Erste & Große Gewächse 2016

Erste und Große Gewächse, Jg. 2016 Alles Riesling, alles 2016, alles EG/ GG-Qualität… das war das Motto der 102. Probe der Weinloge „Die Kranenmeister zu Oestrich im Rheingau“. Eine hochinteressante Probe vor dem Hintergrund, dass die Rheingauer VDP-Betriebe seit 2012 keine Ersten Gewächse, sondern nur noch Große Gewächse produzieren, und dass die Bedeutung der Ersten Gewächse immer weiter zurückgeht (siehe dazu weiter unten im Blog meine ausführlichen Kommentare um GG/EG-Jahrgang 2016). Weil der Markt für edelsüße Weine immer weniger Bedeutung hat fällt letztlich das Urteil über den aktuellen Jahrgang Ende August des Folgejahres mit der Vorstellung der trockenen Spitzen… Schlechte Jahrgänge gibt es ja schon seit 1988 nicht mehr, und ja, 2016 hat das Zeug dazu, vielleicht die Reihe der großartigen weil „mittleren“ Jahrgänge 2001, 2004, 2008, 2010, 2013 fortzusetzen. Das beurteilen braucht aber noch ein wenig Zeit, doch die Ansätze sind da, wie die Blindverkostung der nachfolgenden Flights gezeigt hat: Bergweine Robert Weil: 2016 Kiedrich Gräfenberg GG Fred Prinz: 2016 Hallgarten Jungfer GG Laquai: 2016 Lorcher Schlossberg EG Wagner-Stempel: 2016 Scharlachberg GG Brunnenlagen Ress: 2016 Wisselbrunnen GG Staatsweingüter: 2016 Erbach Marcobrunn GG Schloss Schönborn: 2016 Hattenheim Nussbrunnen EG Wittmann: 2016 Morstein GG Riesling-Schlösser Schloss Johannisberg: 2016 Silberlack GG Schloss Vollrads: 2016 Schloss Vollrads GG Schloss Schönborn: 2016 Hattenheimer Pfaffenberg EG Schlossgut Diel: 2016 Pittermännchen GG Rüdesheimer Berg Schloss Schönborn 2016 Rüdesheimer Berg Schlossberg EG Leitz 2016 Rüdesheim Rosengarten GG Allendorf 2016 Rüdesheim Roseneck GG Kühling-Gillot 2016 Nackenheim Rothenberg „wurzelecht“ GG Fazit: Laquai hat 2016 meines Erachtens tatsächlich das beste EG erzeugt, das es mit den GGs aufnehmen kann. In anderen Anbaugebieten außerhalb des Rheingaus erzeugen die Spitzenweingüter „extremere“ GGs mit wilderen Aromen, „Stinker“ und mehr, die die regionale Zuordnung erschweren und mehr Handschrift als Terroir zeigen. Weils Gräfenberg war wieder mal einer meiner Favoriten, aber in diesem Stadium nur unmerklich besser als Laquai (zum halben Preis, übrigens, Kaufen!) Unter den Schlössern hat Johannisberg klar die Nase vorn. Und Allendorf wird immer besser.

Veröffentlicht von Rheingauer Weinschmecker

FAZ-Korrespondent, Redakteur, Weinblogger, Rieslingfan, Rheingauer aus Leidenschaft

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