Ein Wort an die Gastronomen

…statt des hier eigentlich fälligen Südtirol-Weinerfahrungsberichts: Wir haben rund um Meran viel und gut getrunken und nicht minder gut getafelt (und ich hebe bei den Restaurants einfach mal das Kallmünz in Meran und Hans Wirt in Rabland sowie den Mesnerwirt in Hafling) hervor. Dort – und anderorts – waren nicht nur hochwertige Weine auf der Karte, sondern derart vorbildlich für den Gast kalkuliert, dass sich da ganz viele deutsche Wirte einmal eine Scheibe abschneiden sollten. Beispiel Lagrein: Der Porphyr von der Kellerei Terlan. Spitze! Ab Weingut je nach Jahrgang zwischen 30 und 40 Euro. Im Restaurant: keine 60 Euro.

Den Wirt darauf angesprochen, und was war die Antwort: Ist doch eine Win-Win-Win-Situation für alle: Ich verkaufe gute Weine und beglücke den Gast, der Gast ist zufrieden, und der Winzer auch. Und natürlich ist der Aufwand je Flasche (Lagern, Kühlung, Service) immer gleich, egal wie teuer der Wein ist.  Ich weiß, ein „uraltes Thema“, aber eines, das mir immer wieder zeigt, auf welchem Holzweg viele deutsche Gastronomen sind: Das werden zwar feine Hauptspeisen um die 30 Euro angeboten, aber dazu nur einfach schlichte Basisweine ebenfalls um 30 Euro je Flasche (Einkaufspreis 5-8 Euro), weil die Kalkulation und angeblich auch der Gast angeblich nix anderes zulässt… Traurig.

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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