Weinwoche-Impressionen

Ein paar Impressionen von der 44. Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden: 10 Tage, 97 Weingüter, geschätzt 1200 verschiedene Weine, 3 Bühnen, 49 Live-Bands, 22 Imbiss-Stände, 1 Wasserstand, gute Stimmung, das ist das wohl schönste Weinfest überhaupt…. und was fiel mir im Glas auf? Weingut Ott, 2018 Riesling Kabinett trocken… natürlich erstmal ein süffiger Wiesbadener Schoppen zum Empfang. Es gab aber auch vom türkische Weingut Sulva einen 2017er Sauvignon Blanc-Semillion und einen 2017er „Blush Karasakizi Rosé… das war leider verzichtbar! Ja, der Jahrgang 2018 steht auf diesem Fest natürlich im Mittelpunkt (mein erster Festwein nach dem Empfang war die süffige 2018er Eltviller Sonnenberg Riesling-Spätlese trocken vom Martinsthaler Weingut Keßler, eine Empfehlung!), aber auch die 2016er machen richtig Spaß. Beispielsweise der Vergleich 2016 Bodental-Steinberg alte Reben trocken von Altenkirch mit 2016 Kapellenberg von Wurm.

Der Hit: Happy Hour bei Kaufmann bis 16 Uhr: also 2018 „Tell“ Riesling und 2009 Wisselbrunnen Große Lage trocken (by Hans Lang) für jeweils 2,50 Euro das Glas! Toptop! Die Georg Müller-Stiftung hatte ihren 2018 Viognier als Premierenwein dabei, aber ich bin zugegeben überhaupt kein Freund reinsortiger Viogniers. Dafür war der 2016 Schützenhaus Riesling trocken aller Ehren wert. Weinfest-Newcomer Joachim Flick hatte glücklicherweise den 2018er Wickerer Nonnberg und den 2018er Hochheimer Königin Victoriaberg dabei. Tolles Paar, für Prinz Charles viel zu schade!

Wer „alte Kameraden“ mag, sollte immer einen Abstecher bei Familie Odernheimer und dem Johannisberger Abteihof (Stand 108) einplanen. Claus Odernheimer hat diesmal einen 1986 Riesling Kabinett und – unter der Theke – noch eine halbtrockene 1997er Spätlese aus der Lage Geisenheimer Kilzberg dabei. Beide wunderbar gereift. Dann wieder ganz jung bei Jung: 2017 und 2018 Steinmorgen trocken und halbtrocken, sind eine absolute Trinkempfehlung. Saftig, mineralisch, trinkig! Ein Rundgang mit Umweltministerin Priska Hinz zum Thema Klimawandel und Weinbau (siehe meinen Bericht in der FAZ vom 15.8.) führte von Schreiber (guter Sekt!) über Corvers (Rüdesheimer Roseneck Spätlese trocken, ein Traum) zum Staatsweingut (2018 Steinberger, süffig).

Riesling trocken, furztrocken gefällig? Die 2016 Steillage (0,4g RZ) bei Lamm-Jung ist ein Riesling für Hardcore-Fans, aber ich mag es. Bei Freimuth gefielen der 2018er Rote Riesling (nicht so süßlich wie anderorts) und das 2017 Unterer Bischofsberg Riesling Großes Gewächs… zum Abschluss noch in Pinot bei Koegler, immer eine Bank!

Hinweis: dieser Text wird fortgesetzt….

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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