• Weinverkostung - Oliver Bock

    Hier verkostet der Weinschmecker. Er bewertet, lobt und kritisiert, was ihm auf die Zunge kommt und er veröffentlicht im Weinblog auszugsweise seine Degustationsnotizen und Weineindrücke sowie seine Weinerlebnisse auch außerhalb des Rheingaus.

Neustart bei Fraund

In Winkel hat Thomas Fraund sein "Fraund´s Restaurant" in "Zehntenhofschänke" umbenannt, sein gastronomisches Konzept überarbeitet und sich völlig neu aufgestellt. Fein! Besonders lecker hat uns beim Premierenbesuch das Vitello „Goethe“ geschmeckt, aber auch der Handkäs im Schinkenspeck ist exzellent. Die Karte macht schon Lust auf den nächsten Besuch.

2012 Johannes Ohlig Riesling Alte Reben trocken

sehr süffig, gut, passt als Allzweckwaffe zu fast allen Gerichten, aber ich fürchte, es war eine der letzten Flaschen….

Gillert geht nach Erbach

Benjamin Gillert gibt als Pächter das seit 2010 betriebene "Alte Rathaus" in Oestrich auf und sucht einen Nachfolger. Er selbst hat als Pächter das „Hotel Tilmanns“ in Eltville-Erbach übernommen und führt es unter dem Namen „Parkhotel Tillmanns“ als Hotel garni weiter. Das Hotel mit seinen 18 Gästezimmern, den Tagungsräumen, der großen Terrasse und dem 6000 Quadratmeter großen Park will der 33 Jahre alte Sommelier auch für Veranstaltungen aller Art, natürlich auch zum Thema Wein, nutzen. Zudem bietet Gillert einen Catering-Service an. Offiziell neueröffnet werden soll das „Parkhotel Tillmanns“ am 1. April.

aus dem Verkostungstagebuch

Weingut Keßler, Martinsthal

Auch in der Schänke von Familie Keßler ist die Winterpause vorbei. Die 2012er haben sich sehr gut entwickelt, vor allem die harmonischen 2012 Wildsau Riesling Kabinett trocken und halbtrocken sowie der 2012 Riesling Stefan K.

Weingut Mehl, Walluf

2010 Spätburgunder trocken und 2009 Spätburgunder „S“ – der 2010er sehr rau und sehr säurebetont, 2009 dagegen sehr voll, üppig, gute Tanine und Frucht. Die sehr, sehr rustikal-traditionelle Schänke, vor gut 20 Jahren im ehemaligen Faßkeller eröffnet, könnte aber sehr gut ein Lifting gut vertragen.

Weingut Klerner, Walluf:

2012 Riesling Edition, 2012 Walkenberg Spätlese, 2012 Weißherbst und 2012 Blanc de Noir – allesamt durchaus respektabel. Gute Frische und Frucht. Für die schon Anfang der 80er Jahre gegründete Schänke neben der katholischen Kirche gilt dieselbe Einschätzung wie für das fußläufig nicht weit entfernte Weingut Mehl…. und für noch die eine oder andere mehr in Walluf… aber noch zehrt die älteste Weinbaugemeinde des Rheingaus von ihrem enormen Standortvorteil

 

Besuch im Weingut Erhard

Wieder ein Umbruch im Weingut Erhard in Rüdesheim. Die Verbindung zum Weingut Künstler ist nach gut zwei Jahren schon wieder gelöst, Carl Erhard bewirtschaftet die 13 Hektar Rüdesheimer Weinberge wieder alleine. Das Sortiment ist neu aufgestellt und lehnt sich jetzt an die schlüssige VDP-Pyramide an… ein erster, schneller Gang durch die 2013er:

2013 Rheingau Riesling trocken – sehr fruchtig, frisch, reintönig, Spasswein

2013 Rüdesheim Riesling trocken – der Ortswein, guter Zug am Gaumen, gute Säure

2013 Rüdesheim Klosterberg … die „1. Lage“, sehr vielversprechend, saftig, Essensbegleiter

2013 Rüdesheim Roseneck, Bischofsberg, Rottland …. die 3 „Großen“ Lagen, sehr elegant, mineralisch, guter Nachhall, Würze, florale Noten, Roseneck aktuell klarer Favorit

2013 Spätburgunder Rosé – der perfekte Wein zum Grillen und Chillen, zartrosa, fruchtig

2013 Grauburgunder – sehr stoffig, rebsortentypisch, guter Nachhall….

und dann….

tja, das Wijnhuis ist Geschichte, die beliebte Straußwirtschaft ist der neuen Weinbar gewichen, Carl Erhard hat sich damit auch einen Traum erfüllt. Wir sind sehr gespannt, ob das „junge“ Konzept dauerhaft trägt… in jedem Fall ist das eine Bereicherung für den Rheingau. Hoffen wir, dass das auch jeder merkt!

Drohen extrem frühe Blüte und Ernte?

Wenn das mit Wetter so weiter geht, könnte der Beginn der Ernte im Rheingau wieder auf Anfang/ Mitte September 2014 fallen – mit allen Risiken und Erschwernissen. Nur 2006/07 sowie 1974/1975 (als die Eisweinernte wie mit diesem Jahrgang ganz ausfiel) waren noch wärmer als 2013/14. Tatsächlich fiel der diesjährige Winter im Rheingau auf einen einzigen Tag: Nur am 27. November blieb die Temperatur im Rheingau den ganzen Tag unter dem Gefrierpunkt. Aktuell liegt die Vegetation vier Wochen vor einem Durchschnittsjahr. Somit könnte sich vielleicht das ungewöhnliche Weinjahr 2007 „wiederholen“, als März und April extrem sonnig und trocken waren. Die früheste jemals beobachtete Rebblüte begann dann am 24. Mai, die Lese entsprechend früh! Mal sehen, was das in diesem Jahr so gibt....

aus dem Verkostungstagebuch

Eva Fricke, Hattenheim: 2012 Lorcher Riesling und 2012 Lorcher Schlossberg Riesling

Zwei exzellente Weine zum Hummermenü im Kronenschlösschen. Der Lorcher überzeugte mit einer kühlen Note, sehr reintönigen, kräutrigen, leicht minzigen Aromen, fein eingewobenen Schiefernoten, einer salzigen Mineralität und gutem Abgang. Der Schlossberg aus alten Reben erwies sich als Wein von sehr eleganter Mineralität mit großem Tiefgang, dabei aber sehr voll und ausgesprochen gut balanciert. Mehr davon, und Hut ab, was Eva Fricke aus ihren 5,5, Hektar Steillagen so hervorzaubert!

Hamm, Winkel: 2012 Jesuitengarten und Hasensprung jeweils Kabinett trocken, beide sehr gut, aber der Jesuitengarten hat mit seiner belebenden Art die Nase vorn… derzeit! 

Allendorf, Winkel: 2012 Hasensprung Riesling Spätlese – saftig, süß, lecker

Fritz Keller, Oberbergen: 2010 Weißburgunder A – in der Nase viel Holz, aber im Geschmack sehr cremig, geschliffen, exzellent

La Croix, Saint Adealin: 2009 Pouilly fume Sauvignon blanc APFC – sehr feine, würzige Art, nicht parfümiert sondern elegant, lecker

Beringer, Napa Valley: 2011 Chardonnay Napa Valley, sehr voll, mächtiger Körper, gute Opulenz

Große VDP- Weinpräsentation

Rund 30 VDP-Weingüter und zehn Erzeuger aus dem Trentino präsentierten sich im Dormitorium von Kloster Eberbach. Der Weinschmecker war diesmal ganz auf 2012 Charta- und Große Gewächs-Weine konzentriert... und beeindruckt von der Entwicklung, die manche GGs erfahren haben... was Flaschenreife so manchmal bewirken kann..

Meine Favoriten:

2012 Charta: Spreitzer, Jakob Jung, Freimuth, Flick, Johannishof und Allendorf

2012 GGs: Barth Schönhell, Johannishof Hölle, Jung Siegelsberg, Kühn Doosberg, Lang und Spreitzer mit Wisselbrunnen, Knyphausen mit Steinmorgen

und Trentino, nun ja, die Endrizzi-Weine habe ich schon vor einiger Zeit verkostet (2009 Gran Masetto!), sehr gut auch: Mezzacorona 2007 Teroldego Rotaliano DOC Mezzacorona Nos Riserva !

Quo vadis, Weinauktionen ?

Drei Stunden Frühjahrsversteigerung der Hessischen Staatsweingüter im Kloster Eberbach. 34 Lose versteigert, 63.000 Euro Umsatz, 450 zufriedene Besucher, dazu 1650 Euro für eine Flasche 1959er Spätburgunder Naturrein (klasse Pinot!) und 1550 Euro für eine Steinberger TBA aus dem gleichen Jahrgang. Also alles gut? Keineswegs!

Die (zumindest hessischen) Weinauktionen sind ein Sanierungsfall, wenn sie mehr sein wollen als eine nette Nachmittagsunterhaltung mit Anekdoten und Gelächter für 400 Weinnasen. Die Weinauktionen an der hessischen Bergstraße gibt es schon seit Jahren nicht mehr, die Raritätenauktionen des VDP sind (offenbar) Geschichte. Zum hundertjährigen VDP-Jubiläum fiel die avisierte große Raritäten- Auktion wegen interner Querelen aus. Im Rheingau gibt es statt einst drei inzwischen nur noch zwei Auktionen im Jahr. Die Zahl der Lose ist geringer geworden, und die großen Höhepunkte bleiben seit einigen Jahren aus. Zugpferde wie einst das Weingut Weil bieten keine BA und TBA Goldkapsel mehr an und bescheiden sich mit einer Versteigerungs-Auslese. Woran liegt´s? Selbst in diesen Zeiten, in denen das billige Geld angeblich locker sitzt und auf dem Konto keine Zinsen bringt? Zeit für eine Klärung: Will die Auktion nur eine Werbe- und Marketingauktion sein? Will sie mehr als nur einen netten Tagesumsatz generieren? Ist ihre Zukunft die einer weinfolkloristischen Gaudi für Touristen und ein Wein-Gelage? Oder geht es wirklich ums Weingeschäft auf hohem Niveau? Es scheint an der Zeit, dass sich der VDP nicht länger um die Antwort drückt …. aber hat er eine ?

Pinot teurer als TBA

Rund 450 Weinfreunde haben im Dormitorium von Kloster Eberbach die Frühjahrsauktion der Hessischen Staatsweingüter verfolgt. Der höchste Preis wurde mit 1650 Euro für den Benefizwein, einen 1959er Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder, gezahlt. Der zweithöchste Preis wurde für einen weiteren Wein aus dem herausragenden Jahrgang 1959 erzielt, eine Steinberger Riesling Trockenbeerenauslese: 1550 Euro. Insgesamt rief Auktionator Leo Gros 34 Weinpartien zur Versteigerung auf. Den Gesamtumsatz gaben die Staatsweingüter mit 63.000 Euro an. Bemerkenswerte Preise wurden mit 710 Euro auch für eine Flasche 1964er Steinberger Riesling Beerenauslese und mit 200 Euro für jeweils eine „halbe“ (0,375 Liter) Flasche einer 2007er Rauenthaler Baiken Riesling TBA gezahlt. Die besten Weine der Auktion waren:

2009 Höllenberg Pinot Noir „Cabinetkeller“ – sehr fein, ausdrucksstark, elegant

2012 Steinberger Crescentia Riesling – besser als Baiken und Marcobrunn Crescentia

2012 Steinberger Crescentia Riesling Kabinett – frucht-fein, gute Säure und Balance

2009 Steinberger Mauerwein Spätlese – besser als aus 2007, 2012, 2006, 2005

2004 Steinberger Riesling Auslese – elegant, würzig, fein

1994 Steinberger Riesling Eiswein – close zu perfection

1959 Assmanns. Höllenberg Pinot Noir Natur Cabinet aus dem Schatzkeller der Staatsweingüter

Mit 1650 Euro für diese Rarität aus der Schatzkammer von Kloster Eberbach schlug der Pinot Noir alle anderen Weine auf der Frühjahrsauktion der Hessischen Staatsweingüter, auch eine TBA (!) aus dem gleichen Jahrgang. Ein Glück für den Wiesbadener Hospizverein Auxilium, dem der Erlös dieser Wohltätigkeit der Staatsweingüter zufließt. Aber auch der Käufer ist durchaus zu beneiden, denn dieser Rotwein ist ein gutes Beispiel für das enorme Alterungspotential der Assmannshäuser. Wir hatten das Glück, ihn im Glas zu haben: In der Farbe eher rotbraun und leicht überreif wirkend überzeugt der Pinot vor allem im Bukett und Geschmack. Die Nase erschnuppert zarte Röstaromen und Noten von würzigem Tabak und Leder. Am Gaumen erweist sich der Pinot als spannend, vielschichtig und komplex. Die Frucht zeigt sich eher verhalten. Der Wein überzeugt vor allem durch seine zurückhaltende, aber noble Eleganz und beeindruckende Grazie. Ein gereifter Tänzer unter den deutschen Burgundern, und noch längst nicht am Ende seiner Tage….

