Große Gewächse – GGs aus 2018

Die Verkostung der besten trocken deutschen Rieslinge (GGs) des jeweils noch aktuellen Jahrgangs gehört zum festen Programm der Weinloge „Die Kranenmeister zu Oestrich im Rheingau“, und diesmal kamen die 18 Weine – sämtlich Jahrgang 2018 – aus sechs deutschen Anbaugebieten.

Das wichtigste vorweg: Die Nahe brillierte mit Schlossgut Diel, Gut Hermannsberg und Dönnhoff, wobei Hermannsberg in dem Trio klar die Nase vorn hatte: Präzise, geschliffen, komplex, feinwürzig, dennoch mit Trinkfluss vom Allerfeinsten.

Der teuerste Flight war der Rheingau mit Schloss Johannisberg, Gräfenberg (Weil) und Wegelers Geisenheimer Rothenberg (alle über 40 Euro). Während ich Weil bevorzugte, votierte eine knappe Mehrheit für den Rothenberg, den ich ebenfalls klasse fand. Johannisberg schien mir in ein kleines Loch abgetaucht, doch der kommt wieder, sicher!

Die teuerste Einzelflasche war das Königsbacher Idig GG von Christmann (58 Euro), während Knipsers Laumersheimer Steinbuckel (27 Euro) weniger als die Hälfte kostete! Erstaunlicherweise ließ bei der Pfalz-Blindverkostung Von Winnings „Forster Ungeheuer) beide mit klarem Abstand hinter sich!

Unter den fränkischen GGs stach der Pfülben (nur 26,50 Euro) von Schmitts Kinder klar hervor und ließ – für mich erstaunlich – das Bürgerspital (Würzburger Stein) und auch Fürsts Centgrafenberg deutlich hinter sich, die beide für knapp 40 Euro angeboten werden. Und wenn wir schon bei Preis sind: der war bei den Württemberger Güter an niedrigsten, wobei die Meinungen hier weit auseinandergingen. Ich selbst plädierte für Wöhrwags „Untertürkheimer Herzogenberg“ und muss sagen: Phänomenal gutes Preis-Leistungsverhältnis (23 Euro! das war das preiswerteste GG des Abends!) Dautel und Graf Adelmann konnten hier nicht mithalten. Zum Schluss noch ein Blick an die Mosel: Ich mochte Van Volxems Kanzemer Altenberg sehr, doch die Mehrheit votierte für Fritz Haags Brauneberger Juffer Sonnenuhr, abgeschlagen: Dr. Loosen mit der Wehlener Sonnenuhr. Alles in allem aber waren die GGs ein Beleg für die hohe Güte des 2018er Jahrgangs, der wirklich zu den sehr guten gehört! Top! In Kürze werde ich die 2019er GGs in Wiesbaden probieren und bin schon jetzt gespannt… mehr dann wieder hier im Blog.

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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