Aus dem Verkostungstagebuch

Hier mal wieder als Update ein paar nicht repräsentative Eindrücke der vergangenen Tage…

Peter Jakob Kühn, Oestrich

2015 Spätburgunder trocken – persönlich mag ich die Riesling, vor allem die Ortsweine, aber auch immer den St. Nikolaus lieber als die Roten. Dieser ist gleichwohl ein guter Vertreter des recht üppigen Jahrgangs 2015, in der Struktur recht fest, gute Säure

Kloster Eberbach/ Staatsweingüter

2010 Pinot Noir trocken – sehr klassisch aus einem eher „kleinen“ Pinotjahr, dafür mit unverändert hoher Eleganz bei lebendiger Säure, ein Florett, kein Säbel und schon gar kein Schwert, wirklich gut

Delaire Graff, Stellenbosch

2018 The View White Blend – eine von Sauvignon blanc getragene Cuvée mit gutem Zug und viel Finesse, schöner Trinkfluss, reife Früchte, Zitrus, ein wenig Paprika, dabei immer fein und ziseliert, gut, der richtige Soli-Schluck angesichts der tiefen Krise, in der südafrikanischen Winzer nach dem zweiten Lockdown mit zweitem Alkoholverbot leiden…

Pfeffingen, Pfalz

2018 Roter Riesling –SP- zugegeben, ich bin selten ein Enthusiast des Roten Riesling, der mir oft zu süßlich, zu sehr Feuerstein schmeckt… aber es gibt fulminante Ausnahmen, und das ist eine davon, die ich das allererste Mal getrunken habe und meinen guten Eindruck bestätigt, wann immer ich Pfeffingen-Weine getrunken habe.

Peter Lauer, Saar

2018 „Faß 25“ Alter Riesling trocken VDP.Ortswein – im Weingut war ich begeistert, zuhause zeigt er Weine eine ungewohnte Reife für einen 2018er… meinem Gegenüber im der Blindverkostung kam der Wein schon mehrere Jahre alt vor… ich muss unbedingt in Kürze eine Konterflasche öffnen…

Künstler, Hochheim

2015 Rüdesheim Berg Rottland GG – ein Hammer. Ungemein frisch, mit hoher Präzision und Finesse, ein Wein voller Trinkfluss, charmant und elegant, love it! Dummerweise ein Einzelstück im Keller…

Carl Ehrhard, Rüdesheim

2018 Berg Rottland Urstück Rottland – hammergut, wie sich die 2018er Urstücke jetzt präsentierten, und dieses hier ist mein Liebling. Kleine Anmerkung für Rosé-Freunde: der 2019er Rosé ist der bislang beste, den ich im Rheingau getrunken habe. Taste it!

Eva Fricke, Eltville

2009 Seligmacher – Nur zu gerne würde ich jetzt über diesen Wein und jüngere Jahrgänge desselben ausführlich schreiben. Aber das ist brandgefährlich, weil jeder Weinblogger und Weinjournalist Gefahr läuft, den Wein nicht genug in den Himmel zu loben oder gar andere Weine besser zu finden. Die Winzerin mit Elefantengedächtnis versteht da keinen Spaß, und wer nicht mit einem bösen Zauber, einem Bann oder gar der Höchststrafe, einem Kaufverbot (!), belegt werden will, weil er der Fricke-Weine einfach nicht würdig ist (jedenfalls nicht ab Weingut), der sollte sich tunlichst ganz zurückhalten. Daher hier mein unangreifbares und abschließendes Urteil zu diesem Tropfen: Es ist Wein.

(Keine Sorge, bei nächsten Mal dann wieder das volle Programm!)

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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