Besuch bei Speicher-Schuth

Es tut sich was bei Speicher-Schuth in Kiedrich, wo die Freude über Sohn David groß ist. Baustoffe und Werkzeuge verkünden schon am Eingang einen neuen Aufbruch. Die "alte", bieder-barocke Schänke ist Geschichte. Sie wird gerade in viel Eigenarbeit in eine Vinothek umgebaut, auf die wir schon sehr gespannt sind. Die vor einigen Jahren eingerichtete "neue" Schänke im ersten Stock ist wie immer gut gefüllt (und aktuell bis 31. Mai geöffnet). Leider ist der 2012er Gräfenberg trocken schon ausgetrunken, aber der famose 2012 Wasseros Riesling Terroir tröstet uns gut über diesen Verlust hinweg. Ein sehr mineralischer Tropfen, reintönig und filigran, vor allem aber animierend! Der trockene 2012 Riesling Sandgrub ist sehr saftig und süffig, easy drinking auf hohem Niveau (und zum kleinen Preis). Phänomenal gut gefällt uns der 2012 Pinot Noir trocken (für nur 8,50 ein Schnäppchen), noch mehr Reifezeit in der Flasche braucht der 2011er Pinot aus dem Barrique. Etwas schwer tun wir uns nach wie vor mit dem 2012 Ersten Gewächs aus der Wasseros...

Besuch bei F.B. Schönleber

Das jüngste Mitglied des VDP Rheingau, F.B. Schönleber in Winkel, fühlt sich sichtlich wohl im Kreis der Prädikatsweingüter. Die neue VDP-Qualitätspyramide wurde mit dem Jahrgang 2012 konsequent umgesetzt mit der Folge eines deutlich klareren Sortiments. Ein großer Gewinn sind die trinkfreudigen Ortsweine als Basis, vor allem der trockene und der halbtrockene 2012er Oestricher mit viel Zug am Gaumen und feiner Frucht. Von den beiden Großen Gewächsen geben wir dem 2012 Doosberg GG knapp den Vorzug vor dem Mittelheimer St. Nikolaus GG...

Auftakt 18. Rheingau Gourmet Festival

Das 18. Rheingau Gourmet & Wein Festival hat begonnen... mit einer fröhlichen Welcome Party in Kloster Eberbach. Bis zum 19. März geht es jetzt rund... Ich habe mich zur Eröffnung auf 5 Rotweine konzentriert, die aller Ehren wert waren:

Chat Sauvage: 2006 Johannisberger Hölle Pinot Noir und 2006 Lorcher Kapellenberg, dazu 2005 Pinot Noir Schiefer - letzterer ungemein rund, geschmeidig und elegant. Die 2006er zeigen das große Potential, das diese Weine auch bei Lagerung haben, viel Cassis, leicht rauchige und würzige Noten, viele Tanine aber lecker

Robert König: 2011 Assmannshäuser Höllenberg Spätlese trocken und 2011 Auslese trocken - zwei sehr gute Pinot Noir. Sehr erfreulich, dass die Qualitätskurve bei Robert König eindeutig (wieder) nach oben zeigt...

Erste Gewächse Jahrgang 2009

Erste Gewächse Rheingau,  2009 Riesling

Bei einer privaten Probe präsentierte der Gastgeber großzügig diese Ersten Gewächse aus dem Jahrgang 2009

Robert Weil Gräfenberg – erste Sahne, elegant, komplex, gehört zur absoluten Spitze des Jahres

Schloss Johannisberg Silberlack – fest, körperbetont, guter Zug am Gaumen, etwas hart

Künstler Hölle – ein wenig hart am Gaumen, aufwühlend aber mit feinen Ecken und Kanten

Prinz Jungfer - sehr fein, filigran, typisch Berglage, geschmeidig, große Trinkfreude

Wegeler Rothenberg – recht oxydativ, überreif, Flaschenfehler? Leider keine Konterflasche parat...

Felton Road 2011 Riesling – der „Pirat“, eher halbtrocken, opulent, etwas breit

Verkostet: Rotweine international

Bouchard Finlayson, Walker Bay: 2009 Galpin Peak Pinot Noir
erstklassiger Pinot, tiefgründig, voll, ausbalanciert, ein Genuss
Schug, Sonoma County: Sonoma Coast Pinot Noir
erfüllt nicht ganz die hohen Erwartungen, recht ruppig
Cloudy Bay, Marlborough: 2008 Pinot Noir
Wow, fein, elegant, filigran, sehr rund (aber daher auch ohne jede Ecke und Kante), Neue Welt auf hohem Niveau
Méo-Camuzet, Burgund: 2009 Nuits-St.Georges
typisch Burgund, nicht leicht zugänglich, aber komplex und
Felton Rock, NZ: 2010 Bannockburn Pinot Noir
guter Pinot, viel Würze, langer Nachhall

Nach dem Weinskandal...

..., der vor 16 Monaten den Rheingau in Aufruhr versetzt, den VDP erschütterte und eines der angesehensten Weingüter in schwere Nöte brachte, kehrt im Hattenheimer Weingut Schloss Schönborn allmählich wieder Ruhe ein. Geschäftsführer Torsten Kuhne und Verwalter Steffen Röll verantworten eine umfassende Restrukturierung des Betriebs mit zwei Zielen: verlorene Kunden zurück- und neue hinzugewinnen sowie eine schnelle Rückkehr in den VDP. Die Mitgliedschaft hatte Paul Graf von Schönborn auch für das fränkische Weingut zum Jahresende 2013 beendet, dabei gehört Schönborn zu den Mitbegründern des VDP. Doch der Adler ist nun erstmal weg. Juristisch ist der Skandal um 22 beanstandete Rheingauer und drei fränkische Weine noch immer nicht aufgearbeitet, noch ist (gegen den früheren Betriebsleiter) keine Strafe für unzulässig verschnittene und deklarierte Weine, verbotene önologische Verfahren und den unzulässigen Zusatz von Weindestillat verhängt worden. Zur aktuellen Restrukturierung gehört auch eine offene Kommunikation. Die Jahrgangspräsentation kehrt künftig wieder an die Produktionsstätte zurück. Die Pflege der Weinberge wurde neu geordnet. Ein Zehntel der 50 Hektar Rebfläche wird neu bepflanzt. Die Monopollage Pfaffenberg wird probeweise nach ökologischen Richtlinien. Das Weinsortiment wird gestrafft, die Flaschenetiketten wurden überarbeitet. Im Holzfasskeller sollen bald schon die ersten neuen Fässer aufgestellt werden. In Hattenheim hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Jede Krise ist eine Chance für grundlegende Veränderungen.

Diverse Fassproben zeigen ein gutes Potential des Jahrgangs 2013, allesamt mit guter Frucht, reintönig, Trinkfreude, die Lagenweine von guter Struktur und angehender Komplexität, dazu:

2004 Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese – sehr gut ! 

Das Vier-Mädel-(Sekt-)Haus

Vier Frauen halten jetzt die Sektkellerei Solter in Rüdesheim auf Kurs. Nach dem plötzlichen Tod des begnadeten Rüdesheimer Sektproduzenten Helmut Solter im Oktober 2013 ist der Fortbestand des Familienunternehmens gesichert. Witwe Verena Solter wird das 1988 gemeinsam mit ihrem Mann gegründete Unternehmen fortführen und die rund 70 Winzerkunden weiter bedienen. Darunter sind viele bekannte Namen wie Breuer, Weil, Ress, Allendorf, Wegeler. Nun hat ein Frauenquartett am Rüttelpult das Sagen: Verena Solter als Geschäftsführerin, Vertriebschefin Betty Enchelmaier-Tietz, Außenbetriebsleiterin Sabrina Schach und Bettina Appelshäuser, die Produktionsleiterin. Mit Helmut Schmoranz und Peter Perabo wurden zwei Experten als Berater verpflichtet, um die Qualität hoch- und den eindrucksvollen Solter-Stil beizubehalten. Die meisten Stammkunden wollen bei der Stange bleiben. Die zehn Hektar eigenen Weinberge werden für die Marke „Solter“ weiter bewirtschaftet. Im Keller liegt ein verheißungsvoller Jahrgang 2013, den Solter als sehr gutes Startkapital bezeichnet. Und mit Sohn und Tochter Solter steht vielleicht ja auch in einigen Jahren die nächste Solter-Generation zum Einstieg bereit.

Verfault statt gefroren

Zum zweiten Mal seit Beginn der detaillierten Aufzeichnungen des Weinbauamtes im Jahr 1934 fällt im Rheingau die Eisweinlese aus. Den bislang einzigen, von der Natur erzwungenen Verzicht gab es mit dem Weinjahrgang 1974. Damals wurde der kälteste Tag des Winters mit minus drei Grad am 17. Februar 1975 verzeichnet. Der frostigste Tag dieses Winters war bislang der 17. Dezember, aber mit minus 4,2 Grad in Winkel und nur minus 1,4 Grad im Steinberg war an Eiswein nicht zu denken. Selbst das Weingut Weil, das unter Wilhelm Weil seit 1989 unterunterbrochen jedes Jahr Eiswein erzeugt hat, ließ die Folien inzwischen entfernen und gab die faulen Trauben den Vögeln preis. Tatsächlich wäre eine Eisweinlese im Februar überraschend gewesen, denn seit 1934 war das erst einmal im Rheingau der Fall: Im Jahr 1983 war der 1982er Eiswein erst zwischen dem 16. und 23. Februar eingebracht worden. Die früheste bekannte Eisweinlese war 1897 schon am 15. November. Nach einer Aufstellung des Weinbauamtes wurden im Rekordjahr 2002 mehr als 32.000 Liter Eiswein geerntet, 1990 und 2005 dagegen waren es nur rund 6000 Liter. Und 2013: Null.

Vaux übernimmt Erbslöh

Zum Jahresbeginn hat die Sektkellerei Schloss Vaux die knapp sieben Hektar Weinberge des bisher von Josef Leitz gepachteten Weinguts Erbslöh für die Pachtdauer von 15 Jahren übernommen. Bis zu 75.000 Flaschen kann Schloss Vaux nun ganz nach eigenen Vorstellungen erzeugen, vielleicht ja sogar einen eigenen Grand Cru. Wir sind gespannt. Mit Christoph Graf ist ja schon seit einiger Zeit ein neuer Vertriebsleiter als Mitglied der Geschäftsleitung dabei.

Bergtour in Kiedrich

Man muss kein Bergsteiger sein, um in Kiedrich eine bemerkenswerte Bergtour zu unternehmen: 2012 Klosterberg, Turmberg und Gräfenberg GG, das Trio der Weil´schen Berglagen beginnt 15 Monate nach der Ernte nun langsam seinen wahren Charakter zu enthüllen. Der zarte Einfluss der neuen, großen Holzfässer schlägt sich in bemerkenswert guter Balance und Struktur der Weine nieder. Der jüngste der drei Berglagenbrüder, der Klosterberg, offenbar sich dank deutlich spürbarer Spontanvergärung als vergleichsweise ruppiger, wilder Geselle, während der 2005 erstmals gefüllte Turmberg mit dem wachsender Alter der Rebstöcke immer mehr an Finesse und Souveränität gewinnt. Der Gräfenberg hingegen zeige aristokratische Grandesse, fest am Gaumen, guter Zug, nicht zu muskulös, Eleganz im Vordergrund, ein großer Wein ohne zuviel Power, bei dem jeder Schluck schon nach dem nächsten verlangt. Die nächste Tourenplanung steht: Roseneck, Rottland und Schlossberg auf dem Rüdesheimer Berg….  


Tasting mit Lucas Pichler

Einer der ganz Großen unter den österreichischen Weinmachern, Lucas Pichler, hat kürzlich einem kleinen Kreis seine 2011er Kollektion aus der Wachau präsentiert, auch um einer Kampagne im Netz gegen angebliche Medizinaltöne in seinen Weinen wie dem Kellerberg Smaragd den Boden zu entziehen. Das ist insofern gelungen, als die Weine sich zwar sehr reif, aber durchaus imposant präsentierten (wenngleich der Kellerberg mit seiner jodig-salzigen Note und seinem Alkohol wirklich der Schwächste und Schwierigste war.

Kurznotiz:

Grüner Veltliner Smaragd M – dick, mächtig, fest und muskulös
Riesling Loibner Loibenberg Smaragd – opulent, breitschuldrig, gut
Riesling Unendlich Smaragd – voll, breit, imposant
Riesling Loibner Steinertal Smaragd – sehr mineralisch, kühle Aromatik

Bibo gründet Weingut

Ein halbes Jahr, nachdem Walter Bibo die Geschäftsführung von Schloss Reinhartshausen niedergelegt und Familie Lergenmüller selbst das Heft in die Hand genommen hat, meldet sich Bibo wieder in der Öffentlichkeit…. als neuer Weinguts- und Kellereibesitzer. Er habe gemeinsam mit Kai Runge aus Gaggenau in Hallgarten ein neues Unternehmen gegründet, teilt Bibo mit und lässt ein wenig Frust durchklingen, dass seine reichen Erfahrungen in der Branche (u.a. auch Dr. Heger, Ihringen) offenbar weniger gefragt waren als erwartet… Nun heißt es also, auf die ersten Produkte der Bibo & Runge Wein GmbH & Co.KG zu warten… ein Keller sei schon gemietet und einige Jungweine angekauft….

