür ein beredtes Beispiel. Besonders überzeugend aber auch 2002 von Weil und 2001 von Allendorf, beide noch längst nicht müde, sondern munter und bereit für die nächsten Jahren im Keller… da hat sich gegenüber den früheren trockenen Spätlesen aus den neunziger Jahren einiges zum Guten gewendet...

Bausch mit Weinbar

Winzer Hans Bausch hat das Konzept seiner gemütlichen Schänke mit geschütztem Innenhof am Hattenheimer Ortsrand umgestellt… geöffnet ist jetzt jeweils samstags und sonntags von 14 Uhr an (Schlemmerwoche bis Oktober mit einer Sommerpause) und im Mittelpunkt steht allein der Wein. Dazu gibt es kleine Leckereien auf dem Schieferbrett… mit sehr gutem Käse, aromatischer Salami, feinem Serranoschinken und Olivern…. lecker. Genial dazu passen die trockene 2013er Spätlese aus dem Schützenhaus, die aktuell mein großer Favorit ist… aber auch der Pinot aus dem Spitzenjahr 2009, der halbtrockene 2013er Kabinett aus dem Schützenhaus oder – natürlich – die Ersten Gewächse (letzere gleich als Paar 2012 und 2013 bestellen… spannend!)

VDP Große Gewächse Riesling 2013

164 VDP-Weingüter stellen in diesem Jahr 502 Große Gewächse vor, darunter 283 Rieslinge…. ein hartes Stück Arbeit für 200 Weinfachleute im Kurhaus Wiesbaden, dem ich mich aber nicht in aller Ausführlichkeit und Vollständigkeit unterzogen habe. In diesem Jahr galt meine Konzentration allein den Rieslingen von Mosel, Mittelrhein, Saale-Unstrut, Nahe, Baden und Württemberg.. den Rheingau natürlich nicht vergessend…. insgesamt viel Säure, viele pikante, nervige Weine, dafür weniger „fette“ Brocken im Glas, teils moderate Alkoholgehalte... ein Jahrgang für die Könner unter den Winzern...

Mosel

Großartig. Nach diesem Urteil in einem Wort könnte ich schon aufhören, aber unter dem Strich hat mich die Region mehr als überzeugt. Natürlich mit Unterschieden. Ganz vorn mit dabei ist Heymann-Löwenstein mit dem Uhlen Blaufüsser Lay… Länge, Fülle, Geschmack… von allem jede Menge. Loosens Prälat fällt ebenfalls in diese Kategorie, elegant, spannend, komplex… damit könnte ich mich den ganzen Abend beschäftigen…. (übrigens auch Lay und Würzgarten sind absolut grandios!) von Clemens Busch gefällt Marienburg „Fahrlay“ außerordentlich, von Fritz Haag die „Juffer-Sonnenuhr). Und den heutigen Abend würde ich am liebsten mit dem Goldtröpfchen von Reinhold Haart verbringen.

Mittelrhein

Die zarte, filigrane Eleganz dieser Weine ist faszinierend. Zum Wiedererstarken dieser Region habe ich eben erst in der FAZ berichtet. Eine kurze Weinreise in diesem Sommer brachte nachdrückliche Aha-Erlebnisse. Sie wurden jetzt bestätigt. Ratzenbergers „Wolfshöhle“ und der „Hahn“ von Toni Jost, das sind meine beiden Favoriten, die eine finessenhafte Leichtigkeit ausstrahlen, wobei auch der Oelsberg von Lanius-Knab sehr beachtlich ist…

Nahe

In diesem Jahr steht die Nahe wieder einmal geschmacklich auf einem perfekten Platz zwischen Rheingau und Mosel. Hut ab vor dem Pittermännchen von Armin Diel, aber phänomenal gut gefielen auch der Pittersberg von Kruger-Rumpf und das Felseneck von Prinz Salm. Mit seiner Hermannshöhle bestätigt Dönnhoff seine außerordentliche Stellung an der Nahe… filigran, elegant und mit gutem Zug am Gaumen… zum Reinknien. Die expressiven Sponti-Noten sind bekanntermaßen nicht meine favorisierten Aromen (wer schnüffelt sich wirklich gerne durch faule Eier – wenn es nicht gerade JJ Prüm ist…???), aber dennoch: Schäfer-Fröhlichs GGs sind sehr beeindruckend, obwohl ich jeweils im direkten Lagen-Vergleich (Frühlingsplätzchen und Halenberg) dann doch für Emrich-Schönleber votiere…. sorry!

