Von O bis O…

Von O bis O…. also von Oktober bis Ostern, da legt der heimische Rotweinkonsum deutlich zu. Natürlich geht es vorrangig um Spätburgunder, der wie keine andere rote Sorte das Terroir der Weinberge im Glas widerspiegeln kann. Das lässt sich außerordentlich gut in Aulhausen und Assmannshausen verkosten….

Robert König, Assmannshausen

Endlich hat sich das gerade mal sieben Hektar große Rotweingut unter Philipp König als Leiter eine zeitgemäße Qualitätspyramide gegeben und ist von den überkommenden Bezeichnungen Kabinett und Spätlese für durchgegorene Rotweine abgegangen. Nun heißt es aufsteigend PUR, EMPOR oder ZENIT, und das wird an den drei Lagen DRACHENSTEIN, FRANKENTHAL und HÖLLENBERG durchdekliniert. Gutes Konzept. Neun Weine, von denen jeder auf seine Art Freude bereitet. Während Frankenthal und Höllenberg vor allem in den Kategorien Zenit und Empor noch recht verschlossen wirken, zeigt sich Drachenstein als eleganter und schon sehr zugänglicher Pinot mit Würze, harmonisch eingebundenen Tanninen, feiner Beerenfrucht, en wenig Zimt und Vanille, aber sehr gut miteinander harmonierend. Meine Favoriten waren der Frankenthal Empor und der Höllenberg Zenit.

Weingut Strieth

Ein paar Meter weiter, bei Thilo Strieth in Aulhausen, ist ebenfalls alles im Lot. Die qualitative Abstufung geht vom Assmannshäuser Frankenthal als Basiswein über den feinfruchtigen und eleganzten Höllenberg zum majestätischen Rüdesheimer Schlossberg (immer mein Favorit!) bis zum unfiltrierten Superstar Pinot Noir SF. Die Weine spiegeln hervorragend die Philosophie bei Strieth wider, der Trinkfluss ist enorm. Wer einen genialen Spätburgunder sucht, ist hier richtig, und meine Empfehlung ist der Schlossberg mit seiner vom Schiefer im Boden so schön beeinflussten, nachhaltigen Finesse, Rauchigkeit und Würze.

Weingut Schön

Bei Klaus Schön sind die Traditionalisten richtig. Auch wenn wir eher die elegante Seite des Späbu mögen, so „ziehen“ wir uns bisweilen auch gerne mal eine fette trockene Spätlese (2018 Drachenstein und Höllenberg!) oder Auslese rein… üppig, vollmundig, breitschuldrig, dick, Kracher, die mit dem angebratenem Rindermett als Spezialität des Hauses bestens harmonieren.

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

Schreib einen Kommentar