Weinblog 2013

Alte Kameraden

in den vergangen Wochen kam mir etliche gereifte Weine auf die Zunge, und es war fast ausnahmslos genussreich. Und hier die besten Beweise gegen den „Jugendwahn“ – während die ersten Winzer schon mit 2013er werben….

Schloss Groenesteyn: 1975 Gräfenberg Riesling Spätlese

Conrad Schilson: 1971 Lorcher Kapellenberg Spätlese

Schloss Schönborn: 1994 Rüdesheimer Rottland Spätlese

Jacob Fischer Erben: 1959 Eltviller Kalbspflicht Riesling Auslese Cabinet

Jacob Fischer Erben: 1975 Kiedricher Sandgrub Riesling Spätlese

Schloss Reinhartshausen: 1983 Rheinhell Riesling Spätlese

Künstler 2008 Hochheimer Hölle Riesling 1. Gewächs Magnum

Himmel: 2008 Riesling Erstes Gewächs

Schlossböckelheim: 2007 Hermannsberg Riesling GG

 

Künstler, Hochheim

Die Adventsweinprobe bei Künstler habe ich diesmal ausschließlich zur Verkostung der Ersten Gewächse und der Spitzenrotweine genutzt. Meine Favoriten

2012 Kirchenstück Riesling Großes Gewächs – nervig, lecker, groß

2012 Rüdesheim Berg Rottland Großes Gewächs – die Spitze des Jahrgangs, wäre da nicht noch die „Hölle“

2012 Hölle Goldkapsel – toptoptop

2011 Spätburgunder Hochheimer Stein Großes Gewächs

2011 Hocheimer Reichestal Großes Gewächs

 

Léoville-Las-Cases

1999 Grand Vin de Leoville, Deuxieme Cru

Das tiefdunkle, schimmernde Rubinrot imponiert dem Auge. Die Nase über dem Glas erschnuppert einen komplexen, verwobenen Duft von würzigem Tabak, reifen Brombeeren und fruchtiger Sauerkirsche. Den Gaumen erfreut ein Bordeaux überragender Güte. Voller Körper, hohe Konzentration. Ein vielschichtiger, intensiver Tropfen, gut ausbalanciert, mit nobler Würze, feinen Tanninen, guter Struktur. Geschmacklich dominiert von edlem Cabernet Sauvignon geben ihm der sanfte Merlot, ein wenig Cabernet Franc und nicht zuletzt ein Schuss Petit Verdot den letzten, eleganten Schliff, für den Chateau Léoville-Las-Cases unter Liebhabern und Kennern so geschätzt wird. Napoleon sei Dank! Das 97 Hektar große Gut am nördlichen Ende der Gemeinde Saint-Julien gehört nach der Klassifikation der besten Weingüter des Médoc von 1855 „nur“ in die zweite Reihe. Das belässt Léoville-Las-Cases den Status eines Weins und bewahrt die Tropfen eines der ältesten und renommiertesten Güter des Médoc davor, allein Statussymbol und Spekulationsobjekt zu werden, wie es das aus Sicht der Weingenießer bedauerliche Schicksal der Premier Crus ist. Weinkritiker wie Robert Parker bestätigen mit hohen Bewertungen regelmäßig die Ausnahmestellung dieses Weinguts. Und Horst Dohm, der weitsichtige und anerkannte „Weinpapst“ der FAZ hat den Weinen von Léoville-Las-Cases in seiner legendären Reihe „Flaschenpost aus dem Bordeaux“ zu Recht bescheinigt, dass diese keine Nachhilfe durch irgendeine Form der Reklame bedürfen: „Ihr Ruf ist ohne Makel“. „Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch“, heißt es so treffend in Schweden. Umso besser für den Gedankenaustausch, wenn der begleitende Wein ein herausragender ist. Der Abgang des roten Léoville-Las-Cases ist phänomenal: Intensiv, lang, nachhaltig, ohne jene unangenehme Sättigung, wie sie die alkoholreichen Kraftweine aus sonnenverwöhnten neuen Weinwelten nicht selten provozieren, sondern mit jener mediterranen Eleganz und aristokratischen Souveränität, die nach dem nächsten Schluck verlangt.

 

Endrizzi

kleine Probe mit 4 Endrizzi-Weinen

2012 Serpaiolo

2011 Meria

2010 Masetto Nero

2009 Gran Masetto

insgesamt eine nette Kollektion, allerdings sind die Topweine wie der Gran Masetto doch stark von Alkohol und Holz geprägt, während die einfacheren Weine mehr Frucht und Frische ausweisen könnten.

 

Schloss Wackerbarth, Sachsen

2011 Radebeuler Goldener Wagen Riesling Spätlese trocken

klasse „Ossi“, gute Frucht und Balance, viel Trinkfreude! Ich muss doch unbedingt bald mal hinfahren…

 

Freimuth

Wir warten aufs Christkind… am liebsten in der Winterstraußwirtschaft von Familie Freimuth in Marienthal. Einer schöner Blick in Rheintal, kreative Winzerküche, gepaart mit feinen Weinen, was will man mehr…

2012 Riesling Zero – inzwischen ein Markenzeichen von Freimuth, knalltrockengut

2012 Riesling Alte Reben – stoffig, guter Nachhall, fein

2011 Magdalenenkreuz SpäBu Erste Lage – vielleicht der beste Rote, den wir bislang von Freimuth getrunken haben…

Schloss Westerhaus, Ingelheim

Nach einigen Jahren Pause haben wird endlich mal wieder das so schön gelegene VDP-Weingut Schloss Westerhaus besucht und umfassend das Sortiment verkostet. Insgesamt eine sehr gute Kollektion von erkennbar rheinhessischer Provenienz. Unser Lieblinge aus dem Jahrgang 2012 waren der trockene Silvaner und Weißburgunder, der Grauburgunder „Saphir“ und der Maxima Riesling sowie das 2011 Spätburgunder GG und der 2011 Frühburgunder. Insgesamt eine sehr gute Qualität zum fairen Preis.

Spreitzer

Die Spreitzer-Brüder haben geschafft, was Wilhelm Weil schon 2005 mit dem vier Hektar großen Turmberg vorexerziert hat: die Wiedergeburt einer Lage. Aus dem 140 Hektar großen Oestricher Lenchen wird mit dem Jahrgang 2013 der Oestricher Rosengarten herausgelöst. Das ist wegen der Homogenität der Bodens und des Kleinklimas aus gerechtfertigt. Wir hatten das Vergnügen, echtes „Lenchen“ und Ur-Rosengarten miteinander vergleichen zu dürfen, und finden die hohe Meinung der Spreitzers von ihrem Hausweinberg bestätigt. Der absolute Hammer:

2008 Oestricher Lenchen (Rosengarten) 1. Gewächs

Die Kranenmeister: Rot, rot, rot

Die 80. Probe der Weinloge „Die Kranenmeister zu Oestrich im Rheingau“ war interessanten deutschen Spätburgunder-Weinen und Cuvées gewidmet. Ingesamt 16 Weine wurde verkostet, mit einen klaren Ergebnis:

Deutzerhof: 2011 Caspar C. war der beste Pinot des Abends, knapp vor Knipers 2010 Pinoo „Kalkmergel“ und Hegers 2010 Achkarrer Schlossberg GG. Meine Lieblings-Cuvée: Daniel 2009 „Do it red“.

 

 

 

100 Jahre Georg-Müller-Stiftung

Ein ganzes Weingut als Geschenk, wow! Georg Müller, Enkel des Eltviller Sekt-Dynasten Matheus Müller („MM“) hat heute (6.12.) vor genau 100 Jahren sein 1882 gegründete Weingut der damaligen Gemeinde Hattenheim zum (Nikolaus-?) Geschenk gemacht. Der Segen für die Bedürftigen blieb aber nach einigen Jahrzehnten aus, denn unter der Stadt Eltville wurde das Weingut zum Euro-Grab, und das Weingut, das 1910 zu den Mitbegründern des VDP Rheingau zählte (!), verlor stark an Renommee. 2003 dann die Zäsur. Peter Winter erwarb das Gut, investierte mächtig, und mit Alf Ewald verpflichtete er später einen genialen Winemaker (von dem er sich aber in diesem Jahr getrennt hat). Zwar schreibt das Weingut bis heute keine schwarzen Zahlen (außer in Verbindung mit Winters Weindirektvertrieb), aber die Stadt hat die Pacht und kann damit Müllers soziales Anliegen erfüllen. Und die Weine lassen sich gut schmecken, beispielsweise

2012 Nussbrunnen GG – kraftvoll, sehr würzig, kernig, Länge

2012 Hassel GG – filigraner, fruchtiger, sehr gut strukturiert,

2011 Spätburgunder Edition PW – tiefgründiger Pinot, für Rheingauer Verhältnisse ein durchweg gelungener Burgunder

Südafrika 2013 (2)

…schon wieder am Kap! Diesmal an der Spitze einer Gruppe von sieben Weinenthusiasten mit voller Konzentration auf den Genuss! Rund 2500 Kilometer mit dem Kleinbus zwischen Hermanus, Kapstadt, Franschoek, Paarl, Stellenbosch und Somerset-West führten uns zu 37 Weingütern und einem Dutzend hervorragender Restaurants. Verkostet und getrunken wurden rund 250 Weine. Einmal mehr bestätigte sich, dass die ambitionierten Güter herausragende Weine erzeugen, vor allem Chenin blanc, Sauvignon blanc und Chardonnay, aber auch Pinotage, Cabernet Sauvignon und Bordeaux Blend. Am besten trinken sie sich aber gleichwohl im Land selbst! An der Weltspitze der jeweiligen Kategorie wird die Luft dann dünn. Pinotage polarisiert die Kellermeister und Winemaker noch immer, obwohl die Rebsorte zu Höchstleistungen fähig ist, nicht nur bei Kanonkop. Da schlummert immer noch Potential. Und hier sind sie, die besonderen, bemerkenswerten, herausragenden Weine:

Boschendal: 2012 Chardonnay 1685 und 2013 Sauvigon blanc Reserve

Moreson. 2012 Chardonnay “Mercator Premium”

Kanonkop: 2011 Pinotage und 2010 Paul Sauer

Dornier: 2009 Donatus Red und 2013 Chenin blanc Coconut Hill

Waterford: 2010 The Jem

Kaapzicht: 2008 Steytler Vision Cape Blend und 2009 Straw wine ICE

Buitenverwachting: 2013 Husseys Vlei Sauvignon und 2009 Christine

Bouchard-Finlayson: 2012 Chardonnay unwooded, 2009 Galpin Peak Pinot Noir

Paul Cluver: 2010 Seven Flags Pinot Noir

Meerlust: 2011 Chardonnay

Vergelegen: 2013 Sauvignon blanc Reserve

Waterkloof: 2012 Circumstance Chenin blanc u. 2009 Circle of Life Red

Newton-Johnson: 2012 Chardonnay

Hamilton-Russel: 2011 und vor allem 2012 Chardonnay

Ashbourne: 2007/ 2008

Southern Right: 2012 Pinotage

Peter Max: 2012 Crystallum Pinot Noir

Simonsig: 2013 Chenin blanc

Durbanville Hills: 2011 Rhinofields Chardonnay

Kleine Zalze: 2013 Sauvignon blanc

De Toren. 2009 Fusion V.

Rust en Vrede: 2009 Classifivation 1694 und 2010 Single Vinyard Syrah

Badenhorst. 2010 White Blend

Oldenburg: 2012 Chenin blanc

De Wetshof: 2012 Chardonnay finesse

Weingut Ehrhard, Rüdesheim

2001 Rüdesheimer Berg Rottland Auslese feinherb

ein großartiger, jetzt fast trocken schmeckender Riesling, guter Zug am Gaumen, fest, große Trinkfreude, mehr davon! Noch bis 20. Dezember hat die Schänke geöffnet, und ein Besuch kann nur wärmstens empfohlen werden....

Steinberger !

Diese Chance hat man - dank FINE und Staatsweingüter! - nur ein Mal im Leben: "1 Weinberg, 200 Weine aus 3 Jahrhunderten" zwischen 1892 und 2012. Leider konnte ich nur an einem Drittel der Probe teilnehmen, aber die Eindrücke waren überwältigend. Eigentlich unfair, aber dieser Steinberger will ich von 67 verkosteten hier hervorheben

1952er Riesling: sehr fruchtig, betörende Säure, ungemein frisch, belebend

1900er Riesling: vielleicht der Größte der Probe, ein trockener Gigant, ohne Worte

1959er Riesling: ein Schmeichler, perfekte Reife, langer Zug am Gaumen

1951er Riesling: bernstein, gedörrte und kandieret Früchte, langer Abgang, lebendig

1934er Auslese: superber Wein, das Alter kaum zu glauben, perfekte Balance

1987er Auslese: bernstein, betörende Frucht, brachiale Säure, klasse, unsterblich

1981er und 1986er Eiswein: die kleinen Jahre sind einfach die besten für Eiswein !

