• Weinverkostung - Oliver Bock

    Hier verkostet der Weinschmecker. Er bewertet, lobt und kritisiert, was ihm auf die Zunge kommt und er veröffentlicht im Weinblog auszugsweise seine Degustationsnotizen und Weineindrücke sowie seine Weinerlebnisse auch außerhalb des Rheingaus.

Aus dem Verkostungstagebuch

August Kesseler

2016 „Rosengewächs“ Riesling trocken – viel Finesse, Eleganz und Frucht, von messerscharfer Klarheit…

Staatsweingüter

2014 Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling GG – von meinem Lieblingsweinberg, straff, klar, guter Zug

Ott, Wagram

2016 Ried Feuersbrunner Spiegel Wagram Grüner Veltliner – einer der wirklich guten dieser Rebsorte

Staatsweingüter

2009 Höllenberg Spätburgunder trocken – großer Burgunder aus einem großen Rotweinjahrgang, topi!

Keller, Flörsheim-Dalsheim

2002 Hubacker Riesling trocken – damals wohl so 30 Euro, heute kaum mehr bezahlbar… Keller ist Kult im Moment, dieser Wein ruht in sich, mein Tipp ging zunächst auf ein warmes Jahr wie 2003, 2005 oder 2007, auf 2002 wäre ich nicht gekommen, recht konzentriert, dabei aber auch sehr würzig und mineralisch, reife Apfelnoten, sehr gelbfruchtig, durchaus noch elegant, wenn auch nicht verspielt

Veyder-Malberg, Wachau

2015 Weissenkirchener Weitenberg Grüner Veltliner – so kann, darf und muss Grüner Vetliner schmecken, Allzweckwaffe von hoher Güte und Präzision, geschliffen, komplex, fest und klar!

Neumeister, Straden Südsteiermark

2015 Ried Moarfeitl Sauvignon blanc – Spitzen-Sauvignon mit gutem Zug, gut strukturiert und balanciert, klar und präzise, saugut

Lackner Tinnacher, Südsteiermark

2015 Ried Welles Sauvignon blanc – großartiger Sauvignon auf der elegante, eher filigranen Seite, dennoch messerscharf, präzise, toptop

Robert König, Assmannshausen

2014 Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder trocken – der aktuelle Pinot für alle Fälle im „Anleger 511!, großer Trinkfluss, macht Freude, schmeckt nach mehr…

Pinot im Vergleich

Die 103. Probe der Kranenmeister zu Oestrich im Rheingau war ganz der roten Diva gewidmet, insgesamt 16 Weine durchweg hoher Güte, wenn auch nicht gleichermaßen gut, doch das ergibt sich von selbst. Ganz großartig für mich Solveigs 2011 „Micke“, auch wenn ich bei der Blindverkostung dieses Flights den Liebhabern von Laquais 2015 Bodenthal-Steinberg und Robert Königs Drachenstein Auslese trocken unterlegen bin. Dafür war ich mit der großen Mehrheit unserer Runde der Ansicht, dass Diefenhards Schlenzenberg GG deutlich St. Anthonys Kranzberg GG und Twardowskis mE. völlig überschätzten „Schiefergrund Mosel“ (65 Euro!) in den Schatten stellte. Dennoch ein überraschend schwacher Flight, vor allem gegenüber diesem Trio: Bischöfliches Weingut „2012 Assmannshäuser Pinot Noir S“, Staatsweingüter 2007 Assmannshäuser Höllenberg und Weingut Krone 2012 „Juwel“. Das „Juwel“ gewann diesen Vergleich klar und war auch der Sieger des Abends. Hochinteressant noch das Duell zwischen Bernhard Hubers 2012 Malterdinger (leider nicht das Pinot GG), den 2013 Drachenstein von Chat Sauvage und von Meo Camuzet 2013 Fixin Clos du Chapitre 1er Cru Bourgogne. Chat Sauvage hatte hier die Nase vorn, ohne am Ende das Weingut Krone gefährden zu können.