Baden

Ja, Baden ist Burgunderland und ich trinke dort vor Ort stets nur Weiß- und Grauburgunder, Pinot und Chardonnay, doch sie können auch Riesling… Auf Dr. Hegers Schlossberg lasse ich nichts kommen, ein fester, sehr guter Wein mit Zug am Gaumen. Doch auch der Mauer-Wein von Schloss Neuweier und der für mich bislang völlig unbekannte „Fyerst“ von Konrad Schlör nötigen demjenigen Respekt ab, der Riesling sonst am liebsten allein von Rhein und Nebenflüssen trinkt.

Württemberg

Die Schwaben haben 3x so viele Riesling GGs auf die Beine gestellt wie die Badener, und wer sie probiert, weiß warum. Zwar erscheinen viele auf den ersten Schluck recht kernig, nervig und säurebetont, doch die Substanz und Mineralität überzeugt am Ende doch. Ich mag vor allem Haidles Pulvermächer, Aldingers Bergmandel, Wöhrwags Kreidenstein und Schnaitmanns Götzenberg.

Saale-Unstrut

Das Weingut Pawis aus Freyburg bleibt in Wiesbaden der einsame Ost-Reiter…. der Wein selbst gefällt, kann aber nicht mit den Weißburgundern mithalten, die mich unlängst bei einer Probe auf dem Weingut selbst sehr überzeugt haben.

und der Rheingau?

Heimspiel… ja…. ich mach kein Hehl daraus, dass ich Kesslers Schlossberg, Weil´s Gräfenberg und die Jungfer von Prinz aktuell ganz oben sehe…. dazu gibt es jede Menge „Extremisten“ für „Spezialisten“, auch für Böckser- und Sponti-Süchtige, unter anderem für die Fans von Kühn und Knyphausen…. Ich ziehe geradlinigere Tropfen wie die von FB Schönleber, Allendorf, Jakob Jung und Johannishof vor… aber ich liebe auch die neue Linie von Ress und von Spreitzer und freue mich über stets verlässliche Erzeuger wie Wegeler und Künstler... und natürlich auch Schloss Johannisberg Silberlack... sehr gut!

Erste Gewächse Rheingau 2013

Im frisch restaurierten, historischen Hilchenhaus von Lorch haben die Rheingauer Nicht-VDP-Erzeuger ihre „Ersten Gewächse“ des Jahrgangs 2013 vorgestellt. Ein Ergebnis vorweg: So heterogen diese Gruppe ambitionierter Winzer im Hinblick auf ihre Philosophie und ihre Vertriebswege ist, so ambivalent war das Ergebnis der Verkostung. Das Spektrum reichte von großartigen Gewächsen bis zu „trockenen Spätlesen“, die offenbar nur mit viel Augenzwinkern die Anerkennungsproben überstanden haben. Über diese bereiten wir heute den Mantel des Schweigens, aber meine Punkteskala reichte von 80 bis 91. Langfristig aber ist solche Toleranz bei der Zulassung der EG schädlich für das Renommee des Gesamtprodukts. Einige Weine sind zudem für meinen Geschmack einfach zu süss geraten… da fehlt es am Leitbild eines großen trockenen (!) Rieslings… Manche Namen habe ich überdies schmerzlich vermisst (Himmel, Koegler, Speicher-Schuth, u.a.). Ein Abschied für immer? Sehr schade und kaum verständlich, dass etliche Weine auf der Liste waren, dann aber doch nicht zur Verkostung anstanden (Reinhartshausen, Dienst, Ernst). Und nun ans Eingemachte und die besten vorweg:

Der Hammer: Altenkirch 2013 Lorcher Pfaffenwies – ein Traum von Riesling mit unverkennbarer Herkunft, enormem Trinkfluss, eleganter Mineralität, guten Körper und feinen Schiefernoten… Kaufen !

