Ball des Weines

Der Ball des Weines im Kurhaus Wiesbaden ist das gesellschaftliche Ereignis des Jahres für alle Weingenießer in Rhein-Main – neben der Riesling Gala in Kloster Eberbach natürlich. „Hollywood Moments“ war das Ereignis diesmal überschrieben.

Der legendäre DeLorean DMC-12 stand im Foyer bereit, und die majestätischen Flügeltüren des silbernen Sportwagens waren einladend geöffnet. Doch nach dem magischen Fluxkompensator im Cockpit musste niemand suchen, um die Reise „Zurück in die Zukunft“ zu wagen. Denn der gesamte Friedrich-von-Thiersch-Saal wurde zur Zeitmaschine, die ihre 1700 Passagiere in die glorreiche Ära Hollywoods beförderte… zu einer Begegnung mit drei der Großen jener Zeit.

Mit Marilyn Monroe, die trotz eines atemberaubenden roten Glitzerkleids aber ein wenig blutleer wirkte. Mit einem stimmlich bestens aufgelegten Louis Armstrong, für den die Trompete im Arm aber offenkundig eher Requisite als Instrument war. Und mit den Blues Brothers, die so mitreißend von den Kanadiern Chris und Geoff Dahl verkörpert wurden, dass der Saal von Rhythmen mitgerissen wurde und dass Weinbauministerin Priska Hinz (Die Grünen) unter den ersten Gästen war, die es nicht mehr auf den Stühlen hielt.

Die Gäste taten ihr Möglichstes, sich durch die 13 deutschen Anbaugebiete zu kosten. Zuvor zeigte der Gastronomie-Betrieb Kuffler im Ballsaal, wie das Kunststück gelingen kann, 1700 Gäste mit einem feinen und auf den Punkt zubereiteten Menü zu bewirten. Angebratenes Tatar mit Wachtelspiegelei, Carpaccio vom Schwertfisch, Rinderfilet und gebratene Gamba, Lemon-Pie und Brownie-Würfel boten auch den Spitzenweinen deutscher Herkunft angemessen Paroli.

Beispielsweise einem Großen Gewächs der Mosel-Lage Trittenheimer Apotheke und einer 2011er Auslese der Hessischen Staatsweingüter. Mit einer 1969er Hochheimer Falkenberg Beerenauslese hatten die Staatsweingüter zudem die Weinrarität des Abends im Gepäck. Wohl dem Weingut, das eine so gut sortierte und bestückte Schatzkammer sein Eigen nennen kann. Nach dem Galadiner begann der vinologische „Walk of Fame“ unter dem Motto „Sehen und gesehen werden“ durch die Nebensäle des Kurhauses, die von der Edelschokolade bis zur Zigarre weitere Versuchungen bereithielten.

Mir war vor allem an Wein gelegen, beispielsweise dem 2016 Stein-Harfe Silvaner GG vom Bürgerspital Würzburg, dem 2017er Chardonnay Ihringer Fohrenberg von Stigler und dem 2012 Barth Sekt brut Nature aus der Magnum Flasche. Genial gut.

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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