1937er Trockenbeerenauslese: colafarben, Rosinen, markante  Säure, langer Nachhall

2003 und 2006 Trockenbeerenauslese: betörende Giganten, vollfrucht, wuchtig und doch elegant

Riesling Gala

wieder einmal ein perfektes Event, sechs großartige Gänge (mit Dirk Schroer und Stefan Steinheuer als den Stars!) und perfekete Weine von Loosen und Weil! Herausragend:

1998 Erdener Treppchen Kabinett von Loosen, ebenso

1990 Ürziger Würzgarten Riesling Auslese und 1999 Beerenauslese, aber auch

2006 Turmberg Spätlese von Weil und 2008 Gräfenberg 1. Gewächs

VDP-Jahrgangspräsentation

Volles Haus in Schloss Johannisberg, aber es hat sich auch gelohnt. Wir haben uns ausschließlich auf Erste und Große Gewächse des Jahrgangs 2012 konzentriert und rund 50 davon verkostet, und das hier sind die herausragenden.  Weine mit Sternchen und Ausrufezeichen:

Mohr: Lorcher Bodenthal-Steinberg

Sack: Hochheimer Reichestal

Staatlicher Hofkeller: Würzburger Stein

Emrich-Schönleber: Monzingen Halenberg

Eser Johannishof: Rüdesheim Berg Rottland

Toni Jost: Walluf Walkenberg

Jakob Jung: Erbach Siegelsberg

Heymann-Löwenstein: Uhlen Blaufüßer Lay

Kühn: Mittelheimer St. Nikolaus

Groebe: Westhofen Kirchspiel

Langwerth von Simmern: Erbach Marcobrunn

Wittmann: Westhofen Morstein

Schloss Sommerhausen: Sommerhausen Steinbach (wow!)

Spreitzer: Oestricher Lenchen Rosengarten

Dr. Loosen: Ürziger Würzgarten

Weil: Kiedrich Gräfenberg

 

Weingut Carl Ehrhard, Rüdesheim
2002 Berg Rottland Riesling Trockenbeerenauslese

sehr nobel, elegant, gut gereift

Weingut Robert Weil, Kiedrich

2011 Kiedrich Gräfenberg Riesling Spätlese

große Vorfreude, aber..... KORK ! so ein Mist !

Weingut Markus Schneider, Ellerstadt

Der Wirtschaftsredaktion der FAZ-Sonntagszeitung (Ausgabe 3. November) sei dank, es ergab sich endlich mal die Gelegenheit, mit Markus Schneider ein ausführliches Gespräch zu führen und eine Auswahl des bemerkenswerten Sortiments zu kosten. Alles in allem sehr gute Weine zu einem sehr fairen Preis-Leistungs-Verhältnis, bsp.

2012 Sauvignon blanc Kaitui - schmeckt nicht nur Merkel & Obama! exotische Frucht, gut balanciert, fest am Gaumen, große Trinkfreude, sehr rebsortentypisch, Spaßwein auf hohem Niveau

2012 Sauvignon Blanc Kaitui Fumé - opulente Exotik, leichte Raucharomen, anonsten so gute wie der "normale" Sauvignon, dessen reintöniges Geschmacksbild mich aber ein wenig mehr begeistert hat, zum Essen sieht das aber wieder ganz anders aus...
2012 Hullabaloo - Sauvignon und Chardonnay gut verheiratet, mit Viognier als Trauzeugen. Sehr frisch, elegant, stoffig, feinem Zug am Gaumen und sehr guter Mineralik, klasse!

2012 Black Print - gewohnt gute Cuvée, viel Kirsch und schwarze Beeren, Lakritz, Tabak, leichte Röstaromen, nicht zu schwer, fein

2011 Steinsatz - nicht umsonst auch Flaggschiff genannt: Sehr feine Mineralität, trotz reichlich Alkohol nicht zu fett und dick wirkend, sehr komplex, damit könnte man sich stundenlangen beschäftigen

2011 Einzelstück - vielleicht der beste Portugieser in Deutschland, jedenfalls der Beste,  den ich bislang getrunken habe. Wer tritt den Gegenbeweis an ?

Landesweinprämierung

... wieder mal eine Medaillenflut über Hessens Winzer! Fast 40 Prozent Goldmedaillen, fast 40 Prozent Silber, was will man dazu sagen. Eine Orientierungshilfe für Verbraucher ist das nicht. Wer zu Silber greift, läuft ja Gefahr, einen Wein aus dem letzten Drittel der bewerteten Weine zu fischen. Aber die Veranstalter sind resistent gegen jede Veränderung, solange die Winzer glücklich sind. Und jetzt wollen die Winzer auch noch für ihre Exoten wie Auxerrois Medaillen haben. Mit persönlich fällt da nicht mehr viel dazu ein, außer dass es für mich bei Medaillenweinen heißt: Nur mit Vorsicht zu genießen !

14. Lorcher Zwiebelkuchenfest

Federweißer muss nicht sein, Zwiebelkuchen nur bedingt, aber das Fest ist eine tolle Gelegenheit für einen Weinspaziergang; Unser Weg führte von Ottes über Kanitz und Mohr zu Altenkirch, da bleibt kein Wunsch unerfüllt...

Mohr: 2012 Riesling Alte Reben: sehr elegant, feine Frucht

Ottes: 2012 Riesling Schiefer: sehr filigran und mineralisch, ein Tänzer am Gaumen

Kanitz: 2012 Riesling QbA: gute Visitenkarte, fruchtig, saftig, Trinkfreude

Altenkirch: 2011 Spätburgunder: klasse! tiefrote, burgundische Aromenpracht, Länge

Weingut Höhn, Dotzheim

dieses Weingut mit seiner schönen Schänke ist ein Glücksfall für Wiesbaden... Hier wird kein Gast enttäuscht, vor allem nicht derjenige, der auch abseits des Rieslings unterwegs ist...

2009 Merlot Barrique - sehr stoffig, voll, gute Taninstruktur, kraftvoll

2009 Cabernet Sauvignon -köperrreich, langer Nachhall, rebsortenypisch, gut

Schloss Reinhartshausen

2002 Erbach Marcobrunn Riesling Erstes Gewächs

hier zeigt der Marcobrunn sein ganzes Potential! Opulent in Länge und Geschmack, voll geöffnet, wunderbar gereift, erstaunliche Frische, mit nach wie vor guter Zukunft, aber jetzt wohl kurz vor oder auf dem Höhepunkt!

Langwerth von Simmern

2010 Hattenheimer Mannberg Riesling Erstes Gewächs

straft alle Lügen, die den "Zwischen"jahrgang 2010 nicht recht zu schätzen wissen, ein Wein voller Eleganz und Finesse und noch immer in der Entwicklung...

Weingut Benz, Tauberfranken

2007 Spätburgunder Edition Schlösslein

im Barrique ausgebaut, gute Würze, feine Noten von Tabak, Cassis und Pfeffer, im Abgang ein wenig kurz, aber viel Zug am Gaumen

Laquai

endlich mal wieder in der Weinwirtschaft Laquai in Lorch... der trockene 2012er Kapellenberg erweist sich als freudvoller Begleiter eines geruhsamen Mittagessens nach der Wandertour von Assmannshausen nach Lorch (ein paar Fotos auf Facebook! )

Weingut Schön, Aulhausen

Klaus Schön hat die neue Reihe seiner Rotweine vorgestellt, ein bisschen früh, denn eine längere Lagerung im Fass  hätte vor allem den hochwertigen Pinots noch gut getan, aber das muss dann halt die Flaschenreifung ausgleichen (trotz Schrauber...)

2012 Drachenstein Späbu, sehr kompakt, gute Frucht

2012 Schlossberg Späbu Spätlese, elegant, sehr vielversprechend, gut strukturiert

2012 Roseneck Späbu Spätlese: würzige, pfeffrige Noten, fein, geschliffen

2012 Schlossberg Auslese: ein Kracher, aber noch viel zu jung, kaufen und lagern!

Weingut Himmel, Hochheim

eine gewohnt gut, sehr geschlossene und stimmige Kollektion hat Familie Himmel in Hochheim vorgelegt. Die Rieslinge sind samt und sonders reintönige, fruchtbetonte und gut balancierte Weine, bsp.

2012 Himmel trocken - exotische Früchte, filigran, aber ein Leichtgewicht

2012 Himmelstraum - stoffiger, eleganter Riesling

2012 Hölle - gut, aber diese Lage kann noch mehr....

2012 Kirchenstück - mein Favorit, sehr mineralisch, fein, graziös, filigran, Schmelz!

2012 Mirus - gut, körperreich und fruchtig, kommt aber nicht ans Kirchenstück ran

2011 Stückfass - spannender Wein nach langer Gärphase

Lagenweine (Riesling 2012) aus Rheinhessen

VDP und Rheinhessenwein haben im Mainzer Schloss gemeinsam ihre 2012er-Lagenweine vorgestellt. Naturgemäß gab es beachtliche Qualitäts- und Geschmacksunterschiede.... aber auch diese sehr bemerkenswerten Weine (90 Punkte und mehr)

Dreissigacker: Wow, durchgegoren, spontan vergoren und dennoch sehr, sehr gut... es geht also auch ohne zuviel Restzucker, besonders gelungen. Kirchspiel, Morstein und Geyersberg, die mit Mineralität, Substanz und viel Zug am Gaumen überzeugen... aber jetzt dart weiter diskutiert werden: "Übermalt" die Sponanvergärung das Terroir oder ist sie dessen Lautsprecher ?????

Flick: Morstein: gute Frucht und Länge

Groebe: Kirchspiel mit betörender, exotischer Frucht, Aulerde sehr elegant, geschliffen

Gutzler: Morstein von guter Fülle und Kraft

Keller: Phänomenal aus dem Pettenthal, prächtig der Hubacker !

Peth-Wetz: Hubacker überzeugt durch saftige, fruchtige Opulenz

Wagner-Stempel: Heerkretz hat aktuell die Nase knapp vorn vor Höllberg, beide aber sehr, sehr gut

Mit dem Powerboat zu den großen Lagen

Mit 1050 PS aus drei Außenbordern und mit Tempo 120 über den Rhein, diesmal hatte sich der VDP etwas Besonderes einfallen lassen, um den "dynamischen" Weinbloggern etwas zu bieten. Die Tour führte vom Gräfenberg bis zum Rottland und per E-Bike und Planwagen wieder nach Kiedrich. Verkostet wurden dabei jede Menge 2012 Große Gewächse, von denen die nachfolgenden den nachdrücklichsten Eindruck hinterließen:

Spreitzer, Lenchen: sehr elegant und mineralisch, betörende Frucht, finesse, 90 P

Peter Jakob Kühn, Sankt Nikolaus: tiefgründig, mineralisch, ein Hammer, 91 P

Johannishof, Rottland: ein Wein, der fast alles überstrahlt, 92 P

Schloss Johannisberg, Silberlack: voll, viel Körper, fast mächtig viel Zug! 90 P

Prinz, Jungfer: sehr mineralisch, fein balanciert, sehr gute Struktur, Spasswein, 91 P

Weil, Gräfenberg: spielerische Finesse, gepaart mit guter Länge, perfekte Balance, 91 P

Personalie - Silvia Diemer

Silvia Diemer - De Schepper (55), zwischen 1996 und 2003 Geschäftsführerin des Rheingauer Weinbauverbandes, hat jetzt die Geschäftsführung der Deutschen Weinkommissionäre übernommen. Die Rechtsanwältin und Mediatorin führt auch den Verein Pro Riesling und ist Lehrbeauftragte an der Uni Trier.