Das Schlachtschiff: Schloss Schönborn 2013 Pfaffenberg – sehr gute Kombi aus Finesse und Kraft mit guter Struktur und Säure… ein Knaller

Der No-name: Sack 2013 Hochheimer Hölle … der Beste aus Hochheim mit klarem Vorsprung, sehr animierend, fest, fein balanciert, gute Säure, lecker

Die Überraschung: Schumann-Nägler 2013 Rothenberg…. nach dem genial-guten Rothenberg von Wegeler vorm Vortag muss ich mich unbedingt noch näher mit dem Potential dieses Weinbergs beschäftigen, sehr druckvoller Charakterwein mit Ecken und Kanten, aber guuuut.

Der Rote: Altenkirch 2012 Pfaffenwies Pinot Noir – superfein mit großer Zukunft

Ansonsten gilt: Der Bessere ist der Feind des Guten, und zu den SEHR guten zählen auch Mohr mit einem wunderbar mineralischen Bodental-Steinberg, Sohns und Goldatzel jeweils mit trinkfreudiger Finesse aus dem Kläuserweg sowie der Jesuitengarten von Johannes Ohlig. Nicht zu verachten auch Bauschs Engelmannsberg und das Schützenhaus aus dem Weingut von Stefan Molitor.

Mittelfristig müssen sich die Nicht-VDPler Gedanken machen, wie es mit den Ersten Gewächs weitergehen soll und ob nicht doch ein „Rheingau GG“ der richtige Schritt gewesen wäre… zudem muss ein homogeneres Leitbild auch für die Prüfgruppe her, was ein EG ist und wie es idealerweise schmecken sollte…. auch wenn damit Ärger programmiert ist…

2013 Große Gewächse VDP Rheingau

Im Vorfeld der Präsentation der Großen Gewächse in Wiesbaden ließ der VDP Rheingau die Bloggerszene nicht nur in die Luft gehen (s. meine Beiträge auf Facebook) sondern stellte an der Burgruine Scharfenstein in Kiedrich eine Auswahl der GG-Weine des Jahrgangs 2013 vor. Diese Kollektion hatte es in sich… keine Qualitätsausreißer nach unten… dafür etliche Weine, die noch für Gesprächsstoff sorgen werden… Mein Herz schlägt bei diesem Jahrgang besonders für August Kesseler, Fred Prinz und Weil sowie Allendorf… daneben gab es etliche bemerkenswerte und „interessante“ Weine… doch Trinkfluss und Trinkfreude sind noch immer die wichtigsten Kriterien… und hier nun die Kurzkritik:

2013    Hochheim Hölle Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Künstler

elegant, stoffig, viel Säure, aber auch viel Geschmack und Tiefgang, 90 WSP

2013    Walluf Walkenberg Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Toni Jost

einer meiner Lieblinge, filigran, gute Balance und Struktur, 91 WSP

2013    Kiedrich Gräfenberg Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Robert Weil

großer Riesling aus großer Lage, tänzerische Eleganz mit Substanz, 92 WSP

2013    Erbach Marcobrunn Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Oetinger

stoffig, voll, gute Länge, aber der Marcobrunn kann noch mehr, 89 WSP

2013    Erbach Siegelsberg Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Jakob Jung

gewohnt hohe Qualität aus Erbach, druckvoll, guter Zug am Gaumen, 91 WSP

2013    Hattenheim Wisselbrunnen Riesling VDP.Grosses Gewächs Baron Knyphausen

experimentell, holzgeprägt, polarisierender Charakter, nicht jedermanns Sache, 89 WSP

