Aus dem Verkostungstagebuch

Frauenpower

16 Weine von deutschen Winzerfrauen, mal was ganz Neues in der Reihe der Blindverkostungen der Kranenmeister zu Oestrich im Rheingau. Um eines vorwegzunehmen: In jedem der vier Flights war ich anderer Meinung als die Mehrheit… das ging schon bei Thema Sauvignon blanc so. Ich mochte den 2019er Wein von Karoline & Dorothee Gaul einen kleinen Hauch stärker (weil frischer?) als den 2018er von Gesine Roll während die Mehrheit für Tatjana Schmidts 2019 SB vom Weingut Russler stimmte. Grauburgunder ist nicht mein Fall, aber dass sich mein Favorit, nämlich Caroline Diels Gris Reserve 2016 nicht durchsetzte, blieb mir ein Rätsel (zuviel Holz?). Juliane Ellers 2019 „Juwel“ lag bei mir noch vor Theresa Breuers 2018 Gris. Bei den trockenen Rieslingen dann lag bei mir Breuer (Terra Montosa) vor Diel (Dorsheimer Eierfels), wobei ich Carolin Spanier-Gillots Niersteiner Riesling gut fand (ohne den Niersteiner Charakter so richtig herauszustellen). Bei den Edelsüßen Hut ab vor dem, was Katharina Prüm und Carmen Ziliken so abfüllen, sehr schwach dagegen Eva Frickes Schlossberg Spätlese, die so gar nicht den Lorcher Charakter zeigt. Viel besser als Fricke die Spätlese aus der Trittenheimer Apotheke von Catherina Grans.

Robert König, Assmannshausen

Sehr schön, dass das Weingut im Herbst an den Wochenenden öffnete, Platz gibt es ja genug, und guten Wein obendrein!

2017 Drachenstein Spätburgunder Zenit – elegant, fein, tiefgründig

2018 Weißburgunder Signatur – absolut einer der besseren Weißburgunder des Rheingaus

Allendorf, Winkel

Kleine GG-Probe am Nachmittag: 2018 Jesuitengarten versus Hasensprung versus Berg Roseneck – und was soll ich sagen: für mich unerwartet ließ der Jesuitengarten ob seiner feinen Mineralität und Finesse die Kollegen hinter sich…

Weingut Weiler, Lorch

Es ist immer eine Freude, Weiler-Weine zu verkosten. Persönlich bin ich ein Fan des trockenen 2019er Bodenthal-Steinberg Riesling und der Krone S. (der Zusatz Spätlese kann entfallen..) Mir gefällt die Mineralität und der kompakte Zug der Weine. Die Finesse und Klarheit sind ja ohnehin Wesenszüge der Weiler-Weine. Allerdings gebe ich zu, dass mir persönlich bei den trockenen Spitzenweinen der Restzucker ein wenig zu hoch ausgefallen ist. Noch immer tasten sich zu viele Winzer zu nahe an die 9 bzw. 10g/ RZ/l –Grenze heran. Das geht trockener und besser. Der Trend geht auch bei den Großen Gewächsen nicht ohne Grund eher in Richtung 5 bis 6g RZ oder sogar weniger. „Quarzit“ und „Schiefer“ sind schöne Einstiegsweine zum Preis von 8 Euro… das ist ein Top PLV! Und ich warte gespannt, bis der neue trockene Steillagenriesling tatsächlich in der Flasche ist… die erste Probe war verheißungsvoll….

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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