VDP Große Lage/ GG

Ein Blick über die Schulter des Verkosters…

Im den Kurhauskolonaden von Wiesbaden stellten die VDP Betriebe wie gewohnt die Großen Gewächse aus ganz Deutschland vor… eine durchaus heterogene Angelegenheit… auf der einen Seite stoffige, mineralische Weine mit Zug und Charakter, auf der anderen Seite aber auch ausdrucksschwache Mainstream-Fruchtbomben mit zu viel Süsse und manchmal zu viel Alkohol. Das Thema „Trinkfluss“ verdient auch bei der Erzeugung dieser Weine mehr Beachtung…. Aber schauen Sie mir doch ein halbes Stündchen über die Schulter bei der Bewertung der Nahe-Weine, die insgesamt seinen sehr guten Eindruck hinterließen…

Kruger-Rumpf    Dautenpflänzer   sehr fruchtig, gute Säure, elegant89

                                         Pittersberg                        erdig mineralische Noten                                          88

Diel                                   Pitttermännchensäurestark, sehr verschlossen                     88

                                         Goldloch                           charmant, fein balanciert                             90

                                         Burgberg                          gute Mineralität, stoffig                                90

Salm                                 Johannisberg      unausgewogen, hart                                    87

                                         Felseneck                         sehr fruchtig, nervig, gut                              89

Dr. Crusius                       Bastei                               gute Struktur, Tick zu süss                                        88

Hermannsberg   Bastei                               charmanter Stinker, gut                               89

Dönnhoff                          Dellchen                           feine Mineralität, Trinkfreude                      90

                                         Hermannshöhle  guter Zug, druckvoll, elegant                       91

Hermannsberg   Hermannsberg   ok                                                                               88

Hermannsberg   Kupfergrube                     muss ein großer Wein so stinken?87

Schäfer-FröhlichKupfergrube                     mineralisch, spannend, stoffig, gut              91

Dr. Crusius                       Felsenberg                       tiefgründig, fest, guter Körper                      89

Dönnhoff                          Felsenberg                       strahlend, fruchtig-eleganz, nobel  91

Schäfer-FröhlichFelsenberg                       eine Fruchtbombe, aber wunderbar            91

                                         Felseneck                         elegant, betörende Frucht                                          92

                                         Stromberg                        kraftvoll, viel Zug am Gaumen, spitze        92

Emrich-Schönleber          Frühlingsplätzchen           gute Finesse, zu süss                                  89

Schäfer-FröhlichFrühlingsplätzchen           vielleicht mein Favorit                                  92

Emrich-Schönleber          Halenberg                         ein wenig streng, hart                                  88

Schäfer-FröhlichHalenberg                         war schon strahlender…                             90

 

                                                                                                                           

 

 

Oetinger, Erbach

2012 Weißer Burgunder trocken

2012 Grauer Burgunder trocken

2012 Blancs de Noir trocken

alle drei als unkomplizierte Trinkweine eine reine Freude: rebsortentypisch, süffig, reintönig, gut

Hessische Staatsweingüter

Die Gelegenheit, die Lagenweine der Staatsweingüter in einem Zug zu probieren, ergibt sich leider nicht so oft. Jetzt war es soweit, und insgesamt ist die Kollektion sehr erfreulich und animierend!

2012 Steinkopf - kernig, gute Säure, große Trinkfreude von der Bergstraße, Spasswein

2012 Steinberger - mineralisch, elegant, tiefgründig mit einer fast ungewohnten Fruchtfülle

2012 Baiken - etwas breit, ungewohnt fett und barock, feine würzige Note, guter Nachhall

2012 Neroberg - schöne, dominante Frucht, kräftig und elegant, ausladende Opulenz, gefällt jedem!

2012 Gehrn - sehr geschmacksintensiv, sehr mineralisch, feinfruchtig, guter Körper, mein Lieblingswein

2012 Hölle feinherb - saftig, süffig, saufen !

2012 Steinberger Kabinett restsüss - eiskalt ein perfekter Sommerwein, Trinkfreude pur

darüber hinaus wurde aus 2012 der Weißburgunder von der Bergstraße verkostet (sehr fein, rebsortentypisch, elegant, nicht zu fett und breit), 2012 Rosé (lachsrosa, saftig, aber zu süss)

Verkauft: Weingut Hans Lang !

Das renommierte Hattenheimer VDP-Weingut Hans Lang ist verkauft. Dem Vernehmen nach hat ein Schweizer Unternehmer das Weingut samt Immobilie an der Rheinallee erworben, um es künftig selbst zu betreiben. Hans Lang wurde für eine Übergangszeit als Berater verpflichtet. Zumindest der Zeitpunkt der Veräußerung ist eine Überraschung, nicht aber der Verkauf selbst, nachdem die Tochter aus dem Hause Lang keine Neigung gezeigt hatte, in die Fußstapfen von Hans Lang zu treten. Damit ist nach Schloss Reinhartshausen innerhalb kurzer Zeit der zweite Verkauf eines Rheingauer VDP-Weingutes in trockenen Tüchern... mal sehen, wie der VDP mit dieser Mitgliedschaft umgeht...

Weingut Barth, Hattenheim

2008 Hattenheimer Hassel Riesling 1. Gewächs

bestätigt eindrucksvoll, wie gut die guten 2008er jetzt sind, maximale Trinkfreude

2011 "11311" Riesling & Weißburgunder Sekt brut nature

Sonderedition anlässlich der Geburt der beiden Enkel von Norbert Barth, gute Cuvée, aber es es gibt noch deutlich bessere Tropfen im Sortiment

Weingut Robert Weil

2001 Gräfenberg Riesling Auslese Goldkapsel

die Flasche leckte ein wenig, wollte also partout jetzt geöffnet und getrunken werden. Gute Entscheidung! Goldgelb, wunderbar frisch, feines Säure-Süße-Spiel, nobel in jeder Hinsicht

Weingut Chat Sauvage, Johannisberg

2011 Chardonnay Clos de Schulz

Wow, was für ein Chardonnay aus dem Rheingau. Perfekter Schmelz, harmonisch eingebundenes Holz, cremig-eleganter Genuss

Weingut Buhl, Pfalz

2007 Forster Ungeheuer Riesling Großes Gewächs

GG - in diesem Fall Gigantisch Gut

Horst Sauer, Franken

2008 Escherndorfer Lump Silvaner Spätlese trocken

sehr guter Silvaner von Sauer, der zu den absoluten Topwinzern in Franken zählt, recht mineralisch, fest, geradlinig.

Rebmuttergarten

Die Staatsweingüter haben den Rebmuttergarten im Heppenheimer Centgericht grundlegend saniert, und entstanden ist ein Diamant an der Bergstraße. Ein hoch attraktives Ausflugsziel... hier lässt es sich angenehm sitzen und es gibt sogar ein paar nette Kleinigkeiten zum Vespern, fast schon ein wenig Toskana .... nur die Weinauswahl ist noch verbesserungswürdig....

Kirchberghäuschen

heißt der Ausschank des Weinguts der Stadt Bensheim. Toller Aussichtspunkt in phänomenaler Lage über der Stadt, aber das Angebot des Weinguts ist mit zwei trockenen, säurebetonten und auch säuerlich-dünnen Rieslingen (Wolfsmagen und Kirchberg) geradezu kläglich, und die Anlage könnte mit Verstand ein wenig aufgehübscht werden. Das Potential dieses Ausschank wird nicht einmal zu 50 Prozent ausgeschöpft...

Weingut Hamm, Winkel

2012 Winkeler Jesuitengarten Große Lage Riesling trocken Kabinett

2012 Winkeler Hasensprung Große Lage Riesling trocken Kabinett

zwei feine Winkeler Riesling, mal strahlend-mineralisch-stahlig (Jesuitengarten), mal saftig-fruchtig-elegant. Beide sehr gut, beide könnten auf das Beiwort "Kabinett" gemäß der neuen VDP-Klassifikation sehr gut verzichten, und warum die Flasche Hasensprung 80 Cent teurer als der Jesuitengarten ist, das wissen nur die Götter....

Seyffardt für Ress

Peter Seyffardt ist neuer Präsident des Rheingauer Weinbauverbandes und löst Stefan Ress ab, der nach nur einer Wahlperiode nicht mehr kandidierte. Schade, drei Jahre sind nicht genug, um wirklich Spuren zu hinterlassen und begonnene Projekte auch zu Ende zu bringen. Auf Seyffardt warten viele Baustellen... und man wird sehen, was nun wirklich aus dem Ersten Gewächs ohne die VDP-Flaggschiffe wird... meine Erwartungen sind nicht sehr hoch, die Befürchtungen aber schon....

Best (???) of Riesling

Der Wettbewerb "Best of Riesling" ist entschieden, und die Ergebnisliste ist - zurückhaltend gesagt - überraschend. Aus Rheingauer Sicht eine große Enttäuschung: In keiner der fünf Kategoriene eine Platzierung unter den Top3... von Rheingauer Teilnehmern wurden mir teils vernichtende, teils völlig unverständliche Bewertungen gemeldet. Der Wechsel vom Land Rheinland-Pfalz zum Meininger Verlag scheint der Aussagekraft des Wettbewerbs jedenfalls nicht unbedingt gut getan zu haben...

VDP bestätigt Christmann

Mit großer Mehrheit haben die 60 Delegierten der aktuell 202 VDP-Betrieb in Deutschland den Bundesvorsitzenden Steffen Christmann im Amt bestätigt. Aus dem Rheingau ist weiterhin Wilhelm Weil im Präsidium. Überarbeitet wurde die Prüfungsordnung. Demnach wird aus jeder fünfjährigen Betriebsprüfung ein "individuelles Coaching" für jedes Mitglied entwickelt, um die "hoch gesteckten Ziele" zu erreichen. Wenn dahinter steckt, dass der VDP jetzt rigider mit jenen Altlasten umgeht, deren Qualität keinen Adler auf der Kapsel verdient, dann wäre das eine gute Nachricht... allein mir fehlt (noch) der Glaube...., doch die Botschaft hör ich wohl....

Weingut Dr. Corvers-Kauter, Mittelheim

Endlich ergab sich die Gelegenheit, alle trockenen 2012er-Weine von Matthias Corvers in einem Zug zu probieren. Ingesamt eine sehr gute Kollektion, besonders gut gefallen der kernig-würzige "R3", der trockene Kabinett aus dem Rottland und der Rote Riesling. Leider nicht mehr auf der offiziellen Preisliste ist der trockene 2012er Kirchenpfad, der eine bestechende Klarheit, Frucht und Eleganz aufweist....

Weingut Balthasar Ress, Hattenheim

1984 Hattenheimer Riesling "Von Unserem"

1985 Geisenheimer Kläuserweg Riesling Spätlese

Fast 30 Jahre alt und in beiden Fällen in bemerkenswertem Zustand. Der 1984er erwartungsgemäß deutlich mehr gezehrt, ein kleiner Wein aus einem kleinen Jahrgang, aber immer noch interessant. 1985 dagegen deutlich mehr Körper, mehr Fülle, mehr Süße, spürbar gereift, verdient aber dennoch Hochachtung.

Oechsle TV

Das Deutsche Weininstitut hat jetzt das Videoportal www.Oechsle.tv frei geschaltet.... Dazu hat der bisherige Erfolg auf Youtube ermuntert... nette Apettithäppchen in bewegten Bildern!

Bibo geht

... es hat nicht einmal so lange gedauert wie befürchtet: Walter Bibo hat die Fäden in Schloss Reinhartshausen nicht mehr in der Hand. Die Lergenmüllers haben einen Beirat konstitutiert, in den Bibo "mit Sitz und Stimme" zum 1. Juli gewechselt ist, Vorsitzender ist Peter Claaßen. In der Branche wird gerüchteweise gemunkelt, Bibo habe einen Aufhebungsvertrag als Geschäftsführer unterzeichnet... eine schnelle Rückkehr in den VDP scheint somit unwahrscheinlicher denn je...

Pflanzrechte

Die EU-Bürokraten sind tatsächlich nochmal zur Besinnung gekommen, die Deregulierung der europäischen Pflanzrechte ist vom Tisch, also vorerst keine Weine aus Wetterauer Rübenfeldern... ein guter Tag für den Weinbau, auch wenn man ordnungspolitisch natürlich darüber diskutieren kann...

Schlitzäugig

Am Montag haben die Chinesen tatsächlich ein Antidumping-Verfahren gegen Weinimporte eröffnet, müssen die europäischen Winzer jetzt eigentlich nicht froh sein, dass ihr Wein offenbar doch so bedeutend für China ist, dass er als Schlachtfeld für den sich anbahnenden Handelskrieg taugt?

Hessische Staatsweingüter

1984 Steinberger Cabinet

aus dem miserabelsten Jahrgang der vergangenen drei Dekaden... aber dennoch gut trinkbar

Robert Weil, Kiedrich

2003 Gräfenberg Riesling Auslese - perfekt, aber leider läuft die kleine Flasche jetzt aus, das gab immerhin den Anlass zur vorzeitigen Entkorkung, ein Genuss!

2009 Kiedrich Turmberg Riesling trocken - elegante Mineralität

Fährfels

heißt die kleine Parzelle der Mosel-Steillage Trittenheimer Apotheke, in der im Jahr 1900 gepflanzte Reben stehen. Helmut Clüsserath vom Weingut Clüsserath-Weiler hat die Parzelle 1997 erworben und jetzt in einer großen Vertikalverkostung alle bisherigen 16 Jahrgänge dieses Spitzenrieslings vorgestellt. Der Gesamtertrag liegt meist bei rund 1000 Litern, das Oechslegewicht durchschnittlich bei 95 Oechsle, manchmal aber auch bei 106 (2006). Der stets feinherb (18 bis 24 g RZ/l) ausgebaute Wein ist ein schönes Beispiel für das großartige Terroir der Apotheke, wir würden sie aber gerne auch einmal trocken ausgebaut probieren...

