1917!

So, aus gegebenem Anlass jetzt noch einmal Weil in diesem Blog. Diese Häufung in diesen Tagen hat ihren guten Grund, und dieser ist außergewöhnlich. Anlässlich der Vorstellung des neuen Superpremium-Weins „2018 Monte Vacano“ (siehe im Blog weiter unten!) und einer Vertikale der Gräfenberg GGs von 2007 bis 2019 hat Wilhelm Weil auch einen tiefen Griff in die Schatzkammer getan und TROCKENE (ca. 8-12 g RZ/l) Gräfenberg Cabinet-Weine der Jahrgänge 1949, 1949, 1937, 1934, 1921 und 1917 entkorkt. (Cabinet-Weine gibt es bei Weil übrigens nur bis zum Jahrgang 1953, und Trockenbeerenauslesen ab dem Jahrgang 1959).

Sowas bekommt man nicht alle Tage auf die Zunge, und der Erlebniswert war gewaltig und keineswegs nur der Ehrfurcht dieser Jahreszahlen geschuldet. Mit gefielen vor allem der geschmeidige, fruchtige 47er mit seiner betörenden Länge und der hochdelikate 1937 besonders gut. 1921 mit betörender Nase, 1917 anfangs in der Nase eher verhalten, doch am Gaumen 1917 eine zeitlose Majestät, die wohl niemand blind jahrgangsmäßig auch nur annähernd richtig einordnen würde. Auch 1921 herausragend mit schönen Apfel- und Rosinennoten, ohne dabei oxydativ oder gar „alt“ zur wirken. 100 und mehr Jahre alte, trockene Riesling in dieser guten Konstitution sind ein Ritterschlag für die damalige Weil-Generation! Konsequenterweise erhoben sich die Verkoster! Einen Hut abnehmen hätte nur ich können…

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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