2013    Hallgarten Jungfer Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Prinz

Trinkfreude pur, Eleganz und Finesse, kühle Salzigkeit, genial gut, 91 WSP

2013    Hallgarten Schönhell Riesling VDP.Grosses Gewächs Wein & Sektgut Barth

verhaltende Frucht, in diesem Jahr nicht in meinem Favoritenkreis, 89 WSP

2013    Oestrich Doosberg Riesling geplantes VDP.Grosses Gewächs Weingut Kühn

typisch Kühn, Ausnahmewein, Charakterkopf, aber Trinkfluss? Fassprobe, 89 WSP

2013    Oestrich Rosengarten Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Josef Spreitzer

… der erste Rosengarten, der so heißen darf… elegant, finessenreich, sehr gut, 90 WSP

2013    Mittelheim St. Nikolaus Riesling VDP.Grosses Gewächs Wein & Sektgut Schönleber

guter Vertreter der Mittelheimer Lagen, 89 WSP

2013    Schloss Johannisberger Riesling VDP.Grosses Gewächs Schloss Johannisberg

einer der Topweine der Region, gute Länge und Frucht, 90 WSP

2013    Geisenheim Rothenberg Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingüter J. Wegeler

ein echter Charakterwein, sehr stoffig und fest, voller Körper, gut, 90 WSP

2013    Rüdesheim Berg Rottland Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Leitz

sehr geschmeidig, aber auch irgendwie glatt, schmeckt nach Mainstream, 89 WSP

2013    Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling VDP.Grosses Gewächs August Kesseler

einer der Top 3 der Probe ! Druckvoll, trinkfreudig, Eleganz und Finesse, 92 WSP

2013    Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling VDP.Grosses Gewächs Balthasar Ress

echt WÜRTZig ! ein Maul voll Wein, ehrlich, prägnant, lecker, 91 WSP

2013    Rüdesheim Berg Roseneck Riesling VDP.Grosses Gewächs Weingut Allendorf

hammergut, voll, guter Zug, gute Länge, sehr terroirgeprägt, klasse, 91 WSP

2012    Martinsthal Wildsau Spätburgunder VDP.Grosses Gewächs Diefenhardt´sches Weingut … sehr guter Pinot mit viel Zukunft, viel Würze, Tabak, Cassis !

Aus dem Verkostungstagebuch

Weingut Keßler, Martinsthal

1983 Martinsthaler Langenberg Riesling Spätlese

elegante Reife, dezente Süße, gute Säure, feine Balance, recht guter Vertreter aus 1983!

Weingut Schloss Reinhartshausen

2013 Inselwein Chardonnay & Weißburgunder – süffige Cuvée für jeden Sommertag

2013 Hattenheim Nussbrunnen – sehr stoffig, voll, Maul voll Wein !

Toni Jost, Bacharach

2012 Walkenberg GG – schmeckt perfekt auf dem Rhein vor Walluf, Hammer !

Schumann-Nägler, Geisenheim

2013 Cuvée S 575

2013 Cuvée N 575

die beiden Weine aus dem 575. Jahrgang des Weinguts… beide recht mineralisch, komplex, mit guter Fülle und Länge, hoher Trinkfluss, vor allem beim Weisswein… auch insgesamt ist der Jahrgang 2013 bei Schumann-Nägler sehr gelungen !

Thilo Strieth, Aulhausen

2013 Saxum & Blanc de Noir trocken & 2012 Schlossberg SpäBu unfiltriert

da kam auf dem Rüdesheimer Weinfest Freude auf, Saxum mit Finesse, Mineralität und Komplexität, Blanc de Noir gewohnt fruchtig und lecker, Pinot noch ganz jung und etwas verschlossen, aber mit sehr guten Ansätzen, fest im Körper, klare Linie, Trinkfluss

Fendel, Rüdesheim

2013 Rüdesheim Riesling „S“ – gute Balance und Fülle, Spasswein

Notizen von der Wiesbadener Weinwoche

Streifzüge über die Wiesbadener Weinwoche…. ein paar Entdeckungen ...