Wir haben alle 16 Jahrgänge ausgiebig verkostet und waren besonders begeistert (in dieser Reihenfolge) von 1998 (lebendige Frische, rassig, Kraft und Eleganz), 2009 (Hammerwein, mineralisch dicht, voll, konzentriert), 2004 (sehr animierend, viel Spannung, Finesse, gute Säure, saftige Mineralität), 2007 (tolle Balance, ruht in sich selbst, ausdrucksstark, große Spannung am Gaumen, klasse) und 2002 (sehr gut, Zeugnis eines sehr guten Jahrgangs, dicht, Aromen von Dörrobst, cremige Eleganz)

Sehr gut auch das 2012er Sortiment eines Weinguts, das natürlich in den VDP Mosel gehören würde, wenn dieser allzu elitäre Club nicht die Schotten dicht halten würde... worüber auch in anderen VDP Regionen nur der Kopf geschüttelt wird...meine Empfehlung: 2012 Apotheke Riesling Alte Reben trocken !

Der Weinschmecker...

war kürzlich zu Gast in der Kur- und Kreisstadt, und der Aarbote berichtet::


http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/bad-schwalbach/13191262.htm

Rebblüte

In den guten Lagen hat jetzt die Rebblüte begonnen, bsp. in Hattenheim und im Assmannshäuser Höllenberg... noch 110 Tage bis zur Lese!

Riesling Picknick im Hendelberg

eine großartige Veranstaltung mit Weitblick. Gut, mehr als eine kleine Brotzeit ist nicht im Körbchen, aber die angebotenen Weine waren formidabel, vor allem diese 3:

Weingut Prinz: 2012 Hendelberg VDP. Erste Lage - der Wein des Tages !

PJ Kühn: 2012 Hendelberg VDP.Erste Lage - sehr gut, voll, gute Länge

Barth: 2012 Hallgarten VDP Ortswein - stoffig, süffig, mineralisch

Opernarien im Weinkeller?

Das hat gerade noch gefehlt. Nach AC-DC im Kuhstall jetzt auch noch klassische Musik im Weinkeller. In der Südpfalz schwärmt Winzer Butz von der bioenergetischen Beschallung seiner Tanks mit Brahms Wiegenlied. Und Geisenheimer Forscher fabulieren nun, womöglich halten die Schwingungen die Hefen und Bakterien in der Schwebe mit dem Ergebnis eines beschleunigten biologischen Säureabbaus? Das soll seriöse Wissenschaft aus dem Rheingau sein? Funktioniert auch Heavy Metal... und was passiert bei Klängen von Udo Jürgens (Griechischer Wein?)???? Tanzen die Tanks dann Sirtaki ?

Prickelnd

Schloss Vaux ist nicht nur zufrieden mit 308.000 verkauften Flaschen Sekt im Jahr 2012 und einem neuen Aufsichtsrat, sondern kündigt zudem zwei neue Sekte an: Einen Edel-Rosé in einer Auflage von weniger als 1000 Flaschen und einen Sekt aus Rheingauer (!) Grünem Veltliner. Das wird spannend....kann ja eigentlich nur von Koegler sein...

Schänken und Weintipps

Gerade sitze ich am Text für die Doppelseite mit Restaurant- und Weintipps, die in Kürze in der Sonderbeilage der FAZ zum Rheingau Musik Festival erscheint.... das Publikum darf gespannt sein.

Weinschmecker in der Kurstadt

Auf Einladung des Museums Bad Schwalbach und der Kulturvereinigung habe ich einen Weinabend moderiert und die aktuellen Entwicklung des Rheingaus und der Weinbranche skizziert und mit einem aufgeschlossenen Publikum diskutiert. Begleitet wurde der Abend mit 3 Rheingauer Weinen

Hans Bausch: 2012 Rheingau Riesling trocken

ein saftiger, fruchtbetonter, klarer Riesling - 6. Platz in der Schoppentrophy

Weiler, Lorch: 2012 Lorcher Schlossberg Riesling Kabinett trocken

tatsächlich, es gibt noch echte Kabinettweine (10%!)), leicht, fililgran, elegant, Schiefer satt!

Robert Weil: 2012 Turmberg Riesling 1. Lage

phänomenal guter Berglagenriesling mit Körper, Eleganz und Wucht, großer Nachhall, viel Zukunft!

Weingut Rentamtmann Georg Joa, Hattenheim

1959 Rauenthaler Burgweg Spätlese

puh, wer kennt dieses Weingut und weiß, warum dann auch noch die Johannisberger Klaus auf dem Etikett ist... der Wein war jedenfalls durchaus noch gut trinkbar, viel Karamell, Dörrobst, und eine kaum noch schmeckbare Süße

Baiken renoviert

Die Gutsschänke "Baiken" der Staatsweingüter ist im Innern fesch saniert worden, sie wirkt nun deutlich heller und freundlicher... die aktuelle Trinkempfehlung

2011 Baiken Riesling Kabinett trocken

<a href=http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/bad-schwalbach/13191262.htm

>Stadtabend Bad Schwalbach: Der Rheingau und sein Riesling (Wiesbadener Tagblatt, 20.06.2013)</a>

Weingut Rentamtmann Georg Joa, Hattenheim

1959 Rauenthaler Burgweg Spätlese

puh, wer kennt dieses Weingut und weiß, warum dann auch noch die Johannisberger Klaus auf dem Etikett ist... der Wein war jedenfalls durchaus noch gut trinkbar, viel Karamell, Dörrobst, und eine kaum noch schmeckbare Süße

Baiken renoviert

Die Gutsschänke "Baiken" der Staatsweingüter ist im Innern fesch saniert worden, sie wirkt nun deutlich heller und freundlicher... die aktuelle Trinkempfehlung

2011 Baiken Riesling Kabinett trocken

Marketing - Gag

Man muss nicht nur Gutes tun, um darüber zu reden, es darf auch Verrücktes wie die Versenkung von Magnumflaschen in einem Baggersee bei Diez sein. Nach drei Jahren hat Christian Ress den 2009er RESSspekt jetzt aus 22 Meter Tiefe gehoben... eine Kiste ist offenbar verschollen, aber eine Flasche wird am 14. Juni wohl in der neuen Vinothek in Wiesbaden geöffnet...

Weinexport boomt

Das Deutsche Weininstitut meldet soeben, dass die deutschen Weinexporte im ersten Quartal um mehr als zwölf Prozent zugelegt haben...

Weingut Dienst, Hochheim

Bis 16. Juni verlängert hat Thorsten Dienst die Öffnungszeiten der Schänke, die in jedem Fall einen Besuch wert ist, nicht nur wegen des phänomenalen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Neben dem ausgezeichneten und von mir prämierten Schoppen gefallen besonders der Weißburgunder und die beiden 1. Gewächse..

2008 Hochheimer Hölle Riesling 1. Gewächs

2009 Hochheimer Hölle Riesling 1. Gewächs

...nur der Rosé ist von Geschmack und Farbe kein Genuß...also abwarten, bis der 2012er auf der Karte ist!

Staatsweingut im Plus

Na also, geht doch. Die Hessischen Staatsweingüter haben für 2012 wieder einen Umsatz von mehr als 10 Millionen Euro ausgewiesen und einen kleinen Gewinn von 464.000 Euro erzielt. Die Kooperation mit den Genossenschaftswinzern scheint sich auszuzahlen. Der Gewinn ist zwar noch steigerbar, aber immerhin liegt das Weingut dem Steuerzahler nicht mehr auf der Tasche....

In Bürgstadt

endete jetzt die "Reise des guten Geschmacks" der sieben deutschen Spitzenwinzer, die Gaggenau mit FINE initiiert hatte. Eine gut gelaunte Truppe traf sich bei Fürst in Franken zum Abschluss, denn in Amsterdan, London und Paris war alles offenbar ganz gut gelaufen. Das Schöne an diesem Abend waren neben der Location und dem Wetter drei Magnum und Doppelmagnum...

Meyer-Näkel: 2003 Spätburgunder S - klasse Pinot mit Fülle und Tiefgang und Mineralität

Knipser: 1999 Cuvée X - das schwierige Jahr 99 ist schmeckbar, aber dennoch sehr gut, voll!

Weil: 2002 Gräfenberg Erstes Gewächs - spitze gereift, immer noch viel Potential

Fürst: 2007 Centgrafenberg R - perfekt balanciert, gut

Was ist los in Reinhartshausen?

Das Weingut Schloss Reinhartshausen erhält nach Informationen von Wein + Markt Verstärkung durch den Önologen Martin Vogel, der schon bei August Eser und Balthasar Ress gearbeitet hat... Vogel soll laut Stefan Lergenmüller demnach das Schloss beim Ausbau trockener Weine voranbringen... Ob Walter Bibo davon begeistert ist, wird nicht berichtet... Die Entwicklung bei Reinhartshausen wird jedenfalls mit Spannung zu beobachten sein, schon munkeln manche, die Tage von Bibo dort seien gezählt... etliche Mitarbeiter im Außenbetrieb sollen entlassen worden sein... die VDP-Mitgliedschaft ist erst einmal ausgesetzt... soweit so schlecht

Weinschmecker auf Erfolgskurs

kaum zu glauben, aber seit dem Verkaufsstart hat der neue RHEINGAUER WEINSCHMECKER schon 2000 Käufer gefunden... das ist ein Traumstart für ein Regionalbuchprojekt

Rieslingnahe Rebsorten

war die jüngste Runde der Weinloge Kranenmeister zu Oestrich im Rheingau überschrieben. In Fraund´s Restaurant wurden dazu 16 Weine aus Italien, Spanien, Südafrika, Slowenien, Portugal, Österreich und Deutschland blind verkostet. Eine spannende Probe mit vielen Aha-Erlebnissen... besonders gut gefielen uns ein Vermentino aus Sardinen (2011 Papiri DOC), ein Arinto aus Portugal (2011 Prova Regia der Quinto da Romeira) und ein Chenin blanc aus Südafrika (2001 Terroir Select von Springfontain). Gut aber auch eine Scheurrebe des Grafen Schönborn und ein Roter Riesling von Dr. Corvers-Kauter.

Sieger Schoppentrophy 2013

Das Martinsthaler Weingut Diefenhardt hat die 9. Schoppentrophy knapp vor Johannes Ohlig gewonnen! Und das Weingut Goldatzel hat den besten Rotwein im Keller und ist Sieger bei der Premiere von "Weinschmeckers Bester Rotwein", knapp vor dem Weingut Sohns. Einzelergebnisse in der Rubrik Schoppentrophy" auf dieser Webseite! Gefeiert wurde stimmungsvoll im Dormitorium von Kloster Eberbach, wo Staatssekretär Mark Weinmeister die Sieger würdigte und die Verdienste des Weinschmeckers für die Weinkultur im Rheingau hervorhob. Ein rundum gelungener Abend, danke an alle, die dazu beitragen haben!

Reise des guten Geschmacks

ist eine große Werbe- und Marketingreise überschrieben, die von Gaggenau und dem Weinmagazin Fine initiiiert worden ist... die Tour geht nach Amsterdam, London und Paris, mit dabei sind Knipser, Meyer-Näkel, Fürst, Dönnhoff, Loosen, Dr. Heger und Weil, wo die Gruppe mit einem 7-Gang-Menü verabschiedet wurde... Heger hat einen beachtlichen 2011er Winkler Grauburgunder GG dabei, Meyer-Näkel einen 2009er Pinot GG aus dem Neuenahrer Sonnenberg, beide sehr, sehr gut!

Pigott auf Weinexpedition...

Wir Deutschen mögen es bekanntlich ja besonders gern, wenn uns ausländische Weinexperten den deutschen Wein erklären; einer der bekanntesten Weinkritiker fährt mal wieder (diesmal für den Bayerischen Rundfunk) durch die Land, um den Laien deutschen Wein nahezubringen... in den Rheingau kommt der Engländer Stuart Pigott aber nur wegen gereifter Weine zu Breuer, Wegeler und den Staatsweingütern (Ausstrahlung am 22. Juni, 17.30), die erste Folge zu Rosé gibts schon am 8. Juni...wer´s mag...

Pfiffig

Der Rüdesheimer Lindenwirt (Weingut Peter Ohlig) hat jetzt eigens eine App entwickeln lassen, die zu einer Terroirwanderung durch Rüdesheimer Lagen führt, dazu gibts einen Rucksack mit drei Flaschen Wein... das könnte doch Schule machen.... !

Hilfsbereit

Das "Weinwerk" von Ingo Witt in Rüdesheim hat jetzt zum zweiten Mal einen Wein der Edition Vincenz vorgestellt, dessen Erlös zum Teil dem Vincenzstift

Weinziele

heißt die neue App des Deutschen Weininstituts für Iphone und Android-Smartphones.... nun ja, zumindest ein ehrenwerter Versuch, aber noch sehr verbesserungswürdig....

Rheingauer Sauvignon blanc

Der Sauvignon blanc kommt. Noch schneller als der Rote Riesling breitet sich diese Rebsorte von der Loire im Rheingau aus, immer mehr Winzer experimentieren mit ihrem Anbau. Wir haben die 2012er Sauvignon blanc der 5 Weingüter Jakob Jung, Daniel, Freimuth, Hanka und Heinz Nikolai jetzt im direkten Vergleich verkostet. Eine spannende Probe... und the winner is: Nikolai. Ein ungemein "fester", klarer, aromatischer Sauvignon mit Zug am Gaumen und gutem Nachhall. Nur mit wenig Abstand dahinter und auf Augenhöhe zeigen sich Daniel und Jung... der Geisenheimer volumönser, dicker, voller, aber auch anstrengender ohne die Leichtigkeit, dagegen Jung etwas filigraner und eleganter, der deshalb eine Spur mehr Trinkfreude verbreitet. Gut auch Freimuth aus Marienthal, wenn auch ohne die bestechenden Eigenschaften des zuvor beschriebenen Trios. Hanka hingegen sehr weich, fast feminin wirkend, vielleicht mit einen Tick zuviel Süße, die ihm im direkten Vergleich nicht unbedingt nützt, zu bestimmten Speisen aber sicherlich ihre Wirkung tut....

