Adventsproben

 AdvENTE

Das Weingut Egert in Hattenheim bietet an den vier Sonntagen vor Weihnachten ein außergewöhnliches kulinarisches Erlebnis: eine im Smoker final zubereitete Ente, natürlich mit Kloß und Rotkraut. Großartig. Nebenbei lässt sich herausfinden, dass die Qualität der Weine weiter im Aufwind ist. Schon die 2018er Spätlese trocken aus dem Wisselbrunnen ist eine Freude. Hochspannend ist der Vergleich der beiden Großen Gewächse: Mittelheimer St. Nikolaus RGG vs. Hattenheim Wisselbrunnen RGG: Der jeweilige Favorit ist eine Frage der Stilistik und persönlicher Vorliebe. Bei mir hat Wisselbrunnen die Nase ob seiner Präzision und Finesse.

Speicher-Schuth, Kiedrich

Auch Ralf Schuth öffnet im Advent vor Weihnachten mehrfach seine Pforten und stellt den aktuellen Jahrgang vor. Nebenbei: Die Schänke ist jetzt mit der Vinothek im Erdgeschoss eine Einheit eingegangen. Lohnt sich! Zudem kann jeder Winzer hier studieren, wie man eine Schänke baut, in der die Geräuschkulisse auch bei voller Hütte höchst erträglich ist. Großes Lob! Auch für die Weine, unter denen für mich diesmal 2018 Wasseros und Gräfenberg trocken hervorstechen. Kleine Einschränkung: Fast alle (trockenen) Weine sind 2018 nahe an der 10g-Restzuckergrenze angelangt. Das ist nicht so mein Ding, weil die Restsüße für mich den feinen Charakter der Schuth-Weine zu sehr maskiert. Zumindest einen Weißen im Sortiment würde ich mit knalltrocken wünschen, denn Substanz und Klarheit würden noch stärker hervortreten. Vielleicht 2019?

Steinmacher & Sohn, Kiedrich

Auch hier gibt es Kiedrich Gräfenberg – zum Preis von 8 Euro! Das hat die Top-Lage nicht verdient. „Wibbes“ hat allen Grund, seine Qualitätspyramide und eine Preisgestaltung zu überdenken, denn die Weine haben es allesamt verdient und zeigen zudem ein sehr gutes Reifepotential. 2016 Gräfenberg ist dafür ein gutes Beispiel, ebenso 2015 Wasseros. Gute Anlagen zeigt auch das 2017 Erste Gewächs aus der Lage Sandgrub. Eigenständig und gut auch 2018 Klosterberg aus der Terroir-Linie.

Barth, Hattenheim

Kleiner Trip für meine jährliche Sektstory in der F.A.Z. zu Mark Barth nach Hattenheim: Diesmal nur „ganz oben“ zugegriffen und 2013 Barth Ultra, 2013 Schützenhaus brut nature (VDP 1. Lage) und 2013 Hassel brut nature (VDP Große Lage) verkostet. Geplättet. Selig wieder nach zurück an den Schreibtisch. Mann, was gibt es für tolle Sekte in Deutschland, Silvester ist gerettet. Weihnachten auch. Also FAZ lesen!

1983 Chatau Maucaillou Moulis

Manchmal muss es einfach ein Bordeaux sein. Und wenn die „Ente“ im Nassauer Hof in Wiesbaden zu einem fantastischen Vorweihnachtsmenü einen bezahlbaren im Angebot hat, dann heißt es zugreifen… mein ein guter Freund tat es und orderte! Perfekt, fleischig, gut gereift ohne müde zu wirken, ein echtes Erlebnis. Daneben Stieglers 2016 Fohrenberg Chardonnay, auch gut! Vorweg ein Roederer Premier brut… viel Zitrus, erfrischend, alles andere als brotig und oxydativ, so darf und muss Schampus schmecken… immer nach dem nächsten Glas!

Künstler, Hochheim 2009 Domdechaney Riesling trocken

… ein Pfundskerl von einem Wein! Wie der Winzer! Da kommt am Gaumen wirklich Freude auf, wenn man solch gut gereiften Weine trinken darauf. Hochlecker, Trinkfluss, Danke Gunter!

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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