Schönleber-Blümlein, Winkel

2012 Mittelheimer St. Nikolaus Spätlese trocken – sehr dicht, stoffig, lecker

Weingut Ottes, Lorch

2013 Riesling „Schiefer“ trocken – ich liebe Schiefer! Wein voller Terroir satt!

Weingut Jakob Jung, Erbach

2013 Blanc de Noir – der Beste „Blanc“, den ich seit langem getrunken habe!

Weingut Abteihof, Johannisberg

1999 Riesling Spätlese – hat leider die besten Tage hinter sich

Weingut Chat Sauvage, Johannisberg

2013 Pinot Noir Rosé – für mich der aktuell beste Rosé im Rheingau !

Weingut Goldatzel, Johannisberg

2013 Riesling „Bestes Fass“ – einfach nur gut und lecker !

Hans Lang, Hattenheim

2013 Weißburgunder S – sehr cremig, ein Schmeichler mit Tiefgang!

Freimuth, Marienthal

2013 Sauvignon blanc – grüne Noten, Stachelbeere, belebender Charakter

Laquai, Lorch

Barth, Hattenheim

Pinot Rosé brut – klasse Sekt für eine Rieslingpause

2013 Riesling vom Schiefer – sehr mineralisch, komplex, dicht, sehr gut, ein Maul von Schiefer der feinen Art!

Peter Jakob Kühn, Oestrich

2013 Riesling Quarzit – Charakterwein mit typischer Kühn-Handschrift, markant und elegant

Allendorf, Winkel

2012 Hasensprung Riesling Großes Gewächs – großer Wein mit Fülle, Länge und Substanz 

Aus dem Verkostungstagebuch

Weingut Robert Weil Kiedrich

2013 Gutswein, Kiedricher, Klosterberg, Turmberg, 2012 Gräfenberg GG, 2013 Turmberg Spätlese und Gräfenberg Beerenauslese sowie 2007 Gräfenberg Auslese…. also wieder einmal ein Husarenritt auf höchstem Niveau durch das Weil-Sortiment, und jede Wiederholung erhöht den Reiz tatsächlich. Wieder einmal schält sich für mich der trockene Turmberg als mein Liebling heraus, ohne die absolute Klasse des Gräfenberg deshalb missachten zu wollen. Der Klosterberg scheint mit jedem Jahr seit der Aufnahme ins Weil´sche Berglagentrio besser zu werden. Erfahrung ist einfach mit und durch nichts wett zu machen! Die 2007 Gräfenberg Auslese als flüssiger Beleg, dass die Edelsüßen einfach immer viel zu früh getrunken werden… zeigt nach sieben Jahren ansatzweise, wozu diese Entwicklung noch führen kann…. Wer kann, wartet ab !

Weingut Koegler, Eltville

2009 Spätburgunder Rubeus – dicht, komplex, überwältigend, ein toller Pinot, wenn auch eher ausbau- als terroirgeprägt!

2008 Eltviller Sonnenberg Spätburgunder 1. Gewächse – Eleganz, komplex, groß!

2007 Riesling Johannes G. – cremige Eleganz, vielleicht jetzt auf dem Höhepunkt !

Domaine Weinbach, Kaysersberg

2002 Riesling Schlossberg Alsace Grand Cru

Umwerfend! Hammer! Vor einiger Zeit habe ich die Domaine Weinbach im malerischen Kaysersberg besucht und war vom leicht morbid-charmanten Zauber des Weinguts beeindruckt. Damals habe ich fast das gesamte aktuelle Sortiment verkostet. Riesling und Gewürztraminer hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Nun kam mir der Inhalt dieser Flasche auf den Gaumen, und „Groß“ ist das richtige Adjektiv für diesen Wein. Nach zwölf Jahren der Reife präsentiert sich der Wein mit einer phänomenalen Frische. Entkleidet aller betörender Primäraromen zeigt sich der feste, von angenehm kühler Mineralik geprägte Wein als französischer Charakterkopf druckvoll, mit Ecken und Kanten, aber gleichwohl große Trinkfreude entfaltend. Der Preis ist hoch…. aber der Wein ist noch mehr wert! Chapeau!