Weinhof Goldatzel, Johannisberg

2012 Riesling Kabinett trocken, 2012 Spätlese trocken "Bestes Faß" und 2012 Riesling Spätlese feinherb Alte Reben - 3 Weine einer tadellosen, sehr stimmigen 2012er-Kollektion von der Gerd Groß vom Goldatzel in Johannisberg.

Rotweinwettbewerb entschieden

Die acht versierten Pinot-Experten der Jury hatten es nicht leicht, unter 26 Top-Rotweinen der Weinschmecker-Betriebe die Besten herauszfinden. Nach einer zweistündigen Blindverkostung und der Auswertung der Einzelbewertungen stehen die Sieger nun fest. Ein knappes Ergebnis mit einigen Überraschungen, das aber erst beim Weinschmecker-Jubiläum in Kloster Eberbach verkündet wird.

Gratulation nach Oestrich!

Das Weinportal Wein-Plus.eu hat für den Rheingau jetzt Peter Jakob Kühn mit der Ehrung "Kollektion des Jahres" ausgezeichnet. Kühn hat demnach "das beste Sortiment der Region"... natürlich wie bei allen derartigen Ehrungen eine höchst angreifbare Formulierung, aber tatsächlich gibt es eine bemerkenswerte Qualitätsentwicklung zu beobachten, die Freude macht...

Weinschmeckers Bester Rotwein

Heute findet die Jubiläums-Probe mit 26 Top-Rotweinen der Jahrgänge 2008 bis 2011 statt, darunter etliche Erste Gewächse. Erstaunliche erste Erkenntnis: Die frühere Scheu der Rheingauer Spätburgunderwinzer vor dem Einsatz (und den Kosten) von Barriques scheint gänzlich verschwunden. Mehr als 20 der eingereichten Weine wurden im Barrique ausgebaut! Insgesamt acht Pinotexperten werden die Weine bei einer Blindprobe unter die Lupe nehmen... das Ergebnis gibts am 4. Juni!

22.5.

Bischöfliches Weingut Rüdesheim

Klasse, was Peter Perabo in den vergangenen Jahren für das darbende Weingut des Bistums geleistet hat. Die Qualität stimmt, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist außerordentlich, nur das Sortiment muss noch ein wenig klarer strukturiert und logischer aufgebaut werden. Die Gutsweine "a priori" 2011 und 2012 gefallen durch klare, filigrane Frucht, und die Lagenweine aus Rottland und Roseneck zeigen eine feine, elegante Mineralität mit Zug und Nachhall. Unübertroffen bleiben allerdings die Rieslinge aus dem Schlossberg, eine klare Empfehlung sind auch der Episcopus Riesling und die anspruchsvollen Rüdesheimer Ortsweine "a priori S"

Allendorf, Winkel

2011 Roter Riesling trocken

an der Bergstraße gilt der Rote Riesling schon als ideale Variante für die Zeiten des Klimawandels, im Rheingau breitet er sich erst langsam aus, aber die Weingüter Corvers-Kauter und Allendorf zeigen schon jetzt, wie gut sie im Rheingau gedeiht, und dass die Reifeentwicklung durchaus bemerkenswert ist.

Joschka trifft Jauch

beim Abschlussfest für die europäische Winzerelite ließ sich auch Ex- Außenminister Joschka Fischer sehen und plauderte gemütlich mit Ex-Verteidigungsminister Franz-Josef Jung. Gekommen war auch TV-Größe Günter Jauch, allerdings als Winzer (Othegraven), der mit seinen Kollegen den fachliche Austausch suchte. Die deutsche Winzer zeigten jede Menge Spitzenweine und gratulierten so Wilhelm Weil zum gelungenen Kellereineubau... meine Favorit: 2010 Lemberger "Der Löwe von Schaubeck" von Graf Adelmann und 2005 Geheimrat J. von Wegeler, von Günter Jauch gabs einen 2011 Kupp Riesling Kabinett... da wäre vielleicht auch mehr möglich gewesen...

21 Weinmajestäten...

ausschließlich in Magnumflaschen brachten die europäischen Winzer mit nach Kiedrich... eigentlich unfair, einzelne hervorzuheben, doch "den Vogel abgeschossen" haben die Domaine Méo-Camuzet mit einem 2006er Vosne-Romanée aux Brulées, ebenso gut 1996 Pequera Millenium Reserva, aber natürlich auch Opus One 2005, Ornellaia 2007, Solaia 1994 und Sassicaia 2006, nicht zu vergessen 1996 Comtesse de Lalande von Pichon Longueville. Die Überraschung des Tages: 2011 Gantenbein Pinot Noir, vielleicht der beste Schweizer, den ich bislang getrunken habe...

Schoppentrophy - Zwischenstand

die Auswertung nähert sich dem Ende, insgesamt waren die rund 20 Juroren mit den 2012er-Basisweinen recht zufrieden, es zeichnet sich ein knappes Rennen ab... am 4. Juni ist alles klar!

Weingut Robert Weil

Als das wahre Flaggschiff des Rheingaus - nicht die Hessischen Staatsweingüter - hat Staatsminister Stefan Grüttner das Weingut Weil anlässlich der offiziellen Einweihung der neuen Kellerei gelobt... wer will das widersprechen, vor allem wenn er den neuen Holzfasskeller besichtigt hat....?

Weingut Johanneshof - Eser

Gut gelungene 2012er Kollektion, soweit sie schon gefüllt ist. Meine Favoriten sind der feinherbe Kabinett Johannisberg S, die trockenen Alten Reben aus dem Jesuitengarten mit ihrer zarten Kräuternote und die süße Spätlese aus dem Rottland. Besonders gut entwickelt hat sich das Erste Gewächs des Jahrgangs 2011 aus der Johannisberger Hölle.

Weingut Hans Lang, Hattenheim

Hans Lang hat im Frühjahr traditionell erst wenige Weine gefüllt, aber die sind beachtlich. Ich habe mich diesmal auf die Probe der Burgunderweine konzentriert. Der Grüne Silvaner ist der wohl ideale Spargelwein, der Weißburgunder S gefällt durch konzentrierten Schmelz. Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay hingegen kommen nach meinem Geschmack zu wenig "burgundisch" daher... gut für jene, die der Säure des Rieslings ausweichen wollen...

Weingut Huber, Baden

2010 Bienenberg Weißburgunder Großes Gewächs - einfach spitze!

2010 Sonnenhalde Pinot Noir Großes Gewächs - badisch "saugut!"

DLG

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) sucht 2013 erstmals die „Jungwinzer-Vereinigung des Jahres“. Durch den Wettbewerb sollen Gruppierungen gefördert werden, in denen Jungwinzer unabhängig von den etablierten Vermarktungslinien ihre eigenen Projekte durchführen…. das wär doch was für die Leichtsinn-Winzer oder die neue Gruppe, die mit Lidl den „Junge Rheingauer“-Wein erzeugt…

 

 

Raritäten und Exzellenzen

Ein kleine private Feier ist immer eine gute Gelegenheit, den Weinkühlschrank zu durchforsten und den Weinkeller ein wenig abzuschmelzen.... bsp. so

Groebe: 2008 Westhofen Kirchspiel Riesling Großes Gewächs (Magnum) - exzellent

Corvers-Kauter: 1999 Rüdesheim Berg Rottland Riesling 1. Gewächs - keine Firne, reif!

Schloss-Johannisberg: 2008 Riesling Silberlack 1. Gewächs - auf dem Höhepunkt

Langwerth von Simmern: 2010 Mannberg 1. Gewächs - filigran, elegant, gut

Dr. Heger: 2011 Winklerberg Grauburgunder GG - Hammergut !

Wirsching: 2007 Iphöfer Julius-Echterberg Riesling GG - in Franken ganz vorn dabei!

Breuer: 1999 Berg Schlossberg Riesling - kenne keinen besseren 1999er !!!

Fritzsch: 2012 Weißer Burgunder Prestige - bin sehr positiv überrascht!

St. Michael, Eppan: 2006 Sanct Valentin Cabernet (Magnum) - wow, wirklich fein!

Fürst zu Hohenlohe-Öhringen: 2007 Lemberger Butzen (Magnum) - Topqualität!

Barth: 2003 Spätburgunder Barrique (Magnum) - überraschend perfekt !

Schoppentrophy:

Das Feld steht

... 37 Weingüter stellen sich am Montag der Blindprobe, die Weine sind vorbereitet, jetzt wird es spannend!

 

Fristablauf bei

Schoppentrophy

... so, heute läuft die Frist zur Einreichung der Weine für die 9. Schoppentrophy und für den Rotwein-Wettbewerb "Bester Spätburgunder" ab... wie immer kommen einige Winzer erst auf den letzten Drücker, geben die Weine an der falschen Adresse, ohne Weinpass oder zu wenige Flaschen ab, aber das wird am 13. Mai dennoch eine spannende Verkostung, zunächst einmal der Riesling-Schoppen. Man darf gespannt sein auf die Siegerehrung am 4. Juni !

 

Weingut Dr. Christopher Wolf, Hattenheim

ein sehr interessante Kollektion, insgesamt sehr weiche Weine ohne kantige Säure. Die Basis ist mit dem 2012er Kabinett aus dem Hendelberg und den Classic-Weinen aus 2011 und 2012 sehr ordentlich, der einfache Spätburgunder kann nicht nur wegen der viel zu hellen Farbe, sondern auch wegen des Geschmacks nicht so recht überzeugen, von der Selection wäre ein wenig mehr Power zu erwarten. Dafür gefällt die Edition "in vino lupi" (trotz dieses Namens!) sehr gut, vor allem der Blanc de Noir aus dem Barrique, der eine feine Spezialiät ist, die man so kaum im Rheingau findet....

Noch ein Graf bei

Schloss VAUX
Christoph Graf (40) wechselt im August als Mitglied der Geschäftsleitung Vertrieb zur Sektmanufaktur Schloss VAUX AG. Sein Vertrag als Vertriebsleiter und geschäftsführender Gesellschafter des Weingutes Reichsrat von Buhl endet im Juli.Der bisherige Verkaufsleiter von Schloss VAUX, Niko Apitz, verlässt auf eigenen Wunsch das Unternehmen.

Bordeaux wird

massiv günstiger

…meldet die NZZ und beruft sich auf den Schweizer Experten René Gabriel: Nach den exzellenten und exorbitant teuren weil spekulativ

gehandelten 2009ern und 2010ern lägen nun mit den 2011ern und 2012ern zwei uneinheitliche Jahrgänge in den Kellern der Châteaux. Daher seien die edlen Tropfen um 30 Prozent und mehr günstiger

geworden als jene von 2011. Zudem sei die Nachfrage abgeflaut.

 

Schlemmerwoche (6)

Höhepunkt jeder Schlemmerwoche ist die Tour nach Lorch mit dem Zug und ein Besuch der Güter Ottes, Mohr, Kanitz, Weiler, Altenkirch (für Laquai hat die Zeit einfach nicht mehr gereicht...) ... eine Freude für jeden Freund von Steillagenweinen mit betont mineralischen Noten

Ottes: 2011 und 2012 Pfaffenwies Schiefer trocken sehr feingliedrig und elegant, dagegen sehr viel stoffiger und dicker die 2012er Spätlese aus dem Kapellenberg, ein Genuß!

Kanitz: beeindruckende 2012 Riesling-Kollektion, vor allem der 2012 Schiefer-Ortswein und die Lorcher Krone aus Erster Lage... Weiß- und Grauburgunder dagegen eher belanglos, und wünschenswert wäre mehr Mut, die VDP-Pyramide konsequent umzusetzen

Weiler: immer noch mein Geheimtipp! Die trockene Spätlese aus dem Bodenthal-Steinberg ist eine  Wucht, der Schlossberg-Kabinett ein sehr eleganter, echter (!) Kabinettwein der zeigt, dass viel Geschmack nícht immer viel Alkohol voraussetzt, imposant auch der Pinot Noir aus dem Höllenberg

Mohr: gewohnt gute Qualität, leckerer 2012er Silvaner und 2011 Riesling Alte Reben, der 2008er Bodenthal-Steinberg Spätburgunder 1.Gewächs wirkt dagegen derzeit ein wenig hart und streng...

Altenkirch: 2011 Grauschiefer trocken und feinherb, dazu Schlossberg Riesling und Bodenthal-Steinberg Alte Reben mit einer Schiefernote und guter Frucht

 

Geschmackstest online?

Mit einem „Geschmackstest“ hat das Internet-Weinportal www.sommelier-prive.de seinen Relaunch gestartet… nette Idee, nur sollte die Webseite dann auch tadellos funktionieren….

 

VDP jubelt

Die VDP-Weingüter sind mit dem Wirtschaftsjahr 2012 zufrieden: Der Absatz der VDP-Weingüter im Jahr 2012 wurde 2 Millionen Flaschen (0,75 l) auf 34 Millionen gesteigert, wodurch ein Umsatz von 290 Millionen Euro generiert wurde. Der durchschnittliche Flaschenpreis liegt jetzt bei 8,20 Euro. Und mit der Goldenen Ehrennadel wurde Hilke Nagel nach 20 Jahren Engagement als Geschäftsführerin und Leiterin der Presse – und Öffentlichkeitsarbeit verabschiedet.

 

Schlemmerwoche (5)

Weingut Sohns

Erich Sohns hat wieder einmal eine blitzsaubere 2012er-Kollektion vorgelegt, fruchtbetonte, stoffige Weine mit Zug und Nachhall. Besonders lecker wieder einmal die Spätlese aus dem Kilzberg und der erfrischende Weißburgunder. Die Burgunder werden jetzt endlich in der angemessenen Burgunderflasche abgefüllt, und der 2011er Spätburgunder M könnte nach einer Zeit der Flaschenreifung an den phänomenalen 2009er durchaus anknüpfen...

 

Wer hat den besten Silvaner?

In Rheinhessen ist zum 7. Mal der Internationale Silvaner-Preis des Silvaner-Forums in fünf Kategorien ausgelobt worden. Da bin ich wirklich mal auf das Ergebnis gespannt....

 

Schlemmerwoche (4)

eine 16 Kilometer-Wanderung von Eltville über Erbach und Hallgarten bis nach Winkel mit den Weingütern Knyphausen, Jung, Lamm-Jung, Theo Kreis, Abel, Peter Jakob Kühn und Allendorf als Stationen…. kurz zusammengefasst und Berücksichtigung eines weiteres Besuches in Erbach:

Knyphausen: mehr Schein als Sein, noch keine 2012er, die trockenen 2011er Rieslinge mit leider muffigen, oxydativen Noten, selbst das 1. Gewächs aus dem Steinmorgen enttäuscht

Heinz Nikolai: sehr gute, reintönig, frucht betonte Kollektion, eine besondere Lichtgestalt ist der 2012er Sauvignon blanc. Kaufen!

Lamm-Jung: endlich zeigt die Qualitätskurve wieder nach oben… 2011 Bestes Fass und „Zero“ sehr ordentlich, auch die Cuvée aus Mosel und Rheingauwein. Noch wenig harmonisch die 2012er trockene Spätlese aus dem Hohenrain

Jakob Jung: Wieder mal das Beste, was es zur Schlemmerwoche in Erbach zu verkosten gibt, beeindruckend: Hohenrain 2011 Alte Reben. Alle 2012er sehr fruchtig, klar und gefällig, perfekt Steinmorgen 1. Lage, und die älteren Gewächse aus Siegelsberg (2008) und Hohenrain (2002) reifen auf beeindruckende Weise…

Theo Kreis: Handwerklich ordentliche bis gute Qualität in Hallgarten, vor allem die trockene Spätlese aus dem Doosberg

Peter Jakob Kühn: 2011 TollKühn und 2012 Quarzit Riesling sehr gut, der Erste Lage-Riesling aus dem Oestricher Klosterberg kann leider dem phänomenal guten Hallgartener Hendelberg nicht das Wasser reichen!

Abel: Ganz ok und ordentlich, aber Fortschritte beim Qualitätsstreben sind über die vergangenen Jahre nur schwer zu erkennen, die 2012er Spätlese aus dem Lenchen könnte deutlich stoffiger und körperreicher ausfallen…

 

Chic und trendy

Auf der Intervitis in Stuttgart hat das Weingut Neef-Emmerich aus Bermersheim in Rheinhessen den Architekturpreis 2013 für die sorgsame Restaurierung der Verkaufs- und Verkostungsräume sowie des Weinkellers erhalten, Gratulation auf die andere Rheinseite!

 

Tücken der Technik

Liebe Weinblogg-Leser, leider sind durch ein technisches Malheur fast alle Beiträge des Jahres 2013 verschütt gegangen…. sorry, künftig wird es dagegen eine Sicherung geben…..

 

Beifall für den

Weinschmecker

Torben Schröder berichtet heute in der Wormser Zeitung sehr ausführlich und freundlich über die neue Rheinhessen-Ausgabe, hier ein Auszug:

„Die 44 besten Adressen haben die beiden Weinexperten in der zweiten Ausgabe des Genussführers „Der Rheinhessische Weinschmecker“ vorgestellt. Wie schon der Erstling vor vier Jahren, erscheint das 150-seitige Büchlein im Societäts Verlag – zunächst in einer Auflage von 4000 Stück. Aber dabei muss es nicht bleiben, wie das Pendant von der anderen Rheinseite bewiesen hat: Bis zu 8000 Exemplare erreicht Bocks „Rheingauer Weinschmecker“, der bereits in acht Ausgaben erschienen ist. „Unser Ziel ist eine Neuauflage alle zwei bis drei Jahre“, betonte Societäts-Verlagsleiter Dr. René Heinen. Die beiden Autoren könnten sich mit diesem Rhythmus durchaus anfreunden. Berg betont, dass die Betriebe ihre Benotung erst erfahren, wenn sie sie im Buch sehen. „Wow“, freute sich daher Gerhard Blödel, als er die Benotung seines Dexheimer Weinguts Historic zu Gesicht bekam: Wein drei, Speisen drei und Ambiente vier von vier möglichen Punkten macht eine Gesamtnote von drei Sternen für den Gastgeber der Buchvorstellung.“

www.rheinhessischer-weinschmecker.de

 

Schlemmerwoche (3)

Kleine Wanderung von Winkel nach Geisenheim zu Daniel und Karlo Dillmann, danach ein Absacker bei Chat Sauvage in Johannisberg.

Daniel hat mit den 2012ern einmal mehr eine bemerkenswerte Kollektion vorgelegt, besonders gut gefielen:

2012 Grauburgunder trocken

2012 Weißburgunder Edition trocken

2012 D zwei trocken

2009 Pinot Noir Maximum

2009 Do it red trocken

Einen eher heterogenen Eindruck hinterläßt hingegen Dillmann: Weißburgunder und Grauburgunder aus dem Jahr 2012 ohne ausgeprägte Rebsortentypizität und Nachhaltigkeit am Gaumen. Die trockene 2011er Spätlese aus dem Kläuserweg zwar ganz ordentlich, die Spätburgunder Spätlese dagegen bleibt weit hinter den Erwartungen.

Chat Sauvage hingegen wieder ein Muss der Schlemmerwoche:

2011 Chardonnay Rheingau

2011 Pinot Noir Rosé

2009 Pinot Noir Assmannshäuser Frankenthal 1. Gewächs

2008 Johannisberger Hölle Pinot Noir 1. Gewächs

durchweg freudvolle Erfahrungen am Gaumen!

 

Ball des Weines

1500 Gäste feierten im Wiesbadener Kurhaus Riesling und Spätburgunder unter dem Motto „Märchen“ – eine schöne Ballnacht mit einem überraschend guten Dreigangmenü von Käfers. Eine Freude waren diese Weine zum Menü:

Karthäuserhof 2009 Riesling Großes Gewächs

Bürgerspital 2009 Stein Silvaner Großes Gewächs

Ratzenberger 2007 Wolfshöhle Riesling Großes Gewächs

August Kesseler 2009 Lorcher Schlossberg Riesling Alte Reben

Graf Neipperg 2009 Schlossberg Spätburgunder Großes Gewächs

Staatsweingüter 1999 Heppenheimer Centgericht Spätburgunder Eiswein

 

gerettet:

 

Guigal, Rhone

 

Was für eine Probe!!! 18 Jahrgänge zwischen 1986 und 2008 der berühmten La-La-La-Weine auf dem Tisch. Ein Genuss:

 

La Mouline: 2008, 1995, 1993, 1999, 1991, 1990, 1986

 

La Turque: 2008, 1995, 1999, 1990, 1993, 1997

 

La Landone: 2008, 1986, 1999, 1988, 2006

 

Insgesamt und durchweg beeindruckend, aber weil der Bessere der Feind des guten ist, hier meine 3 Favoriten:

 

1990 La Mouline

 

1988 La Landonne

 

1997 La Turque

 

 

Dom Perignon

 

2003

 

entwickelt sich immer besser!

 

Sauvignon blanc tasting

 

Loire gegen Steiermark gegen Neuseeland lautete das Thema einer Sauvignon blanc-Vergleichsprobe, die allerdings ganz parteiiisch von der österreichischen Weinwerbung organisiert worden war. Dennoch kamen „meine Sieger“ von der Loire:

 

Didier Dguenau: 2010 Blanc Fumé de Pouilly Pur Sang

 

Henri Bourgeois: 2011 Pouilly Fumé La Demoiselle knapp vor

 

Dog Point: 2010 Sauvignon blanc Block 94

 

auch sehr, sehr gut:

 

Tement: 2010 Sauvignon blanc Zieregg

 

 

J.J. Prüm, Mosel

 

2008 Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett

 

2004 Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese

 

lecker Möselchen, mit dem typischen Prüm-Stinker im Bukett, aber gut!

 

Nittardi

 

2008 Riserva Selezionata Chianti Classico Magnum

 

2008 Nectar DEI IGT Maremma Toscana Magnum

 

ein spannendes Paar zu einem außergewöhnlichen Dinner der Drei-Sterne-Köche Enrico und Roberto Cerea

 

Weingut Mohr, Lorch

 

2008 Lorcher Krone Riesling Sekt b.A. Grande Reserve extra brut

 

Jochen Neher hat sein ambitioniertes Portfolio um einen weiteren Premiumtropfen ergänzt: einen Spitzensekt aus Trauben, die nach den Richtlinien für die Erzeugung Erster-Gewächs-Weine vinifiziert wurden. Ein Klasse-Sekt mit langem Nachhall, gelben Früchten auf der Zunge und von hoher Komplexität und Finesse. Bei einer limitierten Auflage von nur 530 Flaschen ein Luxusprodukt, das zu verkosten lohnt!

 

Weingut Georg Breuer, Rüdesheim

 

1998 Rüdesheim Berg Schlossberg

 

1999 Rüdesheim Berg Schlossberg

 

Von Künstleretiketten verziert, aber es zählt der Inhalt, und der ist großartig. Perfekte Reife und Balance, ein Genuss!

 

Chat Sauvage, Johannisberg

 

2011 Pinot Noir Rosé Rheingau

 

der gegenwärtig vielleicht beste Rosewein des Rheingaus!

 

Weingut Motzenbäcker, Pfalz

 

2009 Flame of Fire Rotwein

 

interessante Cuvée aus Cabernet Sauvignon und etwas Merlot, aber noch recht alkoholisch und hart, braucht mehr Zeit zur Trinkreife

 

 

Weingut Bickelmaier, Oestrich

 

2004 Riesling Erstes Gewächs

 

ein Beleg dafür, dass die hochwertigen trockenen 2004er genau jetzt auf dem Höhepunkt sind! Trinken!

 

Weingut Dr. Corvers-Kauter

 

2011 Berg Rottland Riesling vom Schiefer

 

2009 Berg Rottland Riesling Sekt brut vom Schiefer

 

ein absolut reizvolles Paar und eine gelungene Präsentation der Stilistik von Matthias Corvers

 

Weingut Markus Schneider

 

2011 Sauvignon Blanc fumé

 

ein Klassewein ! sehr elegant und das Gegenteil von parfümiert

 

2009 Vet Rooi Olifant

 

aus Südafrika und der Verbindung mit Kaapzicht Estate… gut, aber überpowered, zu viel Alkohol, erschlagend, macht schnell satt…

 

Weingut Dr. Loosen, Mosel

 

1999 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese Goldkapsel

 

ein perfekter Dessertwein!

 

Weingut Ökonomierat Fischer Erben

 

1976 Kiedrich Sandgrub Riesling Auslese

 

delikate Reife, feine Firne, Frucht von Dörrobst, lecker!

Weingut Jakob Jung, Erbach

 

2008 Erbachn Hohenrain Riesling Erstes Gewächs Doppelmagnum

 

2007 Alexander Johannes „R“ Spätburgunder

 

zwei Granaten aus Erbach: ideal zum Befeuern der Silvesterfeier, ein vinologisches Feuerwerk!

 

Weingut Robert Weil, Kiedrich

2007 Kiedrich Gräfenberg Riesling trocken Erstes Gewächs Doppelmagnum

 

Wow!

 

Bollinger

1992 Grande Ann´ee Jahrgangschampagner, Doppelmagnum!

 

Ein großartiger Schampus am letzten Tag des Jahres 2012. Ich wünsche allen Lesern dieser Kolumne ein erfolgreiches 2013 und immer einen passenden Wein zur Hand. Halten Sie dem Rheingauer Weinschmecker die Treue!

